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Jetzt spenden und helfen

Das Bündnis Entwicklung Hilft gibt Rechenschaft

Den Herausforderungen erfolgreich begegnen

„Tausende Menschen sind auf den Straßen, sitzen auf dem Boden, singen, beten. Es gibt kein Licht, keinen Strom und keine Telefonverbindung.“ Haiti, 12. Januar 2010. Um 16.53 Ortszeit hatte dort die Erde gebebt. Die verheerenden Folgen: Bis zu 250.000 Menschen starben laut UN-Angaben in den Trümmern, etwa 2 Millionen wurden obdachlos, mehr als 1,5 Millionen strandeten in Flüchtlingslagern. Tausende Gebäude stürzten wie Kartenhäuser in sich zusammen, weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince wurden komplett zerstört. Haiti, ein Land im Ausnahmezustand.

Die Spendenbereitschaft für die Menschen in Haiti nach dem Erdbeben war enorm. 20,98 Millionen Euro hat allein das Bündnis Entwicklung Hilft bislang für Haiti erhalten, ein Großteil davon ist der Medienkooperation mit der ARD zu verdanken. Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, die häufig schon seit Jahrzehnten besteht, konnten die Bündnis-Mitglieder sehr zügig Soforthilfe-Maßnahmen starten, zum Beispiel basismedizinische Versorgung leisten und lebenswichtige Hilfsgüter, Nahrungsmittel, Decken, Zelte und Planen verteilen.

Sinnvolle Hilfe braucht Zeit

Schon vor dem Beben waren die Lebensbedingungen in Haiti alles andere als rosig: die Wirtschaft schwach, die Ernährungslage unsicher, die politische Lage instabil. Zudem ist das Risiko, dass das Land Opfer einer Naturkatastrophe wird, sehr hoch – wie der WeltRisikoIndex des Bündnis Entwicklung Hilft zeigt. Die haitianischen Behörden waren mit der Bewältigung der Erdbeben-Katastrophe heillos überfordert. Deshalb bestand neben der akuten Soforthilfe die drängendste Aufgabe darin, das Ausmaß der Schäden zu identifizieren, um möglichst gezielt und effizient handeln zu können.
Alle im Bündnis Entwicklung Hilft zusammengeschlossenen Organisationen verfolgen bei ihrer Arbeit einen nachhaltigen Ansatz, der akute humanitäre Hilfe mit Entwicklungsarbeit verbindet und auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen setzt.

„Nothilfe, Vorsorge und langfristige Entwicklung müssen immer zusammen gedacht werden und ineinander verzahnt sein“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. „Nur so sind die Menschen besser für künftige Krisen gerüstet und können die Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen.“

Erklärtes Ziel aller Bündnis-Mitglieder ist es, selbsttragende zivilgesellschaftliche Strukturen in Haiti zu stärken bzw. mit aufzubauen. Dafür ist es wichtig, dass sich die Hilfsmaßnahmen am tatsächlichen Bedarf im Land orientieren und die Bedürfnisse der Zielgruppen in den Vordergrund gestellt werden. „Die Erfahrungen nach dem Tsunami 2004 haben gezeigt, dass zwischen Nothilfe- und Rehabilitationsphase möglichst eine Analysephase stehen sollte“, erklärt Mucke. Damit könne planloser Aktionismus, wie er nach großen Katastrophen leider häufig zu beobachten sei, vermieden werden. Der Bündnis-Geschäftsführer ist überzeugt: „Zuhören ist eines der wichtigsten Prinzipien, um neue Prozesse zu verstehen und zusammen mit den Partnern zu fördern. Sinnvolle Hilfe braucht Zeit.“

Zum vollständigen Rechenschaftsbericht Haiti, der drei Jahre nach dem Beben erstellt wurde.