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Nepal: Ein Jahr nach dem Beben

Foto: terre des hommes

Am 25. April 2015 bebte die Erde Nepals mit einer Stärke von 7,8. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Auch in Nordindien, China, Tibet und Bangladesch waren die Erschütterungen zu spüren. Zusammen mit dem zweiten Beben der Stärke 7,1 am 12. Mai 2015 richtete es verheerende Schäden an. 8.700 Tote und rund 17.000 Verletzte wurden in Nepal verzeichnet.

Nepal, der Binnenstaat zwischen Indien und China, gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Ländern der Welt. Als eine der zwanzig global ärmsten Nati-onen stellen in Nepal Katastrophen ein großes Gefahrenpotenzial für Menschen, Tiere und die Wirtschaft dar. Auch sind Hilfsmaßnahmen bei Katastrophen im Land sehr schwierig, da viele Dörfer abgelegen und sehr hoch liegen und so nur durch Fußmärsche zu erreichen sind.

Die sieben Bündnis-Mitglieder engagieren sich bereits seit langer Zeit in Nepal. Sie konnten nach dem Erdbeben sofort mit der Nothilfe beginnen und sind mit Hilfe lokaler Partner-Organisationen weiter vor Ort. Rund 6,3 Millionen Euro Spendengelder hat das Bündnis Entwicklung Hilft für die Hilfe unter dem Stichwort „Erdbeben Nepal“ erhalten – auch dank der Hinweise in der ARD.

70% der rund 26,5 Millionen Einwohner Nepals waren direkt von den Erdbeben betroffen und mehr als 8 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 501.000 Häuser wurden infolge der Beben komplett zerstört und 296.000 beschädigt. Auch hatten über eine Million der Einwohner keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser, rund eine halbe Million Kinder und 200.000 schwangere oder stillende Frauen waren von Unterernährung betroffen. Die Hilfsmaßnahmen gestalteten sich als besonders schwierig, da die sowieso schon bedürftige Infrastruktur im Land teils komplett zerstört war.

Ein Jahr nach den Erdbeben sind lebensnotwendige Hilfsgüter wie Decken, Zelte, Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel verteilt worden. Jedoch sind noch viele Schulgebäude, Krankenstationen und Häuser nur provisorisch errichtet. Der Wiederaufbau schreitet weiter voran, doch die Menschen und Organisationen vor Ort stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen: Nach den Erdbeben setzte der Monsun ein, der viele Bergstraßen unpassierbar machte. Ende 2015 bis Anfang 2016 gab es eine schwere Benzinkrise, da Indien und die Bevölkerung in den, an Indien grenzenden Regionen mit der neuen Verfassung in Nepal nicht einverstanden sind. Sie behinderten wichtige Importe und Transporte, was wiederum die Verteilung von Gütern und die Erreichbarkeit der Menschen in den entlegenen Bergregionen erschwerte. Nach wie vor sind wichtige Versorgungsgüter wie Propangas nicht in ausreichendem Maße zugänglich, wodurch die Lage weiterhin angespannt ist und eine erneute Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen werden kann.

Besonders Kinder haben unter den Folgen des Erdbebens zu leiden. In den Bergregionen leben viele Nepalesen immer noch in Notunterkünften und haben oftmals keinen strukturierten Alltag. Negative Bewältigungsstrategien wie Gewalt gegen Kinder und Zwangsheirat nehmen aufgrund der aktuellen Situation zu und bringen sie zunehmend in Gefahr. Da vielerorts die Schulen noch nicht wieder aufgebaut sind, sind viele Kinder ohne Aufsicht. Auch haben die Menschen in Nepal die Erdbeben oft psychisch noch nicht verarbeitet und vor allem Kinder sind noch immer verängstigt und nervös. 

Den Rechenschaftsbericht "Nepal: Ein Jahr nach dem Beben" finden Sie hier.