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Hilfe in mehr als 18 Ländern weltweit

Erste Bilanz zur "Hilfe für Flüchtlinge"

Foto: Felix Volkmar

Fast 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Viele bleiben innerhalb des eigenen Landes oder fliehen in die Nachbarländer der Krisenregionen. Aber sie alle sind auf Hilfe angewiesen. Doch auch die Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer benötigen Unterstützung, um eine menschenwürdige Versorgung der Geflüchteten zu gewährleisten.

Die sieben Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft sind weltweit aktiv und leisten mit ihren Partnern vor Ort akute und langfristige Hilfe. In mehr als 18  
Ländern unterstützen sie aktuell Menschen auf der Flucht.

Bisher konnte das Bündnis Entwicklung Hilft rund 3,4 Millionen Euro Spendengelder für die „Hilfe für Flüchtlinge“ einnehmen – auch dank der Spendenaufrufe in der ARD. Mithilfe dieser Gelder konnten bereits zahlreiche Projekte der Mitgliedsorganisationen realisiert werden, die zur Verbesserung der Situation und zur Versorgung flüchtender Menschen aber auch zur Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern beitragen.

So helfen die Bündnis-Mitglieder und deren Partner

Brot für die Welt

Brot für die Welt unterstützt im Libanon die Partnerorganisation Nashet. In dem Lager „Ain al Hilweh“ drängen sich auf 1,5 km² etwa 80.000 Menschen. Nashet bietet Kindern und Jugendlichen Zuflucht, hilft ihnen bei den Schularbeiten und unterstützt sie dabei, ihre Talente zu entdecken und zu leben. Auch in einer Hochebene im Osten des Libanon konnte 500 Familien mit warmen Mahlzeiten geholfen werden.

In Jordanien erhalten syrische und irakische Flüchtlinge gemeinsam mit bedürftigen Menschen der Gastgemeinden Fortbildungen, z.B. zum Thema Hygiene oder zu Frauenrechten. Es konnten 2.000 syrische Flüchtlinge und Gastgeberhaushalte mit Winterkleidung und Decken versorgt werden. Die Kinder werden in Schulen integriert.

An der griechisch-mazedonischen Grenze wurden 22.000 Regencapes an besonders bedürftige Flüchtlinge verteilt. Auf der Insel Chios in Griechenland wurden an Flüchtende 1.000 Zelte und 2.500 Winterschlafsäcke verteilt. In Serbien wurde warme Kleidung für 1.000 Kinder sowie Windeln und Nahrung für 1.600 Babys verteilt. Insgesamt wurden in Serbien 14.000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt und 70 Tonnen Brennholz verteilt.

Im irakischen Teil Kurdistans wurden 500 Familien mit Decken, Kleidung, Heizgeräten und Brennstoff für die kalte Jahreszeit ausgestattet.


Christoffel-Blindenmission (CBM)

Die Arbeit der CBM setzt vor allem in Nachbarländern von Krisenregionen an. Ein Fokus liegt dabei auf Flüchtende mit Behinderung.

Bereits seit Ende 2012 unterstützt die CBM syrische Flüchtlinge in Jordanien. Im Januar 2015 startete ein Projekt zusammen mit dem Partner Al Hussein Society (AHS). Flüchtlingskinder mit Körperbehinderungen erhalten orthopädische Hilfsmittel wie Rollstühle, Prothesen und Krücken und werden physiotherapeutisch betreut.

Mit dem International Rescue Committee (IRC) sichert die CBM seit 2012 die augenmedizinische Versorgung im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. Seither konnten die augenmedizinischen Dienste ausgebaut und die Qualität durch Bereitstellung notwendiger Geräte verbessert werden. In Zukunft kann die Arbeit auch auf das Flüchtlingslager Kakuma im Westen Kenias ausgeweitet werden.

Im Niger, in der Region Diffa, beginnt ab November 2015 ein einjähriges Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen mit Behinderungen. Gemeinsam mit zwei lokalen Partnern werden über 1.000 Flüchtlinge psychologisch und medizinisch unterstützt. 300 Familien erhalten Hilfe bei der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse.


Kindernothilfe

Die Kindernothilfe hat mit ihrem Partner AMURT im libanesischem Kafr Nabrakh ein gemeindebasiertes Kinderschutzzentrum aufgebaut. Im Drei-Monats-Turnus werden hier je 120 Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet; spezielle Angebote gibt es für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Eine Psychologin begleitet die Kinder durch Spiel-, Mal- und Gesprächstherapie bei der Traumabewältigung. Der Projektpartner AMURT sorgt dafür, dass die Kinder anschließend auf Schulen gehen und bezahlt notwendiges Material. Die Schulen sind oft weit entfernt von den Wohnorten, deshalb werden Schulbusse für den Transport von 500 Mädchen und Jungen organisiert. Schläge sind an libanesischen Schulen ein Erziehungsinstrument – durch die Arbeit mit Lehrern konnte hier ein Rückgang von Gewalt und verbalen Beschimpfungen erreicht werden.


medico international

In Flüchtlingslagern in Syrien, im Irak, Libanon und im Bereich der Westsahara leisten medico-Partner Überlebenshilfe mit Nahrungsmitteln und Basisgesundheitsversorgung. In Westafrika werden Selbstorganisationen von Abgeschobenen, in Mittelamerika Migrantenherbergen in Mexico unterstützt und in Ägypten und Israel die medizinische Versorgung von Flüchtlingen gewährleistet.

Angesichts der Flüchtlingskrise hat medico auch sein Engagement in Europa verstärkt. In Griechenland und in der Türkei stehen Teams besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen zur Seite, intervenieren gegen illegale Haft und Abschiebepraktiken und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen. Auch das „Watch the Med Alarmphone“, das seit Oktober 2014 Notrufe von Flüchtlingen in Seenot entgegennimmt, wird von medico gefördert.

Weiterhin finanziert die Bündnis-Organisation den Moving Europe-Bus, der Flüchtlinge entlang der Balkanroute mit Strom, Internet, Infoformationen und notwendigen Gebrauchsgegenständen versorgt. medico unterstützt auch den Druck und die Verteilung von Broschüren, die Informationen und Kontakte in wichtigen Transit- und Zielländern enthalten.

Um traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland zu helfen, fördert medico eine Stelle der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer. Zugleich unterstützt medico eine Kampagne der Medibüros und Medinetze zur medizinischen Versorgung von Asylsuchenden.


Misereor

Im türkischen Batman, im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien und dem Nordirak finanziert Misereor ein Projekt für Menschen auf der Flucht vor dem Islamischen Staat (IS). Tausende flohen wegen des Vormarsches der IS-Milizen in die nahe Türkei. Angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen stellt man sich auf weitere Flüchtlinge ein. Der Misereor-Partner Christian Aid Program North Iraq (CAPNI) versorgt Schutzsuchende mit wichtigen Hilfsgütern, Lebensmitteln, Decken und warmer Kleidung.

Marokko hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Der Misereor-Partner Caritas Maroc arbeitet in drei Zentren in Casablanca, Rabat und Tanger in den Bereichen Basisgesundheit, soziale Belange, psychosoziale Betreuung und Bildung.
 
Auch in Europa ist Misereor aktiv. Der Projektpartner Jesuit Refugee Service (JRS) leistet in Süditalien und auf der Balkanroute Soforthilfe. Zu den Maßnahmen zählen die Verteilung von Hilfsgütern sowie die Bereitstellung von vorübergehenden Notunterkünften. Außerdem steht die dringend benötigte medizinische Erstversorgung im Fokus. In München wird der Jesuiten-Flüchtlingsdienst die soziale Beratung von Flüchtlingen in einer Gemeinschaftsunterkunft übernehmen.
terre des hommes

Das Bündnis-Mitglied unterstützt u.a. zahlreiche Projekte in Deutschland. In Berlin koordiniert der geförderte Flüchtlingsrat ehrenamtliche Helfer und setzt sich für ein schnelles Bleiberecht für Kinder ein. Der Verein Xenion bietet Hilfe und Traumatherapie für flüchtende Kinder

In Hamburg und Osnabrück bieten die Projektpartner „Wohnschiffprojekt Altona e.V.“ und „Exil e.V. Osnabrück“ Spiel- und Lernmöglichkeiten für Kinder in Sammelunterkünften. In Thüringen baut das Projekt Refugio einen Sozialdienst für minderjährige Flüchtlinge auf.

Durch die Unterstützung des AK Asyl wird schulische und soziale Integration von Minderjährigen im bayerischen Weiden gefördert und über den Kinder- und Kulturkreis Oberhausen ein ähnliches Projekt in Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit bietet der Dachverband der psychosozialen Zentren in Deutschland
Traumabehandlung und psychosoziale Versorgung für Flüchtlingskinder.

International liegt der Fokus auf Etablierung und Förderung von Kinderschutzmechanismen und dem Schaffen sicherer Räume für Flüchtlingskinder. Im Nordirak werden dabei 3.000 Kinder und 2.000 Familien in Flüchtlingscamps und aufnehmende Gemeinden unterstützt. Neben Einführung entsprechender Schutzmechanismen werden u.a. Erzieherinnen in Kinder-Traumatherapie ausgebildet. In der Grenzregion Türkei-Syrien bietet die Organisation psychosoziale Betreuungsangebote für Kinder und ihre Familien sowie Schulungen für lokale NGOs im institutionellen Kindesschutz an.


Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe fokussiert ihre Unterstützung vor allem auf Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien. Rund um die Stadt Azaz im Norden Syriens leben Tausende von Familien, die vor den Kämpfen der letzten Monate geflohen sind. Im Winter wird es in der Region nass und kalt mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Menschen leben nahezu ungeschützt vor den Temperaturen in Zelten oder Containern. Das Bündnis-Mitglied hilft knapp 5.000 Familien, ihre Unterkünfte für den Winter zu heizen. Dafür werden Öfen und Kanister für Diesel in der Türkei gekauft und dann über die syrische Grenze nach Azaz gefahren. Die Verteilung der Hilfsgüter in den Flüchtlingslagern übernimmt ein einheimischer Partner.