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21.01.10 15:28

UPDATE_Bündnis Entwicklung Hilft: Hilfslieferungen kommen in Haiti an

Verteilung in Port-au-Prince und im Südwesten des Landes, Sicherheitslage weitgehend stabil


Berlin, 21. Januar 2010 – Nach dem Erdbeben in Haiti erreichen Hilfsgüter der Hilfswerke im Bündnis Entwicklung Hilft Port-au-Prince und weitere betroffene Städte. „Es kommt nach und nach mehr Struktur in das Chaos. Die so dringend benötigte Hilfe der internationalen Gemeinschaft kommt nun endlich zu den Menschen durch“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft.

Die Misereor-Partner in Port-au-Prince und in der Dominikanischen Republik haben sich reorganisiert. Die anfänglichen Kommunikationsprobleme durch die technischen Schwierigkeiten sind behoben. Gemeinsam mit dem Zentrum für angepasste Technologie „Ateliers Ecole Camp Perrin“ werden zurzeit Werkzeuge gekauft und an 100 Gruppen zu je zwölf Personen verteilt. Mit Hämmern, Meißeln, Schaufeln und Schubkarren ausgestattet, beteiligen sich die haitianischen Gruppen an den dringend gebotenen Bergungsarbeiten von Verschütteten und an der Beerdigung der Toten.

Die langjährigen dominikanischen Misereor-Partner Ciudad Alternativa und Centro Bono haben inzwischen drei LKWs nach Port-au-Prince gebracht – beladen mit festen Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygiene-Kits und Medikamenten. Die Hilfsgüter werden in sechs Verteilungszentren des Salesianer-Ordens verteilt. Gemeinsam mit einem weiteren Hilfstransport von Santo Domingo aus werden heute zwei Misereor-Mitarbeiter aus Deutschland in Port-au-Prince ankommen, darunter Marcello Waschl, Experte für erdbebensicheres Bauen.

Die Welthungerhilfe hat von Santo Domingo aus 40 Tonnen Nahrungsmittel – Reis, Bohnen, Speiseöl und Salz – nach Port-au-Prince gebracht. Die Lebensmittel wurden vor dem Transport in Pakete in Haushaltgrößen verpackt, um die Verteilung zu beschleunigen. Jedes Paket versorgt eine fünfköpfige Familie 15 Tage lang. Ein Teil der Ladung brachten die Welthungerhilfe-Mitarbeiter zu einem Kinderkrankenhaus und einem Kinderheim. Für heute ist eine große Verteilung in der Stadt geplant.    

Mit der Verteilung von Trinkwasser hat die Welthungerhilfe am Montag begonnen. An drei Standorten wurden am ersten Tag je 11.000 Liter Wasser verteilt. „Wir sind sehr erleichtert, dass das so gut angelaufen ist. Die Verteilung verläuft ruhig und geordnet", sagt Michael Kühn, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe. Die Wasserverteilungen werden nun täglich an vier Plätzen fortgesetzt.

Gemeinsam mit anderen dominikanischen Organisationen ist der medico-Partner Cosalup im Netzwerk „Haiti-Hilfe“ aktiv. Das Netzwerk umfasst gleichermaßen dominikanische wie internationale Organisationen und koordiniert seine Bemühungen mit dem Roten Kreuz und UN-Organisationen, um unnötige Dopplungen zu vermeiden und die Hilfe möglichst effektiv zu gestalten.

Cosalup hat zusammen mit der dominikanischen Ärztekammer eine Hilfskette aufgebaut, die in Haiti eine kontinuierliche Präsenz sicherstellt. Es wurden zwei medizinische Versorgungseinheiten in Port-Au-Prince eingerichtet. Die Teams können ihre Arbeit je nach Bedarf auf andere Regionen ausweiten oder verlegen. Das medizinische Personal wird alle vier Tage rotieren. Zusätzlich wird die Klinik in Jimani, unmittelbar an der haitianisch-dominikanischen Grenze unterstützt. Dort werden bereits hunderte Haitianer medizinisch versorgt.

Brot für die Welt/Diakonie Katastrophenhilfe hat gemeinsam mit Caritas ein Flugzeug mit Hilfsgütern aus dem belgischen Ostende nach Haiti geschickt. Die Maschine ist am Mittwoch in Port-au-Prince gelandet. An Bord waren acht Health-Kits, 20.000 Wasserkanister, 2.000 Decken, 31 Großraumzelte und Tabletten zur Wasserreinigung. Ein Health-Kit ist auf die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen über drei Monate ausgerichtet. Darunter sind zum Beispiel Medikamente gegen Infektionen.

Von Les Cayes im Südwesten Haitis aus versorgen Mitarbeitende der Schweizer Sektion von terre des hommes die Erdbebenopfer mit überlebenswichtigen Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und sauberem Trinkwasser. Im Krankenhaus von Les Cayes, in dem das terre des hommes-Team Hilfe leistet, können Verletzte inzwischen besser und schneller versorgt werden. Der Ablauf wurde neu organisiert. Es wurde eine Anlaufstelle für Verletzte eingerichtet, so dass im Krankenhaus selbst nur noch chirurgische Patienten und Notfälle aufgenommen werden.

Für alle anderen Verletzten hat terre des hommes Zelte zur Verfügung gestellt. Diese wurden in Zusammenarbeit mit einem UN-Team aus Uruguay auf dem Gelände einer benachbarten Privatklinik aufgebaut. Die ersten Verletzten, die versorgt werden müssen, aber keine Operation benötigen, wurden bereits aufgenommen.

Die Mitarbeiter der Bündnis-Hilfswerke vor Ort haben nicht den Eindruck, dass die Lage in Haiti von Gewalt gekennzeichnet ist. „Die Sicherheitslage ist erstaunlich ruhig, Plünderungen kommen nur sehr vereinzelt vor“, sagt Welthungerhilfe-Regionalkoordinator Kühn. „Die Menschen sind immer noch traumatisiert. Sie schildern das erlittene Leid erschreckend emotionslos. Trotzdem wollen die Haitianer mit anpacken und tun alles, um sich und andere aus dem Elend zu befreien. Doch ohne Hilfe von außen geht es nicht.“

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist beeindruckend hoch. Über zehn Millionen Euro sind inzwischen auf dem Konto des Bündnis Entwicklung Hilft eingegangen. „Wir sind sehr dankbar für die Großzügigkeit der deutschen Bevölkerung. Wir können wirklich jeden Euro sehr gut gebrauchen“, sagt Bündnis-Geschäftsführer Mucke.  

Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten. Für die Linderung der Not der Menschen in Haiti nach dem Erdbeben bittet das Bündnis Entwicklung Hilft die Bevölkerung um Spenden auf das

Spendenkonto 51 51
Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 370 205 00
Stichwort: Haiti

Zur Online-Spende    

Weitere Informationen:
brot-fuer-die-welt.de
medico.de
misereor.de
tdh.de
welthungerhilfe.de


Pressekontakt:
Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Tel. 0151 – 15 29 88 02
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