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Hilfe für syrische und irakische Flüchtlinge und Binnenvertriebene

Die Projekte der Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft

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Stand: 9. März 2015

Eine vergleichbare Katastrophe hat es bisher selten gegeben: Nach UN-Angaben vom Januar 2015 sind inzwischen 11,4 Millionen Syrerinnen und Syrer auf der Flucht – rund 62,5 Prozent der Bevölkerung. 7,6 Millionen Menschen suchen innerhalb Syriens Schutz, 3,8 Millionen in den Nachbarländern. Diese stoßen aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Mitte 2014 wurde im Norden des Iraks die ohnehin schon schwierige Lage der Flüchtlinge aus Syrien durch die Gewalt des „Islamischen Staates“ (IS) verschärft. Rund 2,1 Millionen Irakerinnen und Iraker flohen vor den IS-Milizen, davon rund die Hälfte nach Kurdistan-Irak.

Über Nacht sahen sich die lokalen Partner der Bündnis-Mitglieder mit der ungeheuren Not von Menschen konfrontiert, die alles verloren haben. Mit schneller finanzieller Unterstützung konnten die Partnerorganisationen zeitnah dringend benötigte Hilfsgüter beschaffen und diese an die Notleidenden verteilen.

Parallel zur Arbeit im Nordirak läuft die Hilfe in Syrien selbst, in Jordanien, Libanon, Ägypten und der Türkei weiter. In den Aufnahmeländern achten die Partnerorganisationen darauf, auch arme und benachteiligte Bevölkerungsschichten des Landes in die Maßnahmen einzubeziehen, um Konflikte zu verhindern. In der gesamten Region hat sich die Situation der Flüchtlingsfamilien mit dem Wintereinbruch noch einmal dramatisch verschlechtert.

Um die akute Notsituation der Flüchtlinge zu lindern, leisten die Bündnis-Mitglieder wichtige Beiträge zur Grundversorgung. Hierbei geht es in erster Linie um die Bereitstellung von Lebensmitteln, Unterstützung bei Errichtung oder Findung von Unterkunftsmöglichkeiten, sowie die Versorgung mit medizinischen und sanitären Gütern. Einen weiteren Aspekt der Arbeit vor Ort stellt die psychosoziale Betreuung dar. Viele Menschen, vor allem Kinder, haben extreme Belastungen durchlebt und sind traumatisiert. Eine schnelle Bereitstellung von psychologischer Hilfe ist unabdingbar, um das Geschehene zu verarbeiten und auf lange Sicht einen Weg zurück zur Normalität zu finden. Für diesen Weg ist es ebenso wichtig, den Kindern schnell wieder einen geregelten Alltag zu ermöglichen und Bildungs- sowie Freizeitangebote bereitzustellen.

Das Bündnis Entwicklung Hilft hat rund 1,8 Millionen Euro Spenden für die Hilfe in den betroffenen Gebieten erhalten, ein Großteil davon ist der Medienkooperation mit der ARD zu verdanken. Diese Gelder hat das Bündnis seinen sieben Bündnis-Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die bisherigen Hilfsmaßnahmen und die Planungen der Bündnis-Mitglieder.

Brot für die Welt

Brot für die Welt leistet Soforthilfe für syrische Flüchtlinge und Binnenvertriebene im Nordirak. Die Arbeit konzentriert sich hierbei auf die Städte Erbil, Dohuk sowie Bazyan und Bainjan in der Region Suleimaniyah. Mit den Hilfsmaßnahmen konnten bisher etwa 100.000 Menschen erreicht werden.

Besonders wichtig ist dem Bündnis-Mitglied die Überlebenssicherung und Deckung der Grundbedürfnisse für die Flüchtlinge außerhalb der Camps. Daher verteilen die Partner vor Ort Nahrungsmittel-Pakete, Wasserkanister, Hygienesets sowie weitere Güter des täglichen Bedarfs. Um den Winter zu überstehen, erhalten die Flüchtlinge zudem Brennstoff und Heizgeräte. Da viele Familien kaum das Geld für die Miete aufbringen können, unterstützt Brot für die Welt diese mit Mietzuschüssen in Höhe von maximal 305 Euro je Familie. Diese Art der Unterstützung erfolgt einmalig, um zu verhindern, dass die Besitzer der Unterkünfte die Mietpreise erhöhen. 

In Bazyan und Bainjan (Suleimaniyah) entstehen zudem mit Hilfe lokaler Partner zwei Gemeindezentren außerhalb der Camps für etwa 3.500 syrische Flüchtlinge. Sie erhalten dort unter anderem psychosoziale Hilfe und Angebote. Ferner gibt es weiterbildende Aktivitäten wie zum Beispiel Internet- und Computer-Trainings, Englisch- und Literaturkurse oder Bewusstseinsbildungstrainings zu verschiedenen Themen.

Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, die Spannungen zwischen Flüchtlingen und lokaler Bevölkerung abzubauen, zu verstärkter Akzeptanz der Flüchtlinge beizutragen sowie ihre Selbsthilfekräfte und Einkommensmöglichkeiten zu verbessern. Der Umgang mit den vergangenen Kriegs- und Fluchterlebnissen soll damit ebenfalls erleichtert werden.

Christoffel-Blindenmission

Die Arbeit der Christoffel-Blindenmission (CBM) legt einen besonderen Fokus auf die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. In den Jahren 2013 und 2014 konzentrierte sich die Arbeit der CBM auf das Flüchtlingslager Zaatari im Norden Jordaniens. Insgesamt stellte die CBM für ihre Flüchtlings-Arbeit in Jordanien bisher rund 310.000 Euro bereit, circa 192.000 Euro stammen aus den Sondermitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

Der Partner „Holy Land Institute fort he Deaf“ (HLID) errichtete eine Reha-Station zur medizinischen Betreuung von Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen. Diese erhalten hier auch Hilfsmittel wie Brillen, Hörgeräte sowie Spezial-Stühle und Kinderwagen für an Zerebralparese erkrankte Kinder. Außerdem werden Eltern von Kindern mit Behinderung beraten und dazu angeregt, sich in Selbsthilfegruppen zusammen zu finden.

In der Reha-Station können sich Betroffene und deren Angehörige austauschen und gegenseitig helfen. Bisher erhielten über 1.000 Menschen durch dieses Projekt medizinische Hilfe.

Die CBM fördert auch spezialisierte Bildungsangebote für Kinder mit starker Behinderung, da diese oft nicht die Regelschule im Camp besuchen können. Der Unterricht findet mehrmals die Woche statt - zum Beispiel in Form von Gebärdensprache. Für die ergänzende Betreuung der Kinder sowie für die Identifizierung weiterer Menschen mit Behinderungen im Flüchtlingslager wurden im Sommer 2013 20 Freiwillige aus der Gruppe der Camp-Bewohner ausgewählt. Diese erhielten Fortbildungen - unter anderem in Gebärdensprache - und konnten dadurch die Arbeit des lokalen Partners unterstützen. Für ihre Arbeit erhielten die Freiwilligen eine Vergütung.

Im Januar 2015 begann die CBM ein neues Projekt in Jordanien. Es richtet sich an syrische Flüchtlinge mit Körperbehinderungen in den sogenannten „host communities“. Der Partner „Al Hussein Society (AHS)“ verteilt orthopädische Hilfsmittel und bietet eine physiotherapeutische Betreuung an. Bei Bedarf werden auch Prothesen angefertigt und den Begünstigten kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Projekt wird in den Städten Ramtha, Karak, Maan und der Hauptstadt Amman durchgeführt und kann dadurch syrische Flüchtlinge in allen Teilen des Landes erreichen. Die Laufzeit beträgt zunächst zwölf Monate, bei einem Budget von rund 65.000 Euro.

Kindernothilfe

Seit 2013 engagiert sich die Kindernothilfe gemeinsam mit dem Partner AMURT im Distrikt Chouf, südöstlich der libanesischen Hauptstadt Beirut für syrische Flüchtlingsfamilien. Rund 800 syrische Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren und ihre Angehörigen sowie Mädchen und Jungen aus bedürftigen libanesischen Familien unterstützt das Kinderhilfswerk hier. Für diese Arbeit hat die Kindernothilfe im vergangenen Jahr finanzielle Mittel in Höhe von 260.573 Euro eingesetzt.

Nachdem AMURT-Mitarbeiter 200 Flüchtlingskinder fanden, die nicht zur Schule gingen, eröffnete der Kindernothilfe-Partner in der Stadt Kfar Nabrakh nach Absprache mit den Behörden und anderen sozialen Organisationen das Kinderzentrum Al Mahaba (Große Liebe). Viele der Kinder mussten arbeiten, denn oft sind die Familien sehr arm oder die Mütter alleinerziehend und mit der Versorgung der Familie überfordert.

In der ersten Woche nach der Eröffnung kamen nur wenige Kinder ins Zentrum Al Mahaba doch im Laufe von nur drei Monaten stieg die durchschnittliche Besucherzahl auf 140 pro Tag. Im Kinderzentrum können die Kinder spielen, lernen, malen, tanzen und singen – und so einfach wieder Kind sein. Auf dem großen Sportplatz hinter dem Zentrum findet jede Woche ein Fußballturnier statt. Im Januar 2015 startete ein Alphabetisierungs-Programm für die Kinder. Ziel ist es, die Kinder auf den libanesischen Schulunterricht vorzubereiten und möglichst rasch in das Schulsystem zu integrieren.

Allein Ende 2014 finanzierte die Kindernothilfe Schulgebühren von 355 Kindern sowie ihre Hin- und Rücktransporte. Besonders bedürftige Kinder erhielten Schuluniformen und Unterrichtsmaterial. Darüber hinaus halfen die AMURT-Mitarbeiter bei der Beantragung von Flüchtlingspapieren oder der Anmeldung in der Schule. Neben der psychologischen Hilfe für 200 Kinder erhielten weitere 48 Kinder in den vergangenen Monaten eine individuelle psychologische Betreuung. Wegen der großen Nachfrage nach Traumatherapie wurde eine zusätzliche Psychologin eingestellt. Die Kindernothilfe konnte außerdem zwei weitere Schulen mit Möbeln und Whiteboards ausstatten. Darüber hinaus finanziert das Bündnis-Mitglied auch die Reparatur von Heizungen, sanitären Anlagen und der Dächer.

Vor dem Wintereinbruch verteilte die Kindernothilfe-Partnerorganisation Winterkleidung und Schuhe an alle Kinder der Schule.

medico international

Auch das Bündnis-Mitglied medico international engagiert sich für die syrischen, kurdischen und irakischen Flüchtlingen in Not und steht ihnen zur Seite. Mit der Hilfe und im Libanon leistete medico einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit sowie zur medizinischen Versorgung der Betroffenen.

Im Winter gelten die Anstrengungen vorrangig der Ausstattung der Menschen für die kalte Jahreszeit, denn nicht alle sind in Unterkünften untergebracht, die den Temperaturen und weiteren Anforderungen dieser kühlen Monate gewachsen sind. Die Partner vor Ort verteilen unter anderem Decken, Nahrungsmittel und weitere überlebenswichtige Güter.
 
In Kobane hat medico von Anfang an die Bevölkerung mit medizinischer und humanitärer Nothilfe unterstützt. Heute ist die Stadt von der Terrormiliz befreit. Nach vier Monaten Häuserkampf konnten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und die Peschmerga den IS aus der Stadt vertreiben. Der Preis war hoch: Hunderte Kämpfer und Kämpferinnen sowie Zivilisten und Zivilistinnen kamen zu Tode. Außerdem wurden 80 Prozent der Stadt zerstört, das Gesundheitssystem vor Ort ist kollabiert. „Bevor unsere Stadt angegriffen wurde, gab es drei Krankenhäuser in der Stadt. Der IS beschoss gezielt die medizinischen Einrichtungen, um unsere Verteidigungskraft zu schwächen und die Bevölkerung zu zermürben“, sagt Dr. Nassan Ahmed, Gesundheitsminister der Kantonsverwaltung Kobane. In einem der Krankenhäuser befand sich auch eine von medico unterstützte Blutbank, die mit zerstört wurde.

Die Notversorgung der Verwundeten und Kranken erfolgt derzeit in zwei Kellerkliniken mit einfachsten Geräten. Die ersten Flüchtlinge wagen sich bereits zurück in die Stadt, doch noch ist die Gefahr nicht vorüber. Viele Häuser und Straßen wurden von den IS-Kämpfern mit Blindgängern und Sprengfallen hinterlassen. Diese müssen schnellstmöglich gefunden und beseitigt werden. Eine weitere Gefahr geht von den Leichen auf den Straßen aus, die im schlimmsten Falle zu einer Seuche führen könnten.
 
Aktuell unterstützt medico international die Stadt Kobane und die Bevölkerung beim Wiederaufbau. Priorität hat der Aufbau eines neuen Gesundheitssystems, um eine Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen. Es ist unklar, wann in Kobane wieder Normalität eintreten wird, doch die Befreiung hat die Hoffnung der Menschen wiedererweckt.
 
Die Nothilfe in Syrien steht derzeit massiven Herausforderungen gegenüber. Die politische Lage spiegelt sich direkt in der Projektarbeit wider und auch die Sicherheit der zivilgesellschaftlichen Partner ist zunehmend gefährdet. Gleichzeitig nimmt die Not der Flüchtlinge und Bevölkerung in den Nachbarländern zu.

Misereor

Seit 2012 stellte Misereor für Projekte im Irak, Libanon, in Jordanien und Syrien finanzielle Mittel in Höhe von 5,3 Millionen Euro bereit. Weitere 370.000 Euro sind aktuell im Bewilligungsverfahren.

Von den etwa 2,1 Millionen vor den IS-Milizen geflohenen Irakerinnen und Irakern suchte rund die Hälfte Zuflucht in Kurdistan-Irak. Mit schneller finanzieller Unterstützung von Misereor konnten die Partnerorganisationen zeitnah dringend benötigte Hilfsgüter (Nahrungsmittel, Medikamente, Decken, Hygieneartikel) auf dem lokalen Markt beschaffen und diese an die Notleidenden verteilen.

Die ins Sinjar-Gebirge geflüchteten Jesiden wurden mit Hilfe von den Misereor-Partnern Capni (Christian Aid Program Northern Irak) und „Jiyan Foundation for Human Rights“ zunächst aus der Luft, seit Ende 2014 auch wieder mit Hilfslieferungen über einen befreiten Korridor auf dem Landweg versorgt. Darüber hinaus leistet die „Jiyan Foundation“ in acht Zentren psychologische Hilfe und Begleitung für die teils schwer traumatisierten Menschen.

In Jordanien betreibt der Misereor-Partner „Caritas Jordanien“ verschiedene Flüchtlingszentren. Hier fanden seit März 2011 über 12.100 syrische Familien Zuflucht. Informelle Bildungsangebote helfen, die Kinder wieder in den formalen Unterricht zu integrieren. Neben der Förderung schulischer Kenntnisse geht es darum, den Kindern grundlegende Lebenskompetenzen zu vermitteln und ihnen einen Raum zu schaffen, in welchem sie ihre Erlebnisse verarbeiten können.

Der Libanon hat offiziell bisher 1,1 Millionen Syrienflüchtlinge aufgenommen. Bildungs- und Gesundheitsdienste sind völlig überlastet. Besonders die Flüchtlinge in der Bekaa-Ebene haben kaum Zugang zu Gesundheitsdiensten und können sich diese nicht leisten.

Bedürftige Kranke werden im „Tel Chiha“-Krankenhaus der griechisch-katholischen Erzdiözese Furzol, Zahle and the Bekaa medizinisch versorgt. Misereor finanzierte die zusätzliche Ausstattung der pädiatrischen Abteilung mit Betten und medizinischen Geräten, zum Beispiel zur Phototherapie von Neugeborenen mit Gelbsucht.

In der Bekaa-Ebene und im palästinensischen Flüchtlingslager Dbayyeh ermöglicht der Misereor-Partner „Pontifical Mission“ den syrischen Kindern und Jugendlichen Schulunterricht und eine Ausbildung. Das Angebot gilt auch für libanesische Kinder. Außerdem werden Kinder ebenso wie ihre Mütter bei Bedarf psychosozial betreut.

In vielen syrischen Städten, wie zum Beispiel in Homs, Aleppo und Damaskus, leiden die Menschen unter Gewalt, Arbeitslosigkeit, ständig steigenden Preisen, dem Mangel an Wohnraum und der fehlenden medizinischen Versorgung sowie dem häufigem Ausfall der Strom- und Wasserversorgung. Die maronitische Erzdiözese unterstützt hier arme Familien, hilfsbedürftige Alte und Kranke in Damaskus. Zur Deckung ihres Bedarfs erhalten sie Zuschüsse für Grundnahrungsmitteln, Heizmaterial und Medikamente.

Viele Schulen sind zerstört, der Unterricht ist nicht möglich. Daher bietet die Erzdiözese Aleppo Unterricht an ihren vier allgemeinbildenden Schulen und der Krankenpflegeschule an. Misereor vergibt außerdem Stipendien an christliche und muslimische Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können.

terre des hommes

In Jordanien und Nordkurdistan liegt der Schwerpunkt der Projektarbeit von terre des hommes auf der psychosozialen Versorgung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Ferner gibt es informelle Bildungsangebote für schulpflichtige Kinder und Jugendliche.

Insgesamt unterstützte das Bündnis-Mitglied bisher 6.500 Kinder und Jugendliche und 12.195 syrische Flüchtlinge in Jordanien; hinzu kommen 3.266 Kinder in Nordkurdistan. Bisher wurden vier Projekte mit einem Gesamtvolumen von 584.346 Euro im Irak und 96.555 Euro in Jordanien finanziert. Die Gelder hierfür stammen aus Mitteln des Bündnis Entwicklung Hilft, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie aus Spenden an terre des hommes.

In den Kinderschutzzentren erhalten die Kinder täglich psychosoziale Lern- und Freizeitangebote. Auch Einzelbetreuung gehört bei Bedarf dazu, ebenso wie die Vermittlung von Spezialisten. Durch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Flüchtlingen und intern Vertriebenen leistet terre des hommes einen wichtigen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt und die Integration.

Darüber hinaus fördert terre des hommes zusätzlich mit mobilen Einheiten Unterricht für verschiedene Altersgruppen – in kurdischer, arabischer und englischer Sprache. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen auf die Integration in das öffentliche Schulsystem vorzubereiten. In Zusammenarbeit mit dem kurdischen Bildungsministerium wurde das Curriculum dem kurdischen Schulwesen angepasst.

Alle Aktivitäten werden von lokalem Fachpersonal durchführt, das in den Bereichen Kinderschutz, Kinderrechte und psychosoziale Betreuung ausgebildet wurde. Durch dieses gezielte Training wird sichergestellt, dass die Kinder vor Missbrauch geschützt sind und altersgerechte Angebote erhalten.

Da es besonders in den Flüchtlings- und informellen Camps an Winterausstattung fehlt, verteilte terre des hommes bei einer gemeinsamen Aktion mit dem Bekleidungsunternehmen C&A Winterjacken und Winterstiefel an 1.400 Jungen und Mädchen im Nordirak.

terre des homme plant weitere Projekte im Irak und Jordanien zur vornehmlich psychosozialen Hilfe für syrische Flüchtlinge - gemeinsam mit Schwesterorganisationen in der Schweiz und Italien.

Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe engagiert sich seit Ende 2012 für die Flüchtlinge und Binnenvertriebenen in der Region. Die finanziellen Mittel stammen aus privaten Spenden der deutschen Bevölkerung sowie aus Fördermitteln der Bundesregierung und der EU. Der Schwerpunkt der Projekte liegt in der Versorgung mit existenziellen Hilfsmitteln des täglichen Bedarfs. Das Bündnis-Mitglied hilft mit seinen Partnern zudem bei der Einrichtung provisorischer Schulen und der Wiederaufnahme des Schulbetriebs.

In Syrien ist die Welthungerhilfe in Halab (Aleppo) und Idlib aktiv. Gemeinsam mit dem Alliance2015-Partner „People in Need“ (PIN) unterstützt sie seit dem Winter 2012/2013 die Bewohner und Binnenflüchtlinge in Aleppo mit monatlichen Nahrungsmittelpaketen und Decken, Heizmaterial für Öfen und weiteren Hilfsgütern zur Ausstattung für den Winter. Bis Ende September 2014 konnten im Umland von Aleppo und Idlib mehr als 34.000 Familien mit Lebensmittelpaketen versorgt werden. Seit Juli fördert die Welthungerhilfe außerdem zwölf provisorische Schulen in Aleppo. Hier werden rund 4.000 Kinder unterrichtet und psychosozial betreut.

Im Südosten der Türkei unterstützte die Welthungerhilfe bis Ende September 2014 30.000 syrische Flüchtlinge mit Winterhilfepaketen und Nahrungsmitteln. Weitere 4.400 Familien sollen über einen Zeitraum von sechs Monaten finanziell unterstützt werden, damit sie ihre Bedürfnisse selbstbestimmt und eigenständig erfüllen können.

Um die Grundversorgung von 55.000 Personen mit Brot zu gewährleisten, beliefert die Welthungerhilfe ausgewählte Bäckereien mit Mehl und Getreide. Als Reaktion auf die steigenden Flüchtlingsströme in der Region um die Stadt Manij erhielten weitere 8.500 besonders bedürftige Familien Nahrungsmittelpakete.

Seit Oktober 2014 wurde ein neues Projekt zur Lebensmittel- und Winterhilfe für bedürftige Bürgerkriegsopfer in Nordsyrien und der Türkei begonnen. Die Verteilung von Nahrungsmittelpakten, Mehllieferungen für kostenlose Brotrationen sowie als Pilotmaßnahme die Verteilung von Pflanzsets für Küchengärten stehen hier im Mittelpunkt.

Mit ihren Aktivitäten im Nordirak leistete die Welthungerhilfe einen wichtigen Beitrag zur Überlebenssicherung für circa 68.000 Personen. Allein im September 2014 wurden an 13.600 besonders bedürftige Haushalte in Dohuk und Erbil Nahrungsmittelpakete verteilt. In der Türkei und im Nordirak arbeitet das Bündnis-Mitglied eng mit mit den lokalen Behörden, den Sozialämtern und dem Roten Halbmond zusammen. Die Empfänger der Hilfsmaßnahmen sind entweder Binnenflüchtlinge oder aufnehmende Gastfamilien.

Mit der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes verteilt die Welthungerhilfe Winterhilfepakete an 20.000 Familien in Kurdistan-Irak, 4.000 in Syrien und 10.000 in der Türkei. Zusätzlich wurden im Nordirak und in der Türkei insgesamt 1.000 Familien mit Zelten, Öfen und Heizmaterial ausgestattet.