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UPDATE_Hilfsmaßnahmen nach den Katastrophen in Südostasien laufen auf Hochtouren
Bündnisorganisationen auf den Philippinen und in Indonesien im Einsatz
Berlin, 5. November 2009 – Fünf Wochen nach den verheerenden Natur-Katastrophen in Südostasien laufen die Maßnahmen zur Not- und Wiederaufbauhilfe weiterhin auf Hochtouren. Im Folgenden wird die Arbeit der fünf Hilfswerke im Bündnis Entwicklung Hilft in Indonesien und auf den Philippinen beschrieben.
Philippinen: medico international
Der lokale medico-Projektpartner Samahang Operasyong Sagip (SOS) hat unmittelbar nach Taifun „Ketsana“ damit begonnen, Nahrungsmittel, Decken und Plastikplanen an bedürftige Familien in den am schlimmsten betroffenen Armutsgebieten im Großraum Manila und den Provinzen Bulacan, Pangasinan und Benguet zu verteilen. Bei seinen Maßnahmen legt SOS großen Wert auf die partizipative Beteiligung der Betroffenen. Das umfasst die Sammlung von Daten, die Erstellung lokaler Bedürfnisanalysen, die Auswahl der Begünstigten sowie das Planen und Verteilen der Hilfsgüter.
Durch verschmutztes Wasser sind unter den Taifun-Betroffenen Krankheiten wie Dengue, Leptospirosis und Durchfall aufgetreten. Auch Erkrankungen der oberen Atemwege, Asthma und Bluthochdruck nehmen zu. Besonders bei Kindern wurde vielfach ein post-traumatisches Stress Syndrom (PTSD) diagnostiziert. medico international unterstützt deshalb vier Einsätze zur medizinischen und psychosozialen Betreuung in Nord-, Zentral- und Südluzon sowie der Region um die Hauptstadt Manila. Mindestens 500 Patienten sollen dort jeweils versorgt werden.
Nothilfeteams suchen die betroffenen Familien in ihren Unterkünften auf und verschaffen sich einen Überblick über die Krankheiten und die vorrangig zu behandelnden Patienten. Die psychosoziale Betreuung der PTSD-Patienten ist in diese Arbeit integriert. SOS wird die vier Missionen mit Medikamenten ausstatten. Jedes Nothilfeteam besteht aus ca. 15 Personen, darunter Ärzte, Krankenschwestern, Pharmazeuten, Psychologen, Medizinstudenten und freiwillige Helfer. Parallel führen diese Teams Präventionskampagnen durch, mit denen sie über die durch Überschwemmungen hervorgerufenen Krankheiten informieren.
Philippinen: „Brot für die Welt“
Gleich in den ersten Tagen nach dem Wirbelsturm „Ketsana“ versorgte „Brot für die Welt“ in den Slums von Manila 2.000 Familien mit Nahrungsmitteln. 400 Haushalte mit Babies und Kleinkindern bekamen zusätzlich Windeln und Babynahrung. Die nächste Aufgabe ist die Verteilung von dringend benötigten Hilfsgütern an betroffene Familien in Quezon City, die in den Unwettern auch die einfachsten Haushalts-Gegenstände eingebüßt haben.
Besonders gebraucht werden Hygiene-Pakete für werdende Mütter – mit Waschlappen und Handtüchern, Seife und Reinigungsmitteln, Unterwäsche und Badeslippern. 200 Schwangere wurden bereits versorgt, weitere 440 Pakete werden noch verteilt. Die Frauen haben auch die Möglichkeit, sich bei Beschwerden ambulant medizinisch untersuchen zu lassen. Eine wichtige Leistung. Denn momentan stehen keine geregelten Gesundheitsdienste zur Verfügung.
Indonesien: MISEREOR
Der MISEREOR-Partner CAPPA verteilt Reis, Öl und Trinkwasser an die Opfer in den vom Erdbeben betroffenen Regionen West-Sumatra und Jambi. Dank der Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen ist CAPPA inzischen auch in abgelegene Dörfer vorgedrungen und hat dort Nahrungsmittel, Zelte, Decken und Medikamente verteilt. In einem Kinderzentrum betreut CAPPA traumatisierte Kinder.
CAPPA organisiert lokale Treffen, bei denen geplant wird, wie der Wiederaufbau von Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden und Straßen vorangetrieben werden kann. In verschiedenen Städten und Dörfern sollen nun lokale Eingreifteams aufgebaut werden, die künftig im Katastrophenfall schnell reagieren können.
Indonesien: Welthungerhilfe
Wichtigste Aufgabe der Welthungerhilfe-Mitarbeiter, die seit dem 2. Oktober in Padang vor Ort sind, war zunächst die Ermittlung des Hilfsbedarfs. Die Erhebungen in Zusammenarbeit mit der lokalen Partner-Organisation WALHI – Friends of the Earth Indonesia und Partnern in den Distrikten Padang Pariaman und Agam ergaben: Die Partner werden in den betroffenen ländlichen Gebieten vorrangig den Wiederaufbau der zerstörten Wohnhäuser und Unterkünfte unterstützen.
Nach Angaben des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (ICRC) und des Französischen Roten Kreuzes fehlen dafür noch zehntausende Werkzeug-Sets für die betroffene Bevölkerung. Die Welthungerhilfe verteilt daher 7.000 Werkzeug-Sets zum schnellen Wiederaufbau an die lokale Bevölkerung. Ein solches Set umfasst eine Schaufel, eine Rolle Draht, eine Säge, einen Hammer, eine Machete, zwei Kilogramm Nägel, einen Eimer, einen Meisel und drei paar Arbeitshandschuhe. Außerdem werden 1.400 Spezial-Werkzeug-Sets an jeweils fünf Familien gemeinsam verteilt – bestehend aus Schubkarre, Vorschlaghammer, Brecheisen, Metallsäge mit Ersatzblättern, Blechschere, Spitzhacke und 30 Metern Nylonseil.
Indonesien: terre des hommes
Nach der Verteilung erster Hilfsgüter wie Decken, Hygieneartikel und spezielle Nahrungsmittel für unter fünfjährige Kinder und deren Mütter konzentrieren sich die terre des hommes-Partner nun auf die medizinische Versorgung. Derzeit versorgen das errichtete Feldhospital und eine mobile Klinik mehr als 150 Patienten am Tag. Die Patienten bekommen zudem Essen aus einer dem Feldhospital angeschlossenen Küche.
Die terre des hommes-Projektpartner vor Ort haben bereits alle Medikamente verteilt, die die Weltgesundheitsorganisation WHO und die „Indonesian Doctors Alliance“ zur Verfügung gestellt hatten. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage werden weiterhin zusätzliche Medikamente benötigt.
Derzeit plant terre des hommes Aktivitäten zur psychosozialen Betreuung – zusammen mit den terre des hommes-Sektionen aus Italien, den Niederlanden und der Schweiz.
Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Pressekontakt:
Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Tel. 030 – 44 35 19 89
presse(at)entwicklung-hilft.de
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