Bündnis Entwicklung Hilft http://www.entwicklung-hilft.de/ Hier gibt es aktuelle Informationen zum Bündnis Entwicklung Hilft de_DE Bündnis Entwicklung Hilft Wed, 22 Feb 2017 13:56:44 +0100 Wed, 22 Feb 2017 13:56:44 +0100 TYPO3 EXT:news news-765 Thu, 12 Jan 2017 15:38:11 +0100 Blick nach vorn http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/blick-nach-vorn.html Der designierte Präsident von Haiti, Jovenel Moïse, hat nach der Bestätigung seines Wahlsieges Anfang dieses Jahres versprochen, sich für die soziale Entwicklung und Frieden einzusetzen. Vertreter anderer politischer Parteien lud er zu gemeinsamen Gesprächen ein. Der 48-Jährige soll am 7. Februar in sein Amt eingeführt werden. Für die Prävention und den Wiederaufbau eines Landes nach Katastrophen spielt eine gute Regierungsführung eine entscheidende Rolle: Nach dem Erdbeben am 12. Januar 2010 erschwerten die instabilen politischen Verhältnisse die Entwicklungszusammenarbeit. Auch auf den Hurrikan „Matthew“ war Haiti kaum vorbereitet. Pläne der Regierung für Katastrophenfälle gab es bisher nicht. Kann Jovenel Moïse Haiti aus der Krise führen? Ein Kommentar von Louis Dorvilier, Welthungerhilfe.


Wissbegierig und ambitioniert: Viele Schüler in Haiti wünschen sich eine Perspektive.
Foto: Michael Müller/Welthungerhilfe

Die Wahlen am 20. November 2016 haben weitgehend friedlich stattgefunden. Das ist für das Land ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Bevölkerung will offenbar mit der Vergangenheit abschließen und blickt nun in die Zukunft. Dabei war der Zeitpunkt der Wahlen ungünstig. Der Großteil der Bevölkerung war damit beschäftigt, sich von den Schäden, die Hurrikan „Matthew“ angerichtet hatte, zu erholen. 

Die Ergebnisse der Wahlen widerlegen Spekulationen, nach denen der Interimspräsident Jocelerme Privert die Rückkehr der Lavalas-Partei an die Macht vorbereiten sollte. Privert, früherer Innenminister und einflussreiches Mitglied der Lavalas-Partei, kam durch eine undurchsichtige Vereinbarung, die er mit Michel Joseph Martelly getroffen hatte, an die Macht. 

Am 8. Dezember 2016 hatte die Übergangswahlkommission bereits die vorläufigen Ergebnisse der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bekannt gegeben. Nach diesen Ergebnissen führte die PHTK (Parti Haïtien Tèt Kale) klar vor den traditionellen politischen Parteien. Jovenel Moïse bekam mit fast 56 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. 

Durch die Wahl eines jungen Agrarunternehmers hat die haitianische Bevölkerung deutlich gemacht, dass sie die Hoffnung nicht aufgegeben hat. Dass sie daran glaubt, dass Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Bildung erfüllt werden können, wie die PHTK es versprochen hat. Dieses Wahlergebnis zeigt auch, dass die meisten Haitianer Gewalt bei Wahlen ablehnen und einer anderen Politikergeneration nun die Chance einräumen möchten, ein neues Kapitel zu beginnen. 

Die gewählten Vertreter sollten nun die Möglichkeit bekommen, auch wirklich souverän regieren zu können. Durch eine vernünftige makroökonomische Politik und soziale Maßnahmen müssen sie beweisen, dass sie fähig sind, die Wirtschaft zu stabilisieren, den Tourismus und die Landwirtschaft anzukurbeln und Jobs zu schaffen. Gelingt es Jovenel Moïse, seine Wahlversprechen einzuhalten, könnte das tatsächlich ein Neuanfang sein. Wenn nicht, wird das Unheil der Verschleuderung von Vermögen weiter seinen Lauf nehmen. 

Louis Dorvilier ist gebürtiger Haitianer. Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Landesdirektor der Welthungerhilfe in der Demokratischen Republik Kongo.

Wähler in Haiti entscheiden nach Angaben des Auswärtigen Amts eher personenbezogen. Parteiprogramme beachten sie weniger. Die wichtigsten Parteien sind die PHTK und die Fanmi Lavalas. Nach den Wahlen im November 2016 gingen Anhänger der Partei Fanmi Lavalas, die der Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide gegründet hatte, auf die Straße und verlangten die sofortige Veröffentlichung der Wahlergebnisse. Die Demonstranten zündeten in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince Reifen an. Die Polizei feuerte Tränengas ab. Haiti leidet schon lange unter einer politischen Dauerkrise. Die Wahl im Jahr 2015, bei der Jovenel Moïse auch schon die meisten Stimmen geholt hatte, war wegen Manipulationsvorwürfen annulliert worden. Die Europäische Union und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hielten die Abstimmung damals allerdings für grundsätzlich frei und fair. Sie vermuteten, dass die Opposition mit ihren Protesten das für sie ungünstige Ergebnis kippen wollte. Der ehemalige Präsident Michel Joseph Martelly hatte das Amt Anfang Februar 2016 aufgegeben, Senatspräsident Privert übernahm es vorübergehend. Zwei Versuche der Abgeordnetenkammer, über eine Erneuerung von Priverts Mandat als Übergangspräsident bis zum 7. Februar 2017 zu entscheiden, scheiterten. Gewalttätige Demonstrationen für und gegen Privert verhinderten, dass die anberaumten Sitzungen am 21. Juni beziehungsweise am 28. Juni 2016 zustande kamen. Schon zuvor, unter Martelly, kam das Land nicht vorwärts. Die Regierung hatte keine eigene Parlamentsmehrheit, Gesetzesvorhaben wurden blockiert. Alle Mandate der Abgeordneten und eines Drittels der Senatoren waren schon am 12. Januar 2015 ausgelaufen. Seither hatte Haiti offiziell kein Parlament mehr und Martelly regierte per Dekret. Diese Situation lähmte die Bemühungen, das Land nach dem Erdbeben 2010 zu stabilisieren und erschwerte die Entwicklungszusammenarbeit. Das neue Jahr begann in Haiti leider wieder mit Unruhen: Am 5. Januar 2017 wurde Guy Philippe festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Erst im November 2016 war er zum Senator des südwestlichen Departements Grand´Anse gewählt worden, das wenige Wochen zuvor von Hurrikan „Matthew“ verwüstet worden war. Philippe wurde von der US-Drogenfahndung DEA im Zusammenhang mit Kokainschmuggel und Geldwäsche gesucht. Beobachterorganisationen werfen ihm Menschenrechtsverletzungen vor. 

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news-764 Thu, 05 Jan 2017 20:53:37 +0100 Kleine Wunder http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/kleine-wunder.html Was Spenden für Syrien verändern können

Die Geschichte des zehnjährigen Bassil rührte im November 2016 viele Zuschauer der ARD. Der Weltspiegel berichtete über den Jungen, der – wie so viele Kinder in Syrien – mit Kriegsschrott gespielt hatte. Ob es eine Handgranate war, die er und seine beiden Freunde gefunden hatten oder andere Munition, weiß keiner. Bassil sah zu, wie seine beiden Freunde neben ihm bei einer Explosion starben. Helfer brachten ihn in ein Krankenhaus in Jordanien. Ärzte amputierten ihm beide Beine, auch seine linke Hand verlor er. Sein Bruder und sein Vater starben bei einem Bombenangriff. Von der Schwester und der Mutter fehlte jede Spur, seine Tante brachte ihn zuerst in das Flüchtlingscamp Zaatari, dann kam er in die jordanische Hauptstadt Amman, in ein Zentrum der Organisation Souriyat Across Borders, die Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bietet und eng mit der Al Hussein Society zusammenarbeitet, einem Projektpartner der Christoffel-Blindenmission. Die Al Hussein Society finanzierte Bassils Rollstuhl und seine Prothesen. Auch Physiotherapie für Menschen mit Behinderungen und eine psychosoziale Beratung bietet sie an. Viele Flüchtlinge sind durch die Angriffe körperlich beeinträchtigt. Die Christoffel-Blindenmission unterstützt sie zusammen mit ihren Partnern in Jordanien.

Jordanien hat als armes Land viele Flüchtlinge aufgenommen. Um Konflikte zwischen der Bevölkerung und den Flüchtlingen zu deeskalieren, finanziert Brot für die Welt Schulungen und Fortbildungen in Gemeinden, beispielsweise in den Bereichen Hygiene und Frauenrechte. In Flüchtlingsunterkünften in Jordanien und im Libanon können Schulkinder, die lange keinen Unterricht besuchen konnten, an Nachhilfe-Kursen teilnehmen. Auch zur Grundsicherung tragen Ihre Spenden bei: Etwa 2.000 syrische Flüchtlinge bekamen Winterkleidung und Decken. Im Libanon verteilten Helfer Essen, in der Autonomen Region Kurdistan im Irak lieferten Partner Kleidung, Heizgeräte und Brennstoff an etwa 500 Familien.

Die Kindernothilfe bezahlt Flüchtlingskindern in der libanesischen Gebirgsregion Chouf das Schulgeld und kauft Schuluniformen. Etwa 800 Kinder haben so die Chance, zu einem einigermaßen geregelten Alltag zurückzufinden. Viele Schulen im Libanon sind nicht gut ausgestattet, auch in die Renovierung und den Ausbau der Klassenräume fließen Spenden. 

In Ost-Ghouta in der Nähe von Damaskus haben syrische Frauen ein Zentrum gegründet. Einen Ort, an dem sie sich treffen, austauschen, gegenseitig stützen können. Viele haben ihre Männer im Krieg verloren und müssen für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen. medico international unterstützt das Frauenzentrum. Auch Schulen in Erbin, einem Vorort von Damaskus. 

In den syrischen Städten Aleppo, Damaskus und Latakia gründeten Franziskaner und ehrenamtliche Mitarbeiter mit der finanziellen Unterstützung von Misereor mehrere Sozialzentren. Die Ordensmänner verteilen Essen, Decken, Heizmaterial und Medikamente an die Menschen. In Damaskus stellen sie Schlafplätze für 24 Männer und 35 Frauen zur Verfügung. Sie leiten einen Kindergarten und kaufen Bücher, Hefte und Stifte für Schülerinnen und Schüler. Im Orontes-Tal, im syrisch-türkischen Grenzgebiet, versorgen Helfer etwa 320 Menschen mit Essen und Wasser. Seit 2011 halfen Projektpartner von Misereor in Aleppo etwa 70.000 Menschen: Sie verteilten Lebensmittel, Wasser, boten medizinische Hilfe an und beteiligten sich an Reparaturen von Wohnraum. An anderen Orten konnten die lokalen Partner von Misereor etwa 600 Menschen helfen. Auch die maronitische Erzdiözese in Damaskus leistet Sozialarbeit und wird mit Ihren Spenden unterstützt.  

In Syrien, dem Libanon, der Autonomen Region Kurdistan und in Jordanien betreut terre des hommes Kinder, junge Erwachsene und Frauen. Die Kinder spielen, malen und basteln zusammen mit erfahrenen Pädagogen, Sozialarbeitern und Psychologen. Frauen sollen in speziellen Trainings lernen, sich besser vor psychischer und physischer Gewalt zu schützen. Partnerorganisationen von terre des hommes haben mitgeholfen, Menschen aus Aleppo in Sicherheit zu bringen. Familien, die in Flüchtlingslagern in der Umgebung von Aleppo in Notunterkünften und Zelten leben, werden mit Lebensmitteln versorgt. Bisher konnte terre des hommes schon 57.000 Lebensmittelpakete ausgeben, in den kommenden Wochen sollen weitere 16.000 Pakete verteilt werden. 

In einem Flüchtlingscamp bei Azaz in der Provinz Aleppo verteilt die Welthungerhilfe Heizmaterial für Öfen und warme Decken. In anderen Gebieten gibt sie Familien Gutscheine für Lebensmittel. Außerdem errichtete die Welthungerhilfe eine Zeltstadt für Flüchtlinge, verteilte Brot an mindestens 190.000 Menschen in Nordsyrien und an 19.000 Haushalte in Aleppo. Sie finanzierte 2.483 Kerosinöfen und 5.322 Plastikkanister für die Lagerung von Brennstoff. In der Provinz Idlib repariert die Welthungerhilfe unter anderem Wasserleitungen, damit die Menschen wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

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news-763 Fri, 23 Dec 2016 16:53:37 +0100 UN wollen Kriegsverbrechen in Syrien dokumentieren http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/un-wollen-kriegsverbrechen-in-syrien-dokumentieren.html Die Vereinten Nationen verabschieden eine Resolution, die es ermöglicht, offiziell Informationen über Kriegsverbrechen in Syrien zu sammeln. Der Regierung von Baschar al-Assad sowie seinen Verbündeten Russland und Iran werden immer wieder Gräueltaten zur Last gelegt, zuletzt in Aleppo. Künftig sollen Täter zur Rechenschaft gezogen werden können. Fünf Fragen an Thomas Seibert, Menschenrechtsexperte von medico international.

Thomas Seibert / Foto: Katrin Schilling

Die UN verabschieden eine Resolution, die vorsieht, dass die UN Informationen über mögliche Kriegsverbrechen in Syrien sammeln dürfen, um sie an eine Recht sprechende Institution zu übergeben. Bisher hatte sich die internationale Staatengemeinschaft nicht darauf einigen können. Nun aber unterstützen 105 Staaten die Resolution, das ist die nötige einfache Mehrheit unter den 193 Mitgliedsstaaten. Deutschland stimmte zu. Sind Sie zufrieden?

Die Gräuel wurden ja schon rund um die Uhr dokumentiert. Und die Vermutung, dass das eine oder andere Video ein Fake war, ändert nichts daran, dass wir alle mehr als genug Live-Bilder gesehen haben. Keiner kann sagen: Wir waren nicht dabei. Oder: Davon haben wir nichts gewusst. 

Es hieß, die Resolution sei nötig, weil Syrien kein Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs sei. Das zumindest erklärte der UN-Botschafter Liechtensteins, Christian Wenaweser. Das Land ist einer der Initiatoren. Unter den 15 Nein-Stimmen waren die von Iran, Russland und China. In der Diskussion vor der Abstimmung hatte der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschafari noch versucht, das Votum zu verhindern. Er behauptete, das Gremium besitze nicht die nötige Kompetenz.

Von Russland, China und dem Iran habe ich nichts anderes erwartet. Auch nicht von Syrien. Das große Verbrechen wird nach Aleppo anderswo in Syrien weitergehen. 

Einige Bündnis-Organisationen sind vor Ort geblieben, unter anderem medico international. Warum? 

Wir halten es für wichtig, unsere Partner weiter zu unterstützen, und wir möchten unsere Bildungsprojekte für Kinder und Frauen nicht aufgeben. Wir wissen, dass das nicht genug ist, aber wir möchten in der Lage sein, zivilgesellschaftliche Strukturen auch und gerade dann zu unterstützen, wenn die Kämpfe irgendwann vorüber sein werden und sich andere Möglichkeiten bieten als die jetzt gegebenen. Dazu muss man aber jetzt schon vor Ort sein, muss selbst in Erfahrung bringen, was die Leute erleiden, muss wissen, wem man vertrauen kann und dabei selbst zu jemandem werden, dem Vertrauen geschenkt wird. Dies gilt umso mehr, als wir davon ausgehen müssen, dass es in der ganzen Region zu ähnlichen Entwicklungen kommen wird – das ist ja heute schon der Fall, im Irak, im Jemen und anderswo. Wir bei medico gehen davon aus, dass der Nahe Osten instabil bleiben wird und wir deshalb auch so etwas wie einen regionalen Ansatz ausbilden müssen. Den können wir aber nur mit Partnern in der Region entwickeln, und dazu werden diejenigen gehören, mit denen wir heute schon zusammen arbeiten.

Wie wird es weitergehen?

Niemand weiß im Moment, welche Bedingungen für den Abzug aus Aleppo ausgehandelt wurden. Und was in Idlib passieren wird, einer Region, in die viele Menschen jetzt gebracht werden und in der weiter gekämpft wird. Die Menschen dorthin umzusiedeln bedeutet, sie kontrolliert an einem Ort zu versammeln. Sie kommen vom Regen in die Traufe. 

medico unterstützt unter anderem eine Schule in Erbin. Warum sollten sich deutsche Hilfsorganisationen in Syrien einsetzen?

Weil es wichtig ist, die Selbsthilfekräfte zu aktivieren. Ich vermute, dass viele Kinder, die diesen Krieg erleben mussten, in den kommenden Jahren von islamistischen Gruppen angeworben werden können, weil sie erleben mussten, dass die Welt ihnen nicht beistehen wollte. Wenn wir jetzt nichts für sie tun, wird aus ihnen eine verlorene Generation. Sie würden dann zum zweiten Mal zu Opfern werden. 

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news-762 Sun, 18 Dec 2016 12:39:05 +0100 Das Bündnis Entwicklung Hilft ruft erneut zu Spenden für die Menschen in Syrien auf http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/das-buendnis-entwicklung-hilft-ruft-erneut-zu-spenden-fuer-die-menschen-in-syrien-auf.html Etwa 50.000 Menschen warten auf den Abzug, andere konnten Aleppo bereits verlassen. Angesichts der zugespitzten Lage und der hohen Zahl von notleidenden Menschen steigt der Hilfsbedarf in Syrien und den Nachbarländern.

Gemeinsam mit lokalen Partnern liefern unsere Bündnis-Mitglieder Nahrungsmittel sowie Decken, Kleidung und Heizmaterial für die kalten Wintermonate an die Menschen, die im Moment in Notunterkünften und Zelten leben. Sie sorgen dafür, dass Menschen, die monatelang weder ausreichend Essen noch frisches Trinkwasser hatten, endlich mit Lebensmitteln und Wasser versorgt werden können. Und sie finanzieren Krankenhäuser, betreuen verängstigte Kinder und versuchen, Menschen wieder Hoffnung zu geben. Aber nicht alle wollen gehen. Viele harren in zerbombten Häusern aus, ohne Essen und Trinken, teilweise schwer verletzt. Sie haben Angst vor dem, was kommt. Die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte, sie benötigen umgehend unsere Hilfe.

In diesen dramatischen Tagen in Aleppo müssen wir unsere Hilfe in Syrien und für die Schutzsuchenden in den Nachbarländern ausweiten. Das Bündnis Entwicklung Hilft bittet daher dringend um Unterstützung: 

IBAN: DE71 3702 0500 0008 1001 00, Stichwort: Syrien

oder

www.spenden.entwicklung-hilft.de

Das DZI Spenden-Siegel bestätigt unsere Zuverlässigkeit. Alle Bündnismitglieder und auch das Bündnis selbst sind mit dem Spenden-Siegel ausgezeichnet. Über unsere Hilfe berichten wir transparent und zeitnah. 

Bündnis Entwicklung Hilft
Isa Hoffinger, Pressesprecherin
030 – 278 77  393
presse(at)entwicklung-hilft.de

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news-761 Fri, 16 Dec 2016 10:29:04 +0100 „Ich verurteile niemanden“ http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/ich-verurteile-niemanden.html Apokalyptische Botschaften fluten die Twitternachrichten. Unter #Aleppo drücken Syrer ihre Wut und Verzweiflung aus. Kriegsberichterstatter schildern Gefühle der Resignation und Ohnmacht. Aufgeben? Für Pater Firas Lufti kam das nie in Frage. Seit fünf Jahren harrt der Franziskanermönch in einem Konvent in Aleppo aus. In einem Altbau mit Einschusslöchern, ohne Heizung. Während die Menschen gerade aus Ost-Aleppo evakuiert werden, wartet Pater Firas Lufti im Westteil der Stadt auf sie, um ihnen Essen, Wasser und Medikamente zu geben. Bei ihnen zu sein. Ihnen zu vermitteln, dass es sich lohnt, weiterleben zu wollen. Misereor unterstützt ihn.

Die Kälte? Ach, wissen Sie: Die macht mir nicht so viel aus. Heute scheint die Sonne. Der Himmel ist flirrend blau, fast türkisfarben – und wir haben acht Grad plus, nur nachts ist es jetzt immer frostig. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Ich habe etwas zum Anziehen, und wir können Lebensmittel wieder in Supermärkten kaufen, ein paar haben geöffnet. Ich lebe in West-Aleppo und bin verantwortlich für vier Sozialzentren der Franziskaner. Ich weiß, dass viele Menschen bei Ihnen in Deutschland das vermutlich für eine verrückte Idee halten, aber ich möchte nicht gehen. Ich will hier bei den Menschen bleiben, die mich brauchen. Das ist meine Aufgabe.  

Es gibt so viele Menschen, die noch eingeschlossen sind im Ostteil der Stadt. Die Feuerpause gestern, in der sich die Zivilisten aus der Stadt retten sollten, war viel zu kurz, erst seit heute können Krankenwagen in den Ostteil fahren und die Verwundeten versorgen. Hören Sie die Sirenen im Hintergrund? Aber so genau wissen wir nicht, wie das jetzt ablaufen soll. Viele Menschen haben Angst, dass sie festgenommen oder umgebracht werden, wenn die Soldaten in ihre Häuser kommen. Sie gelten ja als Terroristen. Auch die Kinder. 

Wie es mir geht, wenn ich an die vielen Opfer denke? Ganz einfach: Ich habe aufgehört, die Toten zu zählen. Jeder einzelne, der umgekommen ist, war einer zu viel. Und welchen Glauben er hatte, spielt keine Rolle. Wenn ich Menschen etwas zu essen gebe, unterscheide ich ja auch nicht: Ist dieser Mensch nun Sunnit? Schiit? Muslim? Christ? Ich bin in Syrien geboren, in Homs, als Christ. Christen und Muslime haben hier lange friedlich zusammengelebt. Es tut mir weh, daran zu denken, dass das nicht mehr möglich ist.

In Aleppo verteilen Projektpartner von Misereor Essen. Foto: Misereor

Jedes Mal, wenn ich jemanden beerdigen muss, wird mein Herz schwer wie ein Klumpen Blei. Sind Kinder dabei, versuche ich, sie zum Lachen zu bringen. Niemand kann einen Krieg ohne kleine Momente der Freude überleben, und dafür bin ich da. Ich bete mit Menschen zusammen. Ab und zu singen wir. Und ich möchte ein Zentrum für Kinder gründen, wenn dieser Krieg vorbei ist. Irgendjemand muss den Menschen doch helfen, diese Erlebnisse zu verarbeiten, diese Kinder sind wie abgeschnitten vom Leben. Gelähmt und voller Angst. Sie in Deutschland sehen im Fernsehen Menschen ohne Arme und Beine. Flüchtlinge, die frieren und die in langen Schlangen über die Straßen laufen. Die tiefsten Wunden, die Kriege hinterlassen, sind unsichtbar.  

Meine Eltern sind nach Deutschland geflohen, sie leben im Saarland. Es belastet mich, dass meine Mutter sich Sorgen um mich macht. Ich höre es an ihrer Stimme, wenn wir telefonieren, aber sie hat meine Entscheidung, in Aleppo zu bleiben, akzeptiert. Und sie fragt auch nie genauer nach, wie es mir geht, wir sprechen meistens über den Alltag. Über banale Dinge. Das Wetter zum Beispiel. Man darf dem Krieg nicht erlauben, jede Minute zu besetzen, sonst gewinnt er am Ende gegen das Leben. 

Wir leben hier von Minute zu Minute. Von Stunde zu Stunde. In so einer Situation ärgert man sich nicht. Man weint kaum. Das wäre zu anstrengend. Hass führt nirgendwo hin, er vergiftet die Seele. Zuerst gibt es Morde, dann Hass, dann Rache, dann Vergeltung und dann wieder neue Morde – Syrien braucht diese Eskalationsschleifen nicht. Ich wünsche mir und meinem Land endlich, endlich Frieden. 

Ich gebe niemanden die Schuld. Keinem Präsidenten. Keinem Soldaten. Keinem radikalen Islamisten. Und ich verurteile auch niemanden. Gerichtsprozesse machen nichts ungeschehen, Tote nicht wieder lebendig. Eine wichtige Lehre des Christentums ist, dem Feind verzeihen zu können. Zu vergeben. Weil man selbst damit besser leben kann. Wie sollen wir hier im Nahen Osten denn sonst jemals wieder zusammenleben? 

Jetzt ist es Zeit, Opfer zu bergen. Verwundete zu verarzten. Später, wenn alles vorbei ist, müssen die Verantwortlichen dann vor ein Tribunal. Aber jetzt? Da spielt das doch noch gar keine Rolle. 

Ob ich an Gott glaube? Natürlich, was für eine Frage. Mein Glaube hilft mir. Ich weiß nicht, ob ich morgen noch lebe. Oder übermorgen. Aber jetzt, heute, in dieser Stunde, in dieser Minute, in der ich mit Ihnen telefonieren darf, empfinde ich Dankbarkeit. Dafür, dass mich keine Bombe zerfetzt, keine Kugel getroffen hat. 

Pater Firas Lufti ist Syrer. Er ist 41 Jahre alt und wurde in Hama geboren. Von 2004 bis 2011 lebte er in Aleppo. 2014, nach einem Aufenthalt in Rom, kam er nach Syrien zurück. 

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news-760 Wed, 30 Nov 2016 21:03:22 +0100 „Ich möchte meine Fähigkeiten zum Wohl aller einsetzen“ http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/ich-moechte-meine-faehigkeiten-zum-wohl-aller-einsetzen.html Ein Gespräch mit Harald Meyer-Porzky, Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und neues Vorstandsmitglied des Bündnisses, über seine Vorstellungen von erfolgreicher Arbeit in Netzwerken.

Herr Meyer-Porzky, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ist gerade, nach sieben Jahren als assoziierter Partner, Mitglied des Bündnis Entwicklung Hilft geworden. Wie fühlt sich das an? 

Ich freue mich sehr, auch darüber, dass es ein einstimmiges Wahlergebnis war. 

Wie kam das? 

Ich glaube, dass alle Mitglieder unserem Aufnahmeantrag zugestimmt haben, weil wir ein verlässlicher Ansprechpartner in Krisensituationen waren – und wohl auch, weil wir durch unser Engagement in verschiedenen Arbeitsgruppen gezeigt haben, dass wir vertrauenswürdig sind.

Warum haben Sie sich gerade das Bündnis Entwicklung Hilft ausgesucht?

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe hat sich ganz bewusst für dieses Bündnis entschieden, weil wir die Grundsätze und die Ausrichtung sehr schätzen. Wir sind keine Organisation, die nur direkte humanitäre Hilfe leistet, sondern wir sind spezialisiert auf armutsbedingte Krankheiten, die Neglected Tropical Diseases (NTDs), deren Ursachen wir bekämpfen und wo wir – das charakterisiert unsere Arbeitsweise – Strukturen aufbauen müssen, die auf lange Sicht zur Überwindung dieser Krankheiten führen. 

Was genau meinen Sie damit?

Wo NTDs auftreten, fehlt es den Menschen am Allernötigsten. Für sie sind Katastrophen am schnellsten lebensbedrohlich: Sie können nicht ausweichen, sie haben keine physischen Ressourcen. Darum treffen Wirbelstürme, Überflutungen oder Erdbeben diese Menschen am härtesten. Und da passte das Bündnis mit seinem Nachhaltigkeitsansatz hundertprozentig. Außerdem kann Vorsorge im medizinischen Bereich gar nicht ernst genug genommen werden. Über 80 Prozent der Weltbevölkerung hat zum Beispiel den Tuberkulose-Erreger in sich, ohne krank zu werden. Wenn Menschen aber körperlich und mental geschwächt sind, funktioniert ihr Immunsystem nicht gut genug. Tuberkulose ist darum in den Armenvierteln dieser Welt so weit verbreitet. Übrigens auch in New York, in der Obdachlosen-Szene, also unter Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Wir müssen – und auch das entspricht den Zielen des Bündnis Entwicklung Hilft – bei der Prävention ansetzen. Darum investieren wir sehr viel Geld in Bildungsmaßnahmen. Wir versuchen nicht nur, finanzielle Mittel für Behandlungen zur Verfügung zu stellen, sondern auch, Menschen zu befähigen, sich selbst gut zu ernähren und besser auf Hygiene zu achten, damit sie gar nicht erst krank werden. 

Wie lange gibt es Ihre Organisation und warum wurde sie gegründet? 

Uns gibt es seit dem Jahr 1957. Der Impuls zur Gründung kam von dem Journalisten Franz Graf Magnis, der aus Äthiopien berichten wollte. Dort hatte er Menschen mit aufgeschwollenen „Löwengesichtern“ gesehen und Äthiopier, die ohne Hände und Füße über staubige Straßen rutschten. „So etwas können wir unseren Lesern nicht zumuten“, sagten einige Chefredakteure empört, aber er hat nicht aufgegeben, und einige deutsche Zeitungen druckten eine Reportage von ihm. Sie löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Deutsche Bauhandwerker errichteten dann im äthiopischen Bisidimo zusammen mit einheimischen Helfern ein Zentrum, in dem Leprakranke behandelt wurden. 

Wenn die Bezeichnung Lepra im Namen einer Organisation vorkommt, fragen doch sicher viele Menschen: „Lepra? Gibts die überhaupt noch?“ Was sagen Sie dazu?

Ja, es gibt immer noch zu viele Fälle, leider. Wir haben fast 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Und es gibt Millionen Menschen, die unter den Folgen der Lepra leiden und unsere Hilfe brauchen. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist: Wir haben viele Spender und langjährige Unterstützer, und sie trauen uns eine Menge zu, denn als die DAHW mit ihrer Arbeit begann, galt Lepra als unlösbares Problem. Die DAHW entwickelte sich dann zu einem „Game Changer“: Wir hatten damals geschätzte zehn bis fünfzehn Millionen Leprakranke weltweit. Mittlerweile haben wir es geschafft, Lepra zu einer behandelbaren Krankheit zu machen. Wir haben maßgeblich dazu beigetragen, dass es heute eine wirksame Medikamentenkombination gibt, die Lepra wirklich heilen kann, und wir setzen uns dafür ein, Betroffene zu entstigmatisieren. Dafür werden wir sehr geschätzt. Uns eilt außerdem der Ruf voraus, dass wir großen Wert auf langfristige Hilfen legen und sie durchaus beharrlich umsetzen. Unsere Erfahrung betrachten wir als Pfund, das wir in das Bündnis einbringen können.

Was erhoffen Sie sich vom Bündnis Entwicklung Hilft? 

Austausch. Solidarität. Dass wir eine noch breitere Öffentlichkeit mit unseren Anliegen erreichen. Wir arbeiten – ganz unabhängig von Katastrophen – seit vielen Jahren mit dem assoziierten Mitglied German Doctors zusammen, und zwar in Indien, bei einem Hilfsprojekt zur Bekämpfung von Tuberkulose. In Howrah, einem Stadtteil von Kolkata, unterstützen wir unter anderem einen deutschen Arzt, der eine Klinik leitet – und der sogar Menschen versorgen kann, die nicht nur eine Lungentuberkulose haben, sondern beispielsweise auch eine Knochenmarkstuberkulose. Mit Misereor kooperieren wir in Afghanistan, mit anderen Bündnismitgliedern in Pakistan und in Äthiopien. 

Glauben Sie, auch bei Projekten gemeinsam mehr erreichen zu können?

Das hoffen wir, allein der Erfahrungsaustausch ist wertvoll. Die DAHW war immer schon ein guter Netzwerker. Wir wissen natürlich auch, dass die Ursachen von Krisen und Katastrophen heutzutage so komplex sind, dass man sie allein, als einzelne Organisation, gar nicht bekämpfen kann. Und dass es darauf aber mindestens genauso ankommt wie auf die schnelle Hilfe von der ersten Sekunde an. Die wir und unsere Partner leisten können, weil wir schon vor Ort sind. Wichtig ist uns auch, dass wir mit unseren Partnern und den Menschen aus den Ländern auf Augenhöhe zusammenarbeiten und die Hilfe aus dem Land selbst heraus entwickeln. Auch das ist ein Grundsatz des Bündnis Entwicklung Hilft.

Wie sieht eine gelungene Bündnis-Arbeit für Sie aus?

Als guter Netzwerker darf ich nicht nur meine eigene Organisation im Blick haben. Da muss ich auch mal sagen: Wir sind hier in einem Bündnis, weil wir gemeinsame Werte, Vorstellungen, Ziele und Aufgaben haben – und die gehen wir jetzt alle miteinander an, damit wir uns später auch zusammen über die guten Ergebnisse und gemeinsamen Erfolge miteinander freuen können. Ich muss mir bewusst machen, welche Ressourcen ich als Organisation habe und wie sie dem großen Ganzen nützen. Ich möchte meine persönlichen Fähigkeiten zum Wohl aller einsetzen. Wir glauben an die Stärke dieses Bündnisses. 

Gründungsgeschichte und Weiterentwicklung

1955 

Der Journalist Franz Graf Magnis und der Theologiestudent Richard Recke aus Würzburg begegnen in Äthiopien dem französischen Arzt Dr. Féron. Sein Einsatz für Leprakranke beeindruckt die jungen Männer. Sie rufen in Deutschland zur Hilfe auf. 

1957 

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe wird in Würzburg gegründet, zunächst als Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk (DAHW). Die beiden verheirateten Würzburger Irene und Hermann Kober sind Mitgründer der Organisation. 

1958

Die ersten Helfer gehen zum Aufbau einer Station in Bisidimo nach Äthiopien. Schon bald bekommt die DAHW Projektanträge aus Afrika, Asien und Lateinamerika. 

1961 

Beginn der Zusammenarbeit mit der Ärztin Ruth Pfau, die zum Orden „Töchter vom Herzen Mariä“ gehört, in Pakistan: Nach und nach gelingt es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren. 

1963 

Fünf Jahre nach der Gründung unterstützt die DAHW 83 Hilfsstationen weltweit. Rund 75.000 Leprakranke werden behandelt. 

1981 

Lepra wird heilbar. Die Behandlung baut auf einer Therapie auf, die das Hilfswerk mitentwickelt und seit den 1970er Jahren erfolgreich auf Malta angewendet hat. 

1990 

Der Verein stellt sich einer zweiten Herausforderung: der Bekämpfung der Tuberkulose. 

2003 

Das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk benennt sich in Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe um. 

2006 

Die Hilfe wird auf mehrere armutsbedingte Krankheiten ausgeweitet.

2009 

Die DAHW wird assoziierter Partner des Bündnis Entwicklung Hilft.

2010

Bei der Flut-Katastrophe in Pakistan leistet die Organisation Nothilfe.

2012

In Liberia beginnt die DAHW mit dem Aufbau eines Lepra-Kontrollprogramms.

2016

Der Verein wird Mitglied des Bündnis Entwicklung Hilft.

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news-759 Wed, 30 Nov 2016 20:06:12 +0100 „Wir glauben an die Stärke dieses Bündnisses“ http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/wir-glauben-an-die-staerke-dieses-buendnisses.html Das Bündnis Entwicklung Hilft hat ein neues Mitglied aufgenommen Berlin, 30.11.2016 – Das Bündnis Entwicklung Hilft hat Verstärkung bekommen: Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ist neues Mitglied. Die bisherigen Mitglieder Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe haben dies einstimmig beschlossen.

„Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe hat sich bewusst für dieses Bündnis entschieden, weil wir den Nachhaltigkeitsansatz sehr schätzen“, sagt Harald Meyer-Porzky, Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising der DAHW und neues Vorstandsmitglied des Bündnis Entwicklung Hilft. „Wir sind spezialisiert auf armutsbedingte Krankheiten, deren Ursachen wir bekämpfen müssen. Außerdem müssen wir – und auch das entspricht der Ausrichtung des Bündnis Entwicklung Hilft – bei der Prävention beginnen. Wir glauben an die Stärke dieses Bündnisses und freuen uns auf eine noch engere Zusammenarbeit.“

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe wurde 1957 als Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk gegründet. Anfang 2003 hat sich der Verein umbenannt, um die beiden Schwerpunkte Lepra- und Tuberkulosebekämpfung im Namen zu nennen. Das Kürzel DAHW wird zur Wiedererkennung bei Spendern und Förderern weiter verwendet. Die Organisation unterstützt Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die an Neglected Tropical Diseases (NTDs) leiden. Dazu gehören unter anderem die Elefantiasis, die Leishmaniose oder die Chagas-Krankheit.

Rund 70.000 Menschen jährlich vertrauen der DAHW ihre Spenden an, viele davon bereits seit Jahrzehnten. 163 Programme und Projekte in 21 Ländern konnte die DAHW im vergangenen Jahr unterstützen. Die Aufwendungen für satzungsmäßige Projekte betrugen über 13 Millionen Euro. Wie alle Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft arbeitet auch die DAHW eng mit lokalen Partnern zusammen.

Rund 734.000 Euro wurden in Forschungsprojekte sowie in Aus- und Weiterbildung investiert. Die DAHW setzt sich zudem besonders dafür ein, dass Betroffene nicht stigmatisiert werden.

Die acht Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. leisten bei Katastrophen und in Krisengebieten direkte humanitäre Hilfe. Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit des gemeinnützigen Vereins werden durch Beiträge der Mitglieder finanziert. Die durch Spendenaufrufe eingeworbenen finanziellen Mittel werden zu 100 Prozent an die Mitglieder weitergeleitet. Allen Mitgliedern und auch dem Bündnis Entwicklung Hilft wurde das DZI Spenden-Siegel zuerkannt.

Darüber hinaus engagieren sich alle Mitglieder – dem Grundsatz Entwicklung hilft und ist die beste Prävention folgend – als Bündnis für die Katastrophenvorsorge und für langfristige Maßnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit. 


 

Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V.
Isa Hoffinger / Pressesprecherin
Chausseestraße 128/129
10115 Berlin
Tel.: 030  278 77 393
Fax: 030  278 77 399
www.entwicklung-hilft.de

 

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder German Doctors sowie Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-758 Fri, 25 Nov 2016 13:45:00 +0100 Transparent. Wirksam. Ausgezeichnet. http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/transparent-wirksam-ausgezeichnet.html Berlin, 25. November 2016 – Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat dem Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. sein Spendensiegel zuerkannt: Wir arbeiten transparent, wirtschaften sparsam, informieren sachlich und wahrhaftig und haben wirksame Kontroll- sowie Aufsichtsstrukturen. Auf diese Weise gewährleisten wir, dass die uns zufließenden Spenden den gemeinnützigen Zweck erfüllen.

Zum Bündnis gehören die acht Hilfswerke Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe sowie die beiden assoziierten Mitglieder German Doctors und Plan International. Unsere Mitgliedsorganisationen leisten direkte humanitäre Hilfe bei Katastrophen, wie zuletzt nach dem Hurrikan „Matthew“, der am 4. Oktober 2016 Teile Haitis verwüstete. Zudem setzen sie sich für die langfristige Verbesserung der Lebensumstände von Menschen in Ländern des Globalen Südens ein. Alle Mitgliedsorganisationen eint die Überzeugung, dass humanitäre Hilfe am besten durch die Kooperation mit lokalen Partnern gelingt ­–­ und dass auch politische Entscheidungen und ausreichende finanzielle Mittel erforderlich sind, um durch Prävention das Risiko für Krisen und Katastrophen minimieren zu können.

Um bei Katastrophen schnell helfen zu können, sammelt das Bündnis Spenden und leitet sie an die Mitgliedsorganisationen weiter. Assoziierte Mitglieder können beim Bündnis Anträge auf Projektförderungen stellen. Daneben möchte das Bündnis mit einer Bildungs- und Aufklärungsarbeit dazu beitragen, die vielschichtigen Ursachen von Katastrophen sichtbar zu machen und die Öffentlichkeit für die Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu sensibilisieren.

Die sieben Spenden-Siegel-Standards erfüllt der Verein wie folgt:

1. Die Organisation leistet satzungsgemäße Arbeit.
2. Leitung und Aufsicht sind angemessen strukturiert, klar voneinander getrennt und werden wirksam wahrgenommen.
3. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit informieren klar, wahr, sachlich und offen.
4. Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben ist nach DZI-Maßstab niedrig (unter 10%). Spenden fließen ungeschmälert den Projekten zu. Die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes wird überprüft, und die Ergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht.
5. Die gezahlten Vergütungen berücksichtigen den Status der Gemeinnützigkeit, die Qualifikationen, das jeweilige Maß an Verantwortung und den branchenüblichen Rahmen.
6. Die Mittelbeschaffung, die Verwendung der Gelder sowie die Vermögenslage werden nachvollziehbar dokumentiert und angemessen geprüft.
7. Die Organisation berichtet offen und umfassend über ihre Arbeit, Strukturen und Finanzen.

Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. verfügt nach Maßgabe der Spenden-Siegel-Leitlinien über eine Richtlinie für die Zeichnungsberechtigung unter Berücksichtigung des Vier-Augen-Prinzips. Die Beobachtung der Wirkung der Projektarbeit erfolgt durch die Mitgliedsorganisationen. Sie alle sind mit dem DZI-Spenden-Siegel ausgezeichnet.

 

Für Rückfragen:
Bündnis Entwicklung Hilft
Isa Hoffinger, Pressesprecherin
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news-757 Fri, 04 Nov 2016 23:27:08 +0100 „Haiti hat eine Zukunft!“ http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/haiti-hat-eine-zukunft.html Der Hurrikan „Matthew“ hat schlimmere Schäden verursacht als erwartet. In Untersuchungen der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank ist von fast zwei Milliarden US-Dollar die Rede. Doch scheinbar zeigt die Internationale Gemeinschaft wenig Bereitschaft, Haiti zu unterstützen: Nur knapp über 30 Prozent der erforderlichen 120 Millionen US-Dollar für die direkte humanitäre Hilfe sind nach Angaben des aktuellen „Situation Report“ der Vereinten Nationen bisher zusammengekommen. Ist der Inselstaat ein hoffnungsloser Fall? Was müsste sich ändern, damit sich das Leben der Haitianer dauerhaft verbessert? Bündnis Entwicklung Hilft sprach mit Michael Kühn, dem Referenten der Politikabteilung und langjährigen Landesdirektor der Welthungerhilfe, über die Ursachen der Sturmkatastrophe und die Perspektiven für Haiti.

Michael Kühn | Foto: Welthungerhilfe

Aus der ehemals reichsten französischen Kolonie ist schon vor langer Zeit das Armenhaus Mittelamerikas geworden. Ist Haiti überhaupt noch zu retten?

Auf jeden Fall. Mit dem erforderlichen politischen Willen könnte man langfristig viel verbessern. Das Interessante an Haiti ist, dass die Entwicklungsvoraussetzungen ja durchaus vorhanden sind. Haiti ist religiös nicht so zersplittert wie manche afrikanische Länder, es gibt hier kaum ethnische Spannungen, auch die Haitianer selbst sind sehr motiviert und möchten vorankommen, aber es fehlen ihnen derzeit einfach die Möglichkeiten dazu, und das hängt mit politischen Fehlentscheidungen zusammen. 

Nach UN-Angaben sind 1,4 Millionen Menschen auf Soforthilfe angewiesen. Die Hälfte der Bevölkerung hat derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mindestens 175 000 Menschen sind obdachlos. Die haitianische Regierung spielt die Probleme jedoch herunter und verschärft dadurch die Lage. Trauen Sie einem neuen Präsidenten zu, dieses Desaster in den Griff zu bekommen?

Eine gute Regierung, die das Gemeinwohl im Blick hat, wäre Haiti jetzt sehr zu wünschen. Das ist am allerwichtigsten für dieses Land. Eine Voraussetzung dafür wäre aber auch, dass dem neuen Präsidenten nicht wieder tausend andere Akteure hineinregieren. Haiti hat eine Zukunft! Das Land darf sich aber nicht weiter zum Spielball ausländischer Interessen machen lassen. Bis heute ist der Inselstaat immer unter dem Einfluss von irgendjemandem, ob das die Vereinten Nationen sind, ob das die Amerikaner waren, die das Land 19 Jahre besetzt hielten. Haiti war eigentlich nie in der Lage, eigene Interessen zu formulieren und sie durch politische Entscheidungen umzusetzen. In der Zeit der Diktatur haben sich nationale Eliten gnadenlos bereichert. In den 1980er Jahren taten die Forderungen des Nationalen Währungsfonds und der Weltbank ihr Übriges: Man hat Haiti gezwungen, die Importzölle zu senken und dadurch die Produktion nationaler Güter vor allem in der Landwirtschaft zerstört. Wenn man das alles im Zusammenhang sieht, stellt man fest, dass das Land nie wirklich eine Chance hatte. 

Entwicklungshilfe-Kritiker bezeichnen Haiti als NGO-Republik, mit Tausenden von registrierten Hilfsprojekten und mehr als sieben Milliarden Dollar Wiederaufbauhilfe. Das Nebeneinander sorgt für Sprengstoff: Im Moment gibt es Proteste einiger lokaler Organisationen gegen die Blauhelme der Vereinten Nationen. Wo kann eine sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit ansetzen?

Eine Entwicklungszusammenarbeit, die langfristig wirken soll, kann nur mit der Regierung funktionieren, nicht gegen sie. Es ist aber auch unglaublich wichtig, dass sich in Haiti eine eigenständige Zivilgesellschaft entwickelt, die sich politisch einmischt. Die Regierung muss auch wieder auf eine eigene Produktion setzen. Nehmen wir als Beispiel die Landwirtschaft: In Haiti können 30 Prozent der gesamten Fläche zur Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse benutzt werden. Aber die überwiegend von Kleinbauern erzeugten Produkte dienen lediglich der Subsistenz. Reis hingegen wird heute nicht mehr großflächiger produziert, weil subventionierter Reis aus den Vereinigten Staaten billig angeboten werden kann. Und jetzt kommen auch noch überwiegend Billigwaren aus China, die wiederum lokale Haushaltsgüter ersetzen, die ursprünglich aus Holz oder Aluminium hergestellt wurden. Jetzt ist alles aus Plastik. Solange Haiti nur importiert, gibt es keine Wertschöpfungsketten und damit auch keine Jobs, und ohne Jobs gibt es keine Kaufkraft beziehungsweise kein Geld, das wieder in das System zurückfließen würde. Ein Teufelskreis. 

Wer hat ein Interesse daran, dass das so bleibt?

Alle, die im Import und Export ihr Geld verdienen, leben ganz gut von dieser Situation der Unübersichtlichkeit. Und sie schlagen aus dieser Situation Kapital. Eingekauft wird fast alles im Ausland – ob das jetzt Benzin ist, ob das Lebensmittel für die Supermärkte oder Materialien für Baumärkte sind – das alles wird ins Land hinein geholt, und je schwächer der Staat ist, desto schwächer ist auch die erbrachte Steuerleistung. Es gibt hier einfach keinen Konsens zwischen den politischen Eliten und den Wirtschaftseliten, der darauf hinauslaufen würde: „Hey, wir haben jetzt gelernt innerhalb der letzten 60 Jahre, was alles schief gelaufen ist – und das wollen wir ändern und dafür brauchen wir jetzt eine gemeinsame Strategie.“  

Noch im April dieses Jahres hatte das Tourismusministerium in Haiti eine Initiative gestartet, mit deren Hilfe die Regierung mehr Besucher ansprechen wollte, in der Hoffnung, das Land durch die Einnahmen wieder auf eigene Beine zu bringen. Wie schätzen Sie diese Bemühungen ein?

Ich glaube, man schielte da rüber zum Nachbarn, der Dominikanischen Republik. Dort ist der Tourismus stark entwickelt. Aber ein Großteil des Kapitals, das die meist ausländischen Investoren ins Land gebracht haben, fließt auch wieder aus dem Land heraus. Die Voraussetzungen für die Tourismuswirtschaft sind eindeutig vorhanden. Es gibt schöne historische Bauten, tolle Strände, freundliche Menschen, aber es gibt keinerlei Verkehrs-Logistik. Ein Mietauto kostet 150 Dollar am Tag, das können sich nicht viele Urlauber leisten. Und jedes Mal, wenn so ein Katastrophen-Ereignis stattfindet, ist man natürlich wieder um fünf oder sogar um zehn Jahre zurückgeworfen. Ich schätze, die Idee, einen florierenden Tourismus hinzubekommen, kann man innerhalb der nächsten zehn Jahre nur schwer umsetzen. 

Nach dem letzten großen Erdbeben im Januar 2010 unterstützte die Welthungerhilfe 271.000 Menschen im Süden Haitis und schulte sie im Katastrophenschutz. Inwiefern wirkt diese Arbeit nach?

Solche präventiven Programme können gar nicht als wichtig genug eingestuft werden. Investieren oder Programme auflegen bedeutet ja nicht nur Kapital einzusetzen, sondern auch Wissen zu vermitteln. Viele Menschen in Haiti haben durch Katastrophenschutzpläne und durch Schulungen nicht nur verstanden, wie man Häuser sicherer baut. Sie haben auch gelernt, sich auf Katastrophen vorzubereiten, die Risiken besser zu erkennen und sich  – so gut sie eben können – zu schützen. 

Warum gab es jetzt trotzdem wieder so viele Opfer?

Es gibt wenige Anstrengungen, die darauf abzielen, konsequent in die Vorsorge zu investieren und sie auch flächendeckend zu betreiben. Dadurch wird die Gesellschaft immer wieder von der Heftigkeit der Stürme und des Starkregens überrascht. Die Menschen sind einfach nicht vorbereitet. Die Kubaner bekommen das besser hin. Dort sind die Katastrophenschutz-Komitees funktionstüchtiger. Die Opferzahlen auf Kuba nach dem Hurrikan jetzt sind viel niedriger gewesen, weil die Menschen evakuiert wurden. In Haiti ist jeder sich selbst überlassen. Neben der Katastrophenvorsorge, die vor allem auf Prävention setzt, brauchen wir aber auch andere Finanzierungssysteme für die Zeit danach. Eine Idee können Versicherungssysteme sein, bei denen von Staaten oder anderen Akteuren Geld zur Verfügung gestellt wird, ohne dass man in Katastrophenfällen die nötige Hilfe erst schriftlich beantragen muss, weil man schon vorher in eine Art Versicherungsfond eingezahlt hat. Solche enormen Katastrophenschäden wie diese jetzt können unmöglich allein durch Spendengelder abgedeckt werden.  

Widerspricht diese Finanzierung von außen nicht Ihrer Forderung nach mehr Souveränität?

Nein. Bei Schäden von derartigen Ausmaßen ist das Land auf ausländische Hilfe angewiesen. Aber die Haitianer sind im Lauf vieler Jahre in einen Paternalismus hineingetrieben worden. Das war ja auch die Kritik nach dem Erdbeben 2010, als die Vereinten Nationen so massiv kritisiert wurden. Auch einige NGOs verhalten sich ja nicht immer korrekt, sondern nutzen solche Krisen, um sich zu finanzieren oder in Szene zu setzen, das muss man auch kritisch sehen. Genau deswegen ist es auch so wichtig, dass man mit der Regierung und der Bevölkerung kooperiert, jedenfalls machen wir das als Welthungerhilfe. Und die neue Regierung muss natürlich jetzt auch zeigen, dass sie in der Lage ist, die Gelder vernünftig einzusetzen.

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news-754 Fri, 21 Oct 2016 18:00:00 +0200 Mossul: Zwischen Hoffnung und Angst http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/mossul-zwischen-hoffnung-und-angst.html Vor drei Tagen feierten Flüchtlinge in Erbil euphorisch die Befreiung ihrer Heimatstadt Karakosch. Inzwischen scheint der Vormarsch auf Mossul ins Stocken zu geraten – der Islamische Staat setzt Heckenschützen und Sprengfallen ein. Wie viele Opfer es geben wird, ist derzeit völlig unklar. Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft bereiten weitere zivile Hilfen vor und fordern die beteiligten Regierungen zu umsichtigem Handeln auf.

Irakische Zivilisten fliehen vor Gefechten zwischen dem Islamischen Staat und der irakischen Armee. Die Terrormiliz zündete mehrere Ölfelder an, wie hier in Qayara, etwa 50 Kilometer südlich von Mossul (Foto: Murat Bay)

Berlin, 21.10.2016 – Auch am fünften Tag der militärischen Offensive bleibt die Lage unübersichtlich. Zwar sprach der irakische Ministerpräsident Haider-al-Abadi bei der internationalen Irak-Konferenz in Paris am 20. Oktober von Erfolgen. So sollen Eliteeinheiten der irakischen Armee und kurdische Kämpfer weitere Angriffe gestartet haben, um Dörfer nördlich und östlich von Mossul einzunehmen. Nach offiziellen Angaben komme man wesentlich schneller voran als geplant. Kritiker bezweifeln jedoch, dass der Islamische Staat (IS) sich in wenigen Wochen geschlagen geben wird – und ob er sich militärisch überhaupt besiegen lässt.

 

Erdogan will die Kurden schwächen

Problematisch ist, dass innerhalb der internationalen Allianz die einzelnen Gruppen eigene Interessen verfolgen, die sich teilweise widersprechen. Beteiligt sind neben der irakischen Armee die kurdischen Peschmerga und internationales Militär. Zudem hat die Türkei gegen den Willen der irakischen Zentralregierung 2.000 Soldaten im nordirakischen Kurdengebiet stationiert. Der türkische Staatspräsident Erdogan hat mit einer Rede in Istanbul nun auch noch für zusätzliche Spannungen gesorgt: Er erhob Anspruch auf Mossul und verwies auf den „Misak-i Milli“, das politische Manifest der türkischen Unabhängigkeitsbewegung. Auch schiitische Milizen wollen in die Kämpfe eingreifen, die irakische Regierung lehnte das aber bisher ab.

Die Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft bereiten sich intensiv auf weitere zivile Einsätze im Irak vor und kritisieren gleichzeitig die einseitige politische Fokussierung auf den militärischen Kampf gegen den Terror:

„Wir wissen, dass in den kommenden Tagen und Wochen Hunderttausende aus Mossul fliehen werden und wohl nur ihre Kleidung und wenige Habseligkeiten mitnehmen können. Daher haben wir zunächst für etwa 1.800 Familien Pakete für die erste Notversorgung zusammengestellt. Sie enthalten Planen und Werkzeuge, mit denen sich die Familien eine provisorische Notunterkunft bauen können. Danach brauchen die Menschen Decken und warme Kleidung, denn in wenigen Wochen wird es sehr kalt im Nordirak“, sagt Mike Bonke, Landesdirektor der Welthungerhilfe, der sich derzeit in Dohuk befindet. Die Welthungerhilfe ist bereits seit zwei Jahren im Irak tätig und unterstützt unter anderem Flüchtlinge rund um Erbil und Dohuk. Lokale Partner rechnen mit einem drastischen Anstieg der Zahl der Binnenflüchtlinge. Spenden werden auch für den Wiederaufbau von Schulen und Bewässerungssystemen eingesetzt und dringend benötigt.

 

Der Weg zum inneren Frieden ist noch weit

Auch die Nahost-Expertin Astrid Meyer von Misereor ist im Nordirak unterwegs, um mit Vertretern der Partnerorganisation „Jiyan Foundation“ die Hilfsmaßnahmen abzustimmen. Ärzte arbeiten in neun Regionalzentren, darüber hinaus können mobile Teams in Gebiete rund um Mossul gehen. „Wir können nur hoffen, dass die Zivilisten nicht daran gehindert werden, Mossul zu verlassen. Andernfalls könnte es eine erneute humanitäre Katastrophe geben“, sagt Astrid Meyer.

Katja Maurer, Pressesprecherin von medico international, sieht angesichts der Opfer in der Zivilbevölkerung keinen Grund, die bisherigen militärischen Erfolge zu feiern. Sie bemängelt die Fokussierung auf den Krieg gegen den Terror: „Diese Politik hat die größte humanitäre Krise nach dem Zweiten Weltkrieg mit geschaffen anstatt sie zu lösen.“ Partner von medico international gehen davon aus, dass der IS seine Taktik verändern könne und in den kommenden Wochen verstärkt dezentrale Anschläge verüben werde. Durch eine Vertreibung der IS-Truppen aus Mossul und deren mögliche Abwanderung nach Syrien könne sich außerdem die Lage in Syrien verschärfen, befürchtet Katja Maurer. Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen seien entscheidend, auch langfristige Strategien zu einer Stabilisierung, etwa die Integration der Christen und Sunniten sowie die Armutsbekämpfung. 

 

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news-756 Tue, 18 Oct 2016 15:19:00 +0200 Haiti: Rasche Hilfe für die Betroffenen - Update http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/haiti-rasche-hilfe-fuer-die-betroffenen-update.html Nach dem verheerenden Hurrikan „Matthew“ in Haiti haben die Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft zusammen mit ihren lokalen Partnern mit der Soforthilfe begonnen und planen bereits längerfristige Maßnahmen.

Berlin, 18. Oktober 2016 – Die Soforthilfe für die Betroffenen steht weiter im Mittelpunkt. Zusammen mit ihren Partnerorganisationen vor Ort haben die Mitgliedsorganisationen Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Hygieneartikel verteilt. In Notunterkünften werden die Menschen mit Nahrungsmitteln und warmen Mahlzeiten versorgt. In mehreren Städten im Süden und Nordwesten hat die Welthungerhilfe Decken, Moskito-Netze, Matratzen, Hygiene-Sets mit Tabletten zur Wasseraufbereitung, Seife und Werkzeuge an die Betroffenen verteilt. 

Um Kinder auch vor den psychischen Folgen zu schützen, sind eine sichere Anlaufstelle und eine gute Betreuung wichtig. Die Kindernothilfe hat die Katastrophenhilfe auf 150.000 Euro erhöht und plant die Eröffnung von vier Kinderschutzzentren in Port-á-Piment. Der Ort an der Südküste der Tiburon-Halbinsel ist - wie die etwas weiter nördlich gelegene Stadt Jérémie - ein Epizentrum der Katastrophe. In den Kinderschutzzentren kümmern sich Sozialarbeiter und Psychologen um die Kleinen, damit sie die traumatischen Erlebnisse verarbeiten können. Viele Kinder hatten Todesangst, als der Hurrikan am 4. Oktober 2016 ihre Heimat verwüstete. Sie mussten mitansehen, wie Menschen von Trümmern begraben wurden, wie Freunde oder Angehörige starben. 

Auch die Aufräumarbeiten laufen weiter. Überschwemmte Straßen und Brücken müssen wieder passierbar gemacht, Häuser aufgebaut werden. Die Christoffel-Blindenmission plant Maßnahmen, um die Menschen in Haiti beim Aufbau ihrer Häuser zu unterstützen. Familien sollen zum Beispiel neue Schaufeln, Hacken und Saatgut für die Bewirtschaftung ihrer Felder, sowie Kühe, Ziegen, Ferkel oder Hühner erhalten. 

Um die Bevölkerung gegen zukünftige Wirbelstürme besser zu schützen und die Schäden zu verringern, unterstützt Misereor seit langem Projekte für eine stabilere Bauweise von Häusern und ein professionelles Wassermanagement. Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotz der nach wie vor erschütternden Zustände: Spezielle Wohnungsbaumodelle von Misereor hielten dem Sturm stand. Derzeit baut die Organisation Schulen wieder auf. In den Teilen des Landes, in denen der Hurrikan „Matthew“ Wälder und Felder zerstört hat, unterstützt Misereor mit einem Teil der eingegangenen Spenden die Beschaffung von Setzlingen und Saatgut. Spätestens Anfang des Jahres 2017 sollen die Menschen wieder selbst ernten können. Bewährt hat sich das von Misereor initiierte Konzept der Waldgärten: Bäume, Wild- und Kulturpflanzen sowie Wild- und Haustiere bilden hierbei ein großes Biotop. Bei der Katastrophe stellte sich nun heraus, dass die Pflanzen in solchen Waldgärten Stürmen besser trotzen können.

Nach Angaben von lokalen Behörden soll es über 1.000 Todesopfer gegeben haben. In den besonders betroffenen Gebieten, etwa rund um die Stadt Jérémie, sind 90 Prozent der Häuser zerstört oder stark beschädigt und 80 Prozent der Ernte ist vernichtet. Überschwemmungen und Hochwasser haben zu einer Trinkwasserverschmutzung geführt. Etliche Menschen sind an Cholera erkrankt: Rund 200 Verdachtsfälle wurden registriert. Aus dem Bezirk Anse-d´Hainault wurden bereits 50 Todesfälle durch Cholera-Erkrankungen gemeldet.

Bündnis Entwicklung Hilft bittet um Spenden für Haiti:

Spendenkonto:
IBAN: DE71 3702 0500 0008 1001 00
Stichwort: Hurrikan Matthew

Online spenden: spenden.entwicklung-hilft.de

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news-755 Tue, 11 Oct 2016 15:19:33 +0200 Haiti: Rasche Hilfe für die Betroffenen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/haiti-rasche-hilfe-fuer-die-betroffenen.html Nach dem verheerenden Hurrikan „Matthew“ in Haiti haben die Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft zusammen mit ihren lokalen Partnern mit den Hilfsmaßnahmen begonnen.

Berlin, 11. Oktober 2016 – Zunächst steht weiterhin die Soforthilfe für die Betroffenen im Mittelpunkt. Zusammen mit ihren Partnerorganisationen vor Ort haben die Mitgliedsorganisationen die Verteilung von dringend benötigten Hilfsgütern wie Lebensmittel, sauberem Trinkwasser und Hygieneartikel begonnen. In Notunterkünften werden die Menschen mit Nahrungsmitteln und warmen Mahlzeiten versorgt. In mehreren Städten im Süden und Nordwesten hat die Welthungerhilfe außerdem Decken, Moskito-Netze, Matratzen, Hygiene-Sets mit Tabletten zur Wasseraufbereitung, Seife und Werkzeuge an die Betroffenen verteilt. Um dem drohenden Cholera-Ausbruch entgegenzuwirken, bereiten Partner von terre des hommes Hygiene- und Sanitärmaßnahmen vor.

Für das Wohl der Kinder, die in Katastrophen besonders gefährdet sind, ist neben altersgerechter Nahrung nun eine sichere Anlaufstelle lebenswichtig. Die Kindernothilfe unterstützt daher die Kinderschutzzentren ihrer lokalen Partnerorganisationen. Hier bieten Sozialarbeiter und bei Bedarf Psychotherapeutinnen Jungen und Mädchen ihre Beratung. Darüber hinaus ist es zentral, dass der Unterricht bald wieder aufgenommen wird, um das Lernen fortzusetzen und den Kindern in ihrem Leben wieder eine Struktur zu geben. 

Parallel zu der Soforthilfe beginnen nun die Aufräumarbeiten. Überschwemmte Straßen und Brücken müssen wieder passierbar gemacht und zerstörte Häuser aufgebaut werden. Die Christoffel-Blindenmission plant Maßnahmen, um die Menschen in Haiti beim Aufbau ihrer Häuser und ihrer Existenz zu unterstützen. Familien sollen zum Beispiel neue Schaufeln, Hacken und Saatgut für die Bewirtschaftung ihrer Felder, sowie Kühe, Ziegen, Ferkel oder Hühner erhalten. Um die Bevölkerung gegen zukünftige Wirbelstürme besser zu schützen und die Schäden zu verringern, unterstützt Misereor Maßnahmen für eine stabilere Bauweise von Häusern und ein professionelles Wassermanagement.

Nach und nach zeichnen sich die Schäden durch Hurrikan „Matthew“ in Haiti ab. Aber viele betroffene Gebiete sind noch nicht vollständig zugänglich und die Kommunikation ist nicht in alle Landesteile hinein möglich. Bisher wurden 370 Tote offiziell bestätigt. In den besonders betroffenen Gebieten der Karibikinsel, etwa rund um die Stadt Jéremié, sind 90 Prozent der Häuser zerstört oder stark beschädigt und 80 Prozent der Ernte vernichtet. Überschwemmungen und Hochwasser der Flüsse führen zur Trinkwasserverschmutzung. Eine große Gefahr liegt daher nun sowohl in einer drohenden Ernährungskrise, als auch eines erneuten Cholera-Ausbruchs.

Bündnis Entwicklung Hilft bittet um Spenden für Haiti:

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Stichwort: Hurrikan Matthew

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news-752 Fri, 07 Oct 2016 14:34:01 +0200 Hurrikan Matthew: Hilfe in Haiti dringend erforderlich http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/hurrikan-matthew-hilfe-in-haiti-dringend-erforderlich.html Bündnis Entwicklung Hilft ruft zu Spenden auf

Berlin, 7. Oktober 2016 – Der Hurrikan Matthew hat in Haiti weitaus schlimmere Schäden hervorgerufen als zunächst angenommen. Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft haben heute bereits 250.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt, doch weitere Hilfsgelder werden dringend benötigt. Der Hurrikan hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen in einer Region, die ohnehin zu den ärmsten der Welt zählt. Über 300 Todesopfer wurden bereits gemeldet, in manchen Orten sind mehr als 90 Prozent der Häuser beschädigt. Die Region war bereits 2010 durch das schwere Erdbeben getroffen. Durch den engen Kontakt zu den Partnern vor Ort, der seit dem Erdbeben bestehen geblieben ist, können die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft nun sehr zügig mit der Hilfe beginnen.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in Folge des Hurrikans langfristige Schäden entstanden sind. In den betroffenen Teilen Haitis ist von einem Ernteverlust von bis zu 90 Prozent auszugehen. Hinzu kommen massive Trinkwasserverschmutzung durch Meerwasser und die Gefahr eines erneuten Ausbruchs von Cholera.

Unter dem Stichwort Hurrikan Matthew ruft das Bündnis Entwicklung Hilft zu Spenden für die betroffene Bevölkerung auf. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnisses sind mit ihren Partnerorganisationen vor Ort und bitten dringend um Unterstützung.

Spendenkonto:
IBAN: DE71 3702 0500 0008 1001 00
Stichwort: Hurrikan Matthew
Online spenden: https://spenden.entwicklung-hilft.de/

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Pressestelle
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news-751 Wed, 05 Oct 2016 14:44:00 +0200 Hurrikan Matthew richtet schwere Schäden in Haiti an http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/hurrikan-matthew-richtet-schwere-schaeden-in-haiti-an.html Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft stehen in ständigem Kontakt, um erste gemeinsame Hilfsmaßnahmen schnell und gezielt auf den Weg bringen zu können.

Am heutigen Mittwoch zog Hurrikan Matthew der Stärke 4 von 5 mit Windgeschwindigkeiten von über 220 km/h und starken Regenfällen von bis zu 600 Millimetern pro Quadratmeter über Haiti hinweg. Insbesondere im Süden des Landes richtete der Hurrikan schwere Schäden und Zerstörung an. Noch ist das genaue Ausmaß der Schäden aber nicht absehbar.

Bündnis Entwicklung Hilft beobachtet die Situation vor Ort derzeit intensiv. Die Mitgliedsorganisationen stehen mit ihren Partnern vor Ort in Kontakt. Erste gemeinsame Hilfsmaßnahmen werden bereits vorbereitet, um die Betroffenen adäquat unterstützen zu können. Aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen durch die Überschwemmungen, muss Krankheitsausbrüchen nun gezielt entgegen gewirkt werden. Auch im Bereich der Infrastruktur und der Landwirtschaft muss nun mit dem Wiederaufbau begonnen werden.

Weiterführende Informationen zu Hurrikan Matthew in Haiti gibt es auf folgenden Websites unserer vor Ort aktiven Mitgliedsorganisationen:

https://www.cbm.de/unsere-arbeit/nothilfe/Hurrikan-Matthew-bedroht-Karibik-517096.html

https://www.kindernothilfe.de/HurrikanHaiti.html

http://www.welthungerhilfe.de/hurrikan-matthew-pressemitteilung.html

 

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news-750 Thu, 15 Sep 2016 17:36:16 +0200 Gemeinsame Verantwortung, konkrete Verpflichtungen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/gemeinsame-verantwortung-konkrete-verpflichtungen.html Bündnis Entwicklung Hilft sieht United Nations Summit for Refugees and Migrants als große Chance

Berlin, 15. September 2016 – Um globale Maßnahmen zur Bewältigung der weltweit stark angestiegenen Flucht- und Migrationsbewegungen abzustimmen, findet am 19. September 2016 ein Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York statt. Damit aus diesem hochrangigen Treffen ein Erfolg wird, sind aus Sicht des Bündnis Entwicklung Hilft konkrete, verbindliche Beschlüsse erforderlich.

Begrüßenswert sei die Betonung des Schutzes der Menschenrechte von Geflüchteten und Migranten, der Rettung von Geflüchteten in Lebensgefahr, der Unterstützung von Aufnahmeländern und der Bekämpfung der Ausbeutung von Arbeitsmigranten, so Bündnis-Geschäftsführer Peter Mucke. „Der Gipfel bietet eine Chance, die internationale Verantwortung für Geflüchtete und Migranten gerechter zu verteilen und ihre Rechte sowie ihren Schutz wirkungsvoll zu stärken. Hierfür müssen im Rahmen des Abschlussdokuments Verpflichtungen konkret genannt werden und ein Rechenschaftssystem eingeführt werden.“

Dass zwar von Fluchtursachenbekämpfung die Rede ist, aber die Fluchtursachen ausschließlich in Herkunftsländern verortet würden, kritisiert Dr. Ramona Lenz, Referentin für Flucht und Migration beim Bündnis-Mitglied medico international: „Ohne die Verantwortung der Industrieländer bei Rohstoffausbeutung, Waffenhandel und Freihandelsabkommen zu benennen und diese als Fluchtursachen anzuerkennen, bleibt die Fluchtursachenbekämpfung unvollständiges Stückwerk.“ Sie fordert auch, Menschen, die aufgrund von Katastrophen und Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen, den Status von Flüchtlingen zuzugestehen. Bei den weiteren Beratungen der Vereinten Nationen müsse darüber hinaus die Situation von Binnenvertriebenen eine wichtige Rolle bekommen. 

Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft weisen insbesondere auf die Kinderrechte und den besseren, wirksameren Schutz von Kindern, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, hin. "Kinder auf der Flucht sind stets besonderen Gefahren ausgesetzt und immer eine extrem verletzliche Zielgruppe. Sie müssen daher intensiv in den Blick genommen und geschützt werden. Wir fordern die internationale Staatengemeinschaft auf, bestmögliche Kindesschutz-Systeme auf Fluchtrouten zu installieren", sagt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. "Wenn beispielsweise ein Kind während der Flucht seiner Mutter geboren wird, braucht es einen legalen Status und entsprechende Ausweispapiere."

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news-749 Thu, 25 Aug 2016 11:00:00 +0200 Unzureichende Infrastruktur treibt das Katastrophenrisiko in die Höhe http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/unzureichende-infrastruktur-treibt-das-katastrophenrisiko-in-die-hoehe.html WeltRisikoBericht 2016 über die Folgen möglicher extremer Naturereignisse in 171 Ländern Berlin, 25. August 2016 – Eine unzureichende Infrastruktur und nicht belastbare Logistikketten erhöhen substantiell das Risiko, dass aus einem extremen Naturereignis eine Katastrophe wird. Dies ist ein Kernergebnis des WeltRisikoBericht 2016, den das Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. und das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Kooperation mit der Universität Stuttgart heute in Berlin vorgestellt haben.

„Bei Hilfsmaßnahmen nach extremen Naturereignissen liegen die Herausforderungen meist auf der ‚letzten Meile‘ der Logistikkette: den Transport trotz zerstörter Straßen oder Brücken zu organisieren und bei Knappheit von zum Beispiel Wasser, Essen und Obdach eine gerechte Verteilung zu gewährleisten“, erklärt Peter Mucke, Projektleiter des WeltRisikoBerichts und Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. „Marode Verkehrswege, unsichere Stromnetze und baufällige Gebäude behindern nicht nur die humanitäre Hilfe aus dem Ausland, sondern verzögern zudem die im Katastrophenfall entscheidende Selbsthilfe der Betroffenen.“ 

„Die internationale Gemeinschaft muss bereits vor dem Eintritt von Katastrophen mehr in den Aufbau und Ausbau von kritischer Infrastruktur investieren“, sagt Dr. Matthias Garschagen, wissenschaftlicher Leiter des Berichts und Abteilungsleiter am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS). „Ausreichend Infrastruktur von hoher Qualität, die institutionell gut gemanagt wird, kann nicht nur die oft katastrophalen Folgen von Naturgefahren wie Überflutungen oder Stürmen verhindern, sondern sie kann auch eine entscheidende Rolle bei der Verteilung von humani-tären Hilfsgütern im Katastrophenfall spielen. Kritische Infrastruktur kann somit die Risiken von Naturgefahren für Bevölkerungen reduzieren und wirtschaftliche Verluste abfedern.“

Dr. Iris Menn, Programmdirektorin beim Bündnis-Mitglied Christoffel-Blindenmission (CBM), betont die wachsende Bedeutung der lokal organisierten humanitären Hilfe: „Akteure vor Ort, zum Beispiel zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen, sind oft am besten mit den lokalen, kulturellen Gegebenheiten vertraut und kennen die Menschen, die am dringendsten Hilfe benötigen. Sie sind die Ersten, die im Katastrophenfall aktiv werden können und sind auch dann noch da, wenn die internationalen Hilfsorganisationen schon wieder weg sind.“

Wichtiger Bestandteil des Berichts ist der WeltRisikoIndex, der von der Universität Stuttgart, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) berechnet wurde. Der Index bewertet das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Natur-gefahren und Verwundbarkeit der Gesellschaft. Dabei weist auch 2016 der Inselstaat Vanuatu das größte Risiko auf. Deutschland liegt auf Rang 147. „Gesellschaftliche Faktoren wie die Ernährungssituation, die medizinische Versorgung und die Regierungsführung entscheiden zum großen Teil, ob aus einem Naturereignis eine Katastrophe wird“, sagt Dr. Torsten Welle vom IREUS. „Allerdings können durch gezielte Maßnahmen die Auswirkungen von Katastrophen reduziert und aus erkannten Schwachstellen wichtige Lehren gezogen werden.“

Das zugehörige Factsheet finden sie hier

Hinweise an Redaktionen:

  • Den vollständigen Bericht finden Sie ab dem 25.08.2016, 11.00 Uhr, zum Download unter www.WeltRisikoBericht.de.
  • Weitere druckfähige Bilder, Infografiken und Kartenmaterial können Sie gern bei uns anfordern.
  • Wir schicken Ihnen gern eine gedruckte Fassung des WeltRisikoBericht 2016 und früherer Ausgaben zu. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an: presse@entwicklung-hilft.de.  
  • Für telefonische oder persönliche Interviews stehen Ihnen unsere Autorinnen und Autoren gern zur Verfügung.


Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Florian Brell / Lotte Kirch
Tel.: +49 (0) 30 / 27877 – 393
E-Mail: presse(at)entwicklung-hilft.de

Universität der Vereinten Nationen - Pressestelle
Janine Kandel
Tel: + 49 (0) 228 / 815 – 0219
E-Mail: kandel(at)vie.unu.edu

Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation
Andrea Mayer-Grenu
Tel.: +49(0) 711 / 685-82176
E-Mail: hkom(at)hkom.uni-stuttgart.de


Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) befasst sich mit Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und den Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels.

Das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart vertritt in Forschung und Lehre die Anliegen einer auf Risikoreduzierung, Nachhaltigkeit und Resilienz zielenden Raum- und Infrastrukturplanung.

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news-748 Thu, 18 Aug 2016 17:16:09 +0200 Vorstellung des WeltRisikoBericht 2016 http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/vorstellung-des-weltrisikobericht-2016.html Am 25. August 2016 veröffentlichen Bündnis Entwicklung Hilft und das Institute for Environment and Human Security der United Nations University den WeltRisikoBericht 2016 ihm Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin. Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit laden wir Sie herzlich zur Vorstellung des WeltRisikoBericht 2016 ein.

Termin: Donnerstag, 25. August um 10.30 Uhr

Ort: VKU Forum, Invalidenstraße 91, 10115 Berlin

Als Gesprächspartner stehen Ihnen folgende Experten und Expertinnen zur Verfügung:

·         Peter Mucke, Geschäftsführer Bündnis Entwicklung Hilft und Projektleiter WeltRisikoBericht

·         Dr. Matthias Garschagen, Leiter der Forschungsabteilung für „Vulnerability Assessment, Risk Management & Adaptive Planning” am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) und wissenschaftlicher Leiter WeltRisikoBericht

·         Dr. Iris Menn, Programmdirektorin Christoffel-Blindenmission

·         Dr. Torsten Welle, akademischer Mitarbeiter am Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) der Universität Stuttgart

 

Mit dem Schwerpunktthema Logistik und Infrastruktur zeigt der diesjährige WeltRisikoBericht auf, inwiefern Logistik und Infrastruktur mitentscheiden, ob aus einem extremen Naturereignis eine Katastrophe wird. Wichtiger Bestandteil des Berichts ist wie jedes Jahr der aktuelle WeltRisikoIndex, der das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Naturgefahren und Verwundbarkeit der Gesellschaft berechnet.

Bitte teilen Sie uns per E-Mail an presse(at)entwicklung-hilft.de mit, wenn Sie an der Pressekonferenz teilnehmen möchten und ob Sie im Anschluss Interesse an einem persönlichen Gespräch mit den Expertinnen und Experten haben. Vielen Dank!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Mucke
Geschäftsführer

Bündnis Entwicklung Hilft

Janine Kandel
Leitung der Kommunikationsabteilung
Universität der Vereinten Nationen

 

Hinweise an Redaktionen:                          

Sollten Sie nicht an unserer Pressekonferenz teilnehmen können, vermitteln wir Ihnen gern persönliche und telefonische Gesprächstermine unter Einhaltung der Sperrfrist mit unseren Experten und Expertinnen.

 

Für Rückfragen:

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Tel.: +49 (0) 30 / 27877 - 393
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Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) befasst sich mit Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und den Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels.

Das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart vertritt in Forschung und Lehre die Anliegen einer auf Risikoreduzierung, Nachhaltigkeit und Resilienz zielenden Raum- und Infrastrukturplanung.

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news-747 Thu, 14 Jul 2016 11:51:23 +0200 Die Lage im Südsudan eskaliert http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/die-lage-im-suedsudan-eskaliert.html Am Wochenende erschütterten schwere Gefechte die südsudanesische Hauptstadt Juba. Ein Wiederaufflammen des Bürgerkrieges ist nicht auszuschließen und erneut sind tausende Menschen auf der Flucht. Auch die Arbeit der Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft ist von der extremen Lage betroffen. Nachdem bereits Ende Mai Veronika Racková, die Leiterin des von DAHW unterstützten St. Bakhita-Krankenhauses von Soldaten angeschossen wurde und im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag sieht sich das assoziierte Bündnismitglied nun gezwungen sein Büro in Juba aufgrund der verheerenden Sicherheitslage zu schließen. Fünf Mitarbeiter koordinieren im Hauptstadtbüro des Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfswerks die landesweite Arbeit mit Lepra-Erkrankten.

Seit 43 Jahren ist DAHW bereits im Südsudan tätig und musste die Arbeit trotz aller Bürgerkriege bisher erst das zweite Mal vollständig einstellen. „Es ist zu gefährlich für das Team, zum Büro oder gar über Land in die Projekte zu fahren“, sagt Barbara Batesaki. Als Büroleiterin der DAHW in Uganda ist sie auch für die Arbeit im Südsudan verantwortlich: „Noch geht es allen Mitarbeitern gut, das soll so bleiben. Daher haben wir ihnen empfohlen, Zuhause zu bleiben, das ist derzeit der wohl sicherste Ort.“

Welthungerhilfe setzt Arbeit in anderen Landesteilen fort

Auch Bündnismitglied Welthungerhilfe musste seine Arbeit in der Hauptstadt einstellen, wird die Projekte in anderen Landesteilen jedoch fortführen. „Im Norden und Westen des Landes ist die Lage derzeit ruhig und wir können die wichtigen Nahrungsmittelverteilungen fortführen. In Juba selbst haben wir alle unsere Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Einige ausländische Kollegen verlassen heute oder morgen mit deutschen Militärmaschinen das Land und bleiben in Uganda bis sich die Sicherheitslage wieder beruhigt“, berichtet der Landesdirektor der Welthungerhilfe, Jonas Wiahl aus Juba. „Für das Land sind diese erneuten Kämpfe eine Katastrophe, denn die Menschen verlieren das Vertrauen in die Zukunft. Tausende flüchten wieder auf die ohnehin überfüllten UN-Stützpunkte, um dort Sicherheit und ein wenig Nahrung zu bekommen. Sie haben erneut das Wenige verloren, was sie besaßen.“ Die Organisation prüft nun, wie den betroffenen Menschen am besten geholfen werden kann.

Die Welthungerhilfe unterstützt fast 500.000 Menschen im Südsudan in vier Bundesstaaten des Landes. Dabei stehen sowohl Nahrungsmittelverteilungen für Flüchtlinge als auch landwirtschaftliche Unterstützung durch Saatgut und Beratung von Kleinbauern im Mittelpunkt der Arbeit. Um die Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern, baut die Welthungerhilfe an Schulen und öffentlichen Plätzen Latrinen und bohrt Brunnen für sauberes Trinkwasser.

 

Misereor verspricht schnelle Hilfe

"Wir stehen in ständigem Austausch mit den beiden Ordensgemeinschaften Comboni-Missionare und Daughters of Mary Immaculate sowie verschiedenen Diözesen, deren Entwicklungs- und Hilfsprojekte wir seit vielen Jahren unterstützen", sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Mittwoch in Aachen. "Nun geht es zuallererst darum, Bürgerinnen und Bürger, die vor den Kriegshandlungen im Südsudan geflohen sind, mit dem zum Überleben Notwendigen zu versorgen." Für diesen Zweck stellt MISEREOR 100.000 Euro zur Verfügung.

Schon vor Ausbruch der neuen bewaffneten Auseinandersetzungen waren im Südsudan 4,6 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die lokalen Partnerorganisationen des Bündnismitglieds befürchten nun, dass sich die humanitäre Lage noch einmal drastisch verschärfen werde. Um den Menschen im Südsudan weiterhin effektiv helfen zu können fordert Bröckelmann-Simon ein Waffenembargo gegen den Südsudan und eine schnelle Ausweitung der UN-Blauhelmmission um die Sicherheit der Bevölkerung und der Mitarbeiter vor Ort wieder herzustellen. Es ist wichtig, dass die mit uns kooperierenden Hilfsorganisationen gefahrlos und schnell Nahrungsmittel an die notleidende Bevölkerung verteilen können."

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news-746 Fri, 01 Jul 2016 00:01:00 +0200 Bündnis Entwicklung Hilft wächst weiter http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/buendnis-entwicklung-hilft-waechst-weiter.html Plan International stärkt das Bündnis als assoziiertes Mitglied Berlin, 01. Juli 2016 –Das Bündnis Entwicklung Hilft hat das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland zum 1. Juli 2016 als assoziiertes Mitglied aufgenommen. Damit umfasst das Bündnis zehn Mitglieder, die sieben Voll-Mitglieder Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie nun Plan International. Die Mitgliederversammlung des Bündnis Entwicklung Hilft hatte die Aufnahme von Plan International als assoziiertes Mitglied einstimmig beschlossen. „Ich freue mich sehr über die Stärkung unseres Bündnisses“, sagt Simone Pott, Vorstandsvorsitzende des Bündnis Entwicklung Hilft.

Plan International Deutschland wurde vor rund 27 Jahren in Hamburg gegründet. Heute arbeiten dort etwa 140 Mitarbeiter. Der internationale Verbund hat Einnahmen von knapp 820 Mio. Euro und ist mit etwa 9.000 lokalen Mitarbeitern in 51 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas tätig. Plan International Deutschland stellte im vergangenen Jahr 150 Mio. Euro für nachhaltige Selbsthilfeprojekte zur Verfügung, hauptsächlich aus Patenschaftseinnahmen sowie Stiftungen und Einzelspenden. Ziel der Organisation ist die weltweite Verwirklichung der Kinderrechte und die Gleichberechtigung von Mädchen. „Wir sind überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Bündnispartnern in Notsituationen und bei Katastrophen künftig noch wirkungsvoller und schneller reagieren können“, so der Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland, Dr. Werner Bauch.

In Notsituationen und bei Katastrophen wird das Bündnis aktiv, um vor Ort akute und langfristige Hilfe zu leisten. Dabei arbeiten die Bündnismitglieder eng mit einheimischen Partnerorganisationen zusammen, mit denen sie durch langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit verbunden sind. Die Partner sind in der Katastrophenhilfe sehr wichtig, denn die Menschen vor Ort wissen am besten, welche Hilfe sie benötigen und welche finanziellen Mittel gebraucht werden, um Not zu lindern. Die Hilfsprojekte setzen die einheimischen Partner mit Unterstützung des Bündnisses um.

Der Zusammenschluss besteht seit mehr als elf Jahren. Gemeinsam eingeworbene Spenden werden zu gleichen Teilen unter den Bündnismitgliedern aufgeteilt. Alle Organisationen besitzen das DZI-Spendensiegel.

Hinweise an Redaktionen:  

·         Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite www.entwicklung-hilft.de.

·         Wir vermitteln Ihnen gerne Gesprächspartner vor Ort und Interviews mit Experten aus unseren Mitgliedsorganisationen.

Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft
Florian Brell

Tel.:  030 / 278 77 390

presse(at)entwicklung-hilft.de
www.entwicklung-hilft.de

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International Deutschland leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-745 Mon, 20 Jun 2016 16:00:00 +0200 Stellenausschreibung: Pressesprecher/in http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/stellenausschreibung-pressesprecherin.html Um unsere Anliegen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen, suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen Pressesprecherin/Pressesprecher Im Bündnis Entwicklung Hilft arbeiten die Organisationen Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors zusammen, um insbesondere in Katastrophen- und Krisengebieten langfristig angelegte Hilfsprojekte aufzubauen und Spenden für Menschen in Not zu sammeln. Die im Bündnis verbundenen Organisationen stärken dabei in ihrer Arbeit die lokalen Strukturen und stützen sich auf langjährige Erfahrung mit Partnern vor Ort.

Das Bündnis und seine Mitgliedsorganisationen beschäftigen sich darüber hinaus mit strukturellen Ursachen von Armut und Not. Dazu gehört auch die politische Debatte von Fragen der Entwicklungszusammenarbeit. Das Bündnis rückt die häufig menschengemachten Ursachen von humanitären Krisen in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Ziel ist die Stärkung der Katastrophenprävention in all ihren Facetten.


Um diese Anliegen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen, suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Pressesprecherin / Pressesprecher

Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet,
der Stellenumfang beträgt 75 %, Dienstort ist Berlin.


Das Aufgabengebiet umfasst:

  • Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien
  • Pressesprechertätigkeit für das Bündnis Entwicklung Hilft, Ausbau und Pflege des Mediennetzwerkes, Ausbau der Medienarbeit
  • Mitarbeit bei der Erstellung von Publikationen, Rechenschaftsberichten und Informationsmaterialien
  • Aufbau von Marketing-Maßnahmen zur Spendenakquise des Bündnisses
  • Weiterer Aufbau und Ausbau des Online-Auftritts und der Online-Kommunikation, auch in sozialen Netzwerken
  • Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses mit den Mitgliedsorganisationen.

Sie erfüllen folgende Voraussetzungen:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium und/oder journalistische Ausbildung und Berufserfahrung im Journalismus oder in entsprechenden Pressestellen
  • Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und/oder der Humanitären Hilfe
  • Erfahrung im Marketing, insbesondere in digitalem Marketing und Online-Kommunikation
  • Erfahrung in der Erstellung von Publikationen und Informationsmaterialien
  • Sehr gute Kommunikationsfähigkeit, sicherer öffentlicher Auftritt und gute Medienkontakte
  • Hohes Maß an Kreativität, Flexibilität und hohe Belastbarkeit
  • Sehr gute anwendungsorientierte EDV-Kenntnisse und sehr gute englische Sprachkenntnisse.


Die Eingruppierung erfolgt in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Ihre vollständige Bewerbung senden Sie bitte bis zum 10. Juli 2016 per E-Mail an: kontakt(at)entwicklung-hilft.de

Bündnis Entwicklung Hilft, Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin,
Tel. 030 – 278 77 390

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news-744 Mon, 20 Jun 2016 12:54:44 +0200 Zum Weltflüchtlingstag 2016 http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/zum-weltfluechtlingstag-2016.html Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft finden zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni klare Worte. Weltweit sind über 60 Millionen Menschen Opfer von Flucht und Vertreibung. Kein anderes Thema beschäftigte Politik, Medien und Gesellschaft im letzten Jahr in vergleichbarem Maße. Die Situation von Geflüchteten weltweit und die Situation in Herkunfts-, Transit- Aufnahmeländern gehört seit jeher zu den Themen des Bündnis Entwicklung Hilft und seiner Mitgliedsorganisationen und gewann in den vergangen Monaten noch einmal an Priorität hinzu. Den Weltflüchtlingstag nimmt das Bündnis und seine Mitgliedsorganisationen zum Anlass für klare Worte, aber auch zum Anlass konkreter Maßnahmen.


Den Schwächsten wirksam helfen

Bündnismitglied terre des hommes fodert in seiner Erklärung anlässlich des Jahrestages ein klares Bekenntnis zu Weltoffenheit, Aufnahme und Schutz. „Das Grundrecht auf individuelle Prüfung des Asylanspruchs in Deutschland darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden“, so Albert Recknagel, Vorstandssprecher der Organisation. „In einem Moment, in dem sich die weltweiten Flüchtlingszahlen auf einem Höchststand befinden, konzentrieren sich bei uns politische Initiativen weitgehend darauf, wie man notleidende Menschen am besten loswerden und von unseren Grenzen fernhalten kann, anstatt Gemeinsamkeit zu stärken und den Schwächsten wirksam zu helfen.“

Um ein Zeichen gegen zunehmenden Rassismus und Stimmungsmache gegen Schutzsuchende zu setzen beteiligte sich terre des hommes unter anderem am Aktionstag „Hand in Hand gegen Rassismus für Menschenrechte und Vielfalt“. Durch Demonstrationen und Menschenketten in zahlreichen deutschen Städten setzte die Initiative am 19. Juni deutschlandweit ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit, Vielfalt und Weltoffenheit. Im Trägerkreis der Initiative engagieren sich neben vielen Anderen auch die Bündnismitglieder Misereor und Brot für die Welt.


Migration braucht Wege, keine Abwehr

Zum Weltflüchtlingstag weist Misereor auf die zunehmend negative Auslegung von Migration und die damit verbundenen Folgen hin. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent weiche die traditionell offene innerafrikanische Migrationspolitik eines europäisch geprägten Klimas der Kontrolle und Abwehr.

"Der Druck aus Brüssel in Folge der Beschlüsse des EU-Afrika-Gipfels von La Valetta im vergangenen November trägt durch seine Verknüpfung mit finanziellen Angeboten zur verschärften Migrationskontrolle dazu bei, dass die bislang offenen Reisemöglichkeiten westafrikanischer Bürgerinnen und Bürger in ihre Nachbarländer erschwert und ihre dortigen Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt werden.“ So fasst Martin Bröckelmann-Simon, Geschäftsführer des Hilfswerks die aktuellen Entwicklungen zusammen und sieht durch die Bestrebungen der Europäischen Union Menschenrechte und Schutz von Migranten massiv bedroht. Migrationen schaffe Entwicklungsimpulse in den Herkunftsländern und brauche deshalb Wege, keine Abwehr.


Eine angemessene Berüchtsichtung von Flüchtenden mit Behinderung

Die besonderen Belange von Flüchtlingen mit Behinderungen betont Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission. Rund 10 Prozent der Flüchtenden habe eine Beeinträchtigung und sei deshalb in besonderem Maße schutzbedürftig. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus fordert eine angemessene Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung und erklärt „Sie leiden mehr als andere unter unzureichender medizinischer Versorgung, Hunger, Durst und mangelhafter Hygiene. Häufig liegt das daran, dass wichtige Einrichtungen wie Gesundheitszentren, Ausgabestellen für Lebensmittel oder Waschräume in Flüchtlingscamps mit Rollstuhl oder Gehhilfen nicht erreichbar sind. Das muss sich ändern.“

Die Christoffel-Blindenmission zeigt mit einem Projekt in Jordanien wie dies aussehen kann. Um die Situation der Syrischen Flüchtlinge mit Behinderung zu verbessern werden durch den CBM-Partner „Al Hussein Society“ kostenlose Rollstühle, Prothesen, Gehilfen und physiotherapeutische Betreuung bereitgestellt.


Ein Gebot der Stunde

Mit Kindesschutzschulungen für in Deutschland tätige Organisationen und Institutionen der Flüchtlingsarbeit erweitert Bündnismitglied Kindernothilfe zum Weltflüchtlingstag seine Projekte und Hilfsangebote.

Dabei sollen Helfer auf das Erkennen der Anzeichen von Kindesmisshandlung, den Umgang mit Verdachtsfällen und in der Prävention von Misshandlung geschult werden. Die Kindernothilfe fördert weltweit eine Vielzahl an Projekten, die zur Durchsetzung von Kinderrechten beitragen. Unter anderem hat sie bereits in 30 Ländern mehr als 650 Organisationen darin geschult, Kindesschutzsysteme in ihre Arbeit zu integrieren. Diese Erfahrungen sollen nun auch an Organisationen und Institutionen in Deutschland weitergegeben werden.

Erstmalig in Deutschland tätig zu sein ist für die Kindernothilfe ein Gebot der Stunde: „Bisher haben wir uns darauf konzentriert, Fluchtursachen zu bekämpfen und den Menschen in ihren Herkunftsländern ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen. Bei einer solchen Ausnahmesituation, wie wir sie zur Zeit erleben, fühlen wir uns jedoch verpflichtet, einen Beitrag zur Integration, Begleitung und zum Schutz von Flüchtlingskindern in Deutschland zu leisten“, so Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe.


Mehr Informationen zu den Hilfsmaßnahmen der Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft erhalten sie im Rechenschaftsbericht „Hilfe für Flüchtlinge“


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news-743 Thu, 09 Jun 2016 16:27:40 +0200 "Sie wollten, dass wir unser altes Leben vergessen" http://www.entwicklung-hilft.de/lpages/boko-haram.html Die Terrororganisation Boko Haram entführt in Nigeria tausende Frauen und Mädchen. news-742 Mon, 23 May 2016 13:30:00 +0200 Bündnis-Mitglieder zum UN-Weltgipfel für humanitäre Hilfe http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/buendnis-mitglieder-zum-un-weltgipfel-fuer-humanitaere-hilfe.html Heute, am 23. Mail 2016, beginnt in Istanbul der erste UN-Gipfel zur humanitären Hilfe. Es kommen die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 70 Ländern, zahlreiche Minister und Funktionäre sowie Vertreter internationaler Organisationen zusammen. Auch die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft Christoffel-Blindenmission (CBM)

Es besteht Nachholbedarf, wenn es darum geht, in Notsituationen auch Menschen mit Behinderungen zu erreichen. Dieses Problem ist eines der zentralen Themen beim ersten Weltgipfel. Mit der Unterzeichnung der „Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Humanitären Hilfe“ erkennt auch die deutsche Regierung an, dass behinderte Menschen in Krisen oft vergessen werden und alle Akteure weltweit hier nachbessern müssen. Die CBM  und vier weitere Nichtregierungsorganisationen haben die Charta initiiert und heute auf dem Gipfel vorgestellt.

Dr. Rainer Brockhaus, Geschäftsführer der CBM, fordert: „Inklusion muss zu einem Qualitätsmerkmal der humanitären Hilfe werden. Erst wenn sie alle Menschen gleichermaßen berücksichtigen – auch Menschen mit Behinderungen – handeln sowohl Staaten als auch Hilfsorganisationen nach humanitären Prinzipien.“

Kindernothilfe

Es müssen die Fragen des Kindesschutzes und der Bildungsmöglichkeiten geflüchteter Kinder mit in den Fokus gerückt werden, fordert die Kindernothilfe mit Blick auf die immer längere Verweildauer von Geflüchteten in entsprechenden Lagern. Das Bündnis-Mitglied mahnt eine ganzheitliche Ausrichtung der Übergangshilfe und eine engere Verknüpfung der humanitären Hilfe mit der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit an.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich die Weltgemeinschaft in Istanbul zusammensetzt und nach Lösungen für die dramatische n humanitären Krisensituationen sucht“, erklärt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Für Kinder sind der Schutz vor gewaltsamen und sexuellen Übergriffen und die Möglichkeit, Bildungsangebote wahrzunehmen, von herausragender Bedeutung“, so Weidemann weiter. „Trotzdem sind diese beiden Bereiche am schwächsten finanziert. Das muss sich rasch ändern, und der Weltgipfel bietet dazu die Möglichkeit.“

Misereor

Das Bündnis-Mitglied Misereor erwartet von dem Weltgipfel, die von Krisen und Katastrophen betroffenen Menschen stärker in den Mittelpunkt von Nothilfe und Wiederaufbau zu stellen. "Dazu müssen die Betroffenen als Hauptakteure betrachtet werden. Sie sind keine hilflosen Opfer. In den allermeisten Katastrophen helfen sie als erste den anderen Betroffenen in ihren Gemeinschaften", sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Donnerstag in Aachen.

Misereor arbeitet vor Ort mit langjährigen Partnern, die zusammen mit der betroffenen Bevölkerung die Bedarfe und Handlungsoptionen am besten beurteilen können. "Diese Strategie gilt auch im Katastrophenfall. Nothilfe darf Selbsthilfeansätze nicht untergraben und neue Abhängigkeiten schaffen. Dank unseres Netzwerkes an Partnerorganisationen konnten wir zum Beispiel nach dem Erdbeben in Nepal schnell, umfassend und bedarfsgerecht Hilfe leisten", so Spiegel weiter. Misereor begrüße es daher, dass der Gipfel die Rolle und die Potentiale der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

terre des hommes

Das Kinderhilfswerk terre des hommes betont die Notwendigkeit, das System der Humanitären Hilfe zu überdenken und zu dezentralisieren. „Humanitäre Hilfe ist stets mehr als das klassische Hilfspaket. Genau wie in unserer langfristigen Programmarbeit müssen wir Humanitäre Hilfe immer mehr als politische Intervention zur Sicherung der Rechte und der Würde von Menschen verstehen“, sagt Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

terre des hommes fordert, dass einheimische Organisationen gestärkt und bei der Bewältigung von Katastrophen als gleichwertige Partner anerkannt werden. Sie müssen stärker bei der Koordination der Humanitären Hilfe miteinbezogen werden, und ihr Zugang zu Geldern muss erleichtert werden. Vor allem für Frauen und Kinder, die in den meisten Fällen besonders unter Katastrophen leiden, muss eine zeitnahe Mitsprache darüber eingeräumt werden, welche Hilfsmaßnahmen geleistet werden sollen.

Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe betont, dass die bisherige Trennung von humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr den Anforderungen gerecht wird. Dazu gehört auch, dass die nationalen und lokalen Systeme und Organisationen gestärkt und  intensiver in die Abstimmung der internationalen Akteure eingebunden werden müssen.

„Um die Risiken und Verwundbarkeiten der Menschen in Notsituationen zu verringern, brauchen wir das gemeinsame Engagement vieler Partner“, betont Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe. Wahnbaeck wird beim Humanitären Gipfel auf einem Panel zum Thema Klimaversicherungen sprechen.

Weitere Informationen zum Weltgipfel

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news-741 Thu, 19 May 2016 14:57:26 +0200 Weltgipfel der Humanitären Hilfe in Istanbul http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/weltgipfel-der-humanitaeren-hilfe-in-istanbul.html Am 23. und 24. Mai 2016 findet in Istanbul der Weltgipfel der Humanitären Hilfe statt. Zum ersten Mal in ihrer 70-jährigen Geschichte rufen die Vereinten Nationen zu einem Gipfel dieser Art auf. „We are witnessing the greatest humanitarian crisis of our lifetime. The World Humanitarian Summit is our chance to end it.“ So wirbt die UN für die Teilnahme am Gipfel. Und in der Tat steht die internationale Staatengemeinschaft vor einigen der größten humanitären Krisen seit Ende des zweiten Weltkriegs. Laut UN-Angaben waren 2015 rund 125 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen, über 60 Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen. Insgesamt sind 37 Länder von den weltweiten Krisen und deren Auswirkungen betroffen. Zur Bekämpfung des Leids werden über 20 Milliarden Dollar benötigt

.Mit circa 5.000 Teilnehmern, darunter hohe staatliche Repräsentanten und Entscheidungsträger, Vertreter von NGOs und Unternehmen sowie zivilgesellschaftliche Teilnehmer, soll auf die Lösung der humanitären Krisen und Bedrohungen unserer Zeit hingearbeitet werden. Auch Vertreter der Mitglieds-Organisationen des Bündnis Entwicklung Hilft werden vor Ort sein und sich in die Veranstaltung einbringen.

Agenda soll die großen humanitären Krisen adressieren

Im Fokus des Weltgipfels stehen Sicherheit und Würde aller Menschen und ihr Recht auf Entfaltung. Die Vereinten Nationen haben sich viel vorgenommen. Auf der Agenda des Weltgipfels finden sich Themen wie Flucht und Vertreibung, Geschlechtergerechtigkeit und Risikominderung im Hinblick auf Katastrophen. Der große Durchbruch ist dabei jedoch nicht zu erwarten. Vor allem soll der Gipfel einen Prozess anstoßen, um dauerhaft auf die Minderung des weltweiten Leids hinzuarbeiten.

 

Weiter Informationen zum World Humanitarian Summit finden Sie auf der zugehörigen Homepage.

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news-740 Mon, 25 Apr 2016 09:00:00 +0200 Nepal – Es ist noch viel Hilfe zu leisten http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nepal-es-ist-noch-viel-hilfe-zu-leisten.html Im April und Mai 2015 stellten mehrere Erdbeben den Himalayastaat Nepal und die internationale Nothilfe vor große Herausforderung. Mit einer Stärke von 7,8 ereignete sich das erste Beben am 25. April 2015, gefolgt von einem zweiten Beben am 12. Mai. Insgesamt kamen fast 9.000 Menschen ums Leben, rund 17.0000 wurden verletzt. Zahllose Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt, auch die Infrastruktur des Landes wurde schwer getroffen. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft leisteten schnelle und effektive Nothilfe und konnten das Leid vieler Betroffener lindern. Doch auch ein Jahr nach dem Erdbeben sind die Hilfsmaßnahmen bei weitem noch nicht abgeschlossen.

„Der Wiederaufbau schreitet sehr langsam voran“, so Friederike Leidreister, Nothilfekoordinatorin bei terre des hommes. „Man muss berücksichtigen, dass nach dem Beben einschließlich der zahlreichen Nachbeben große Teile des Landes kaum zu erreichen waren. Hinzu kamen der Monsun, der wiederum Straßen in die Berge unpassierbar machte, und zum Jahreswechsel der Protest über die neue Verfassung Nepals und die Blockade der Grenze zu Indien, die den Import von Benzin und wichtigen Hilfsgütern lange verzögerte.“

 

Wiederaufbau steht in den Startlöchern

Und in der Tat gibt es noch viel Hilfe zu leisten. Immer noch sind Menschen ohne angemessene Unterkunft. Etwa 3,3 Millionen leben in Notunterkünften oder selbstgebauten Hütten aus Plastik und Wellblech. Erst Mitte April 2016 gab die Regierung in Kathmandu die endgültige Erlaubnis zum Wiederaufbau zerstörter Häuser und Dörfer. Misereor und seine Partnerorganisationen Lumanti und Caritas Nepal stehen in den Startlöchern, alle Pläne wurden gemeinsam mit den Betroffenen ausgearbeitet. Unterstützung erhielten sie dabei von einem Architektenteam aus Thailand und Indien, das viel Erfahrung im Wiederaufbau nach Naturkatastrophen mitbringt.

Genauso schleppend ging bisher der Wiederaufbau der Schulen voran. Bündnismitglied terre des hommes konzentriert sich, zusammen mit den lokalen Partnerorganisationen vor Ort,  nun auf die Errichtung von Schulen und die Betreuung und psychologische Stabilisierung der nepalesischen Kinder.

Auch die Welthungerhilfe wird sich am Wiederaufbau Nepals beteiligen. Sechs Schulen sollen wieder aufgebaut werden, die Genehmigungen stehen noch aus. Im Süden des Landes kämpft die Organisation mit Programmen zu Landwirtschaft und Ernährung gegen Unterernährung von Frauen und Kindern.


Die Betreuung der Opfer wird fortgeführt

Innerhalb des letzten Jahres konnte Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission bereits 25.000 Erdbebenopfern helfen. Dabei kümmert sich die Organisation weiterhin um die medizinische und psychologische Betreuung der Verletzten und Traumatisierten.

Die Bündnisorganisation Kindernothilfe versorgt seit den verheerenden Beben Kinder und stillende Mütter In Kinderschutzzentren mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten. Sogenannte „Not-Lern-Zentren“ wurden aufgebaut und psychosoziale Betreuungsangebote geschaffen. „Alle diese Maßnahmen führen wir dort, wo sie noch immer notwendig sind, bis heute weiter“, sagt Jörg Denker, Leiter des Asienreferates der Organisation. Langfristig will sich die Organisation auch in den Bereichen Ernährungssicherung, Wassermanagement und Selbsthilfegruppenarbeit engagieren.

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news-739 Thu, 21 Apr 2016 09:37:28 +0200 Nepal: Ein Jahr nach dem Beben http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nepal-ein-jahr-nach-dem-beben.html Die Projekte der Bündnis-Mitglieder und die Situation heute Am 25. April 2015 bebte die Erde Nepals mit einer Stärke von 7,8. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Auch in Nordindien, China, Tibet und Bangladesch waren die Erschütterungen zu spüren. Zusammen mit dem zweiten Beben der Stärke 7,1 am 12. Mai 2015 richtete es verheerende Schäden an. 8.700 Tote und rund 17.000 Verletzte wurden in Nepal verzeichnet.

Nepal, der Binnenstaat zwischen Indien und China, gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Ländern der Welt. Als eine der zwanzig global ärmsten Nati-onen stellen in Nepal Katastrophen ein großes Gefahrenpotenzial für Menschen, Tiere und die Wirtschaft dar. Auch sind Hilfsmaßnahmen bei Katastrophen im Land sehr schwierig, da viele Dörfer abgelegen und sehr hoch liegen und so nur durch Fußmärsche zu erreichen sind.

Die sieben Bündnis-Mitglieder engagieren sich bereits seit langer Zeit in Nepal. Sie konnten nach dem Erdbeben sofort mit der Nothilfe beginnen und sind mit Hilfe lokaler Partner-Organisationen weiter vor Ort. Rund 6,3 Millionen Euro Spendengelder hat das Bündnis Entwicklung Hilft für die Hilfe unter dem Stichwort „Erdbeben Nepal“ erhalten – auch dank der Hinweise in der ARD.

70% der rund 26,5 Millionen Einwohner Nepals waren direkt von den Erdbeben betroffen und mehr als 8 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 501.000 Häuser wurden infolge der Beben komplett zerstört und 296.000 beschädigt. Auch hatten über eine Million der Einwohner keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser, rund eine halbe Million Kinder und 200.000 schwangere oder stillende Frauen waren von Unterernährung betroffen. Die Hilfsmaßnahmen gestalteten sich als besonders schwierig, da die sowieso schon bedürftige Infrastruktur im Land teils komplett zerstört war.

Ein Jahr nach den Erdbeben sind lebensnotwendige Hilfsgüter wie Decken, Zelte, Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel verteilt worden. Jedoch sind noch viele Schulgebäude, Krankenstationen und Häuser nur provisorisch errichtet. Der Wiederaufbau schreitet weiter voran, doch die Menschen und Organisationen vor Ort stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen: Nach den Erdbeben setzte der Monsun ein, der viele Bergstraßen unpassierbar machte. Ende 2015 bis Anfang 2016 gab es eine schwere Benzinkrise, da Indien und die Bevölkerung in den, an Indien grenzenden Regionen mit der neuen Verfassung in Nepal nicht einverstanden sind. Sie behinderten wichtige Importe und Transporte, was wiederum die Verteilung von Gütern und die Erreichbarkeit der Menschen in den entlegenen Bergregionen erschwerte. Nach wie vor sind wichtige Versorgungsgüter wie Propangas nicht in ausreichendem Maße zugänglich, wodurch die Lage weiterhin angespannt ist und eine erneute Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen werden kann.

Besonders Kinder haben unter den Folgen des Erdbebens zu leiden. In den Bergregionen leben viele Nepalesen immer noch in Notunterkünften und haben oftmals keinen strukturierten Alltag. Negative Bewältigungsstrategien wie Gewalt gegen Kinder und Zwangsheirat nehmen aufgrund der aktuellen Situation zu und bringen sie zunehmend in Gefahr. Da vielerorts die Schulen noch nicht wieder aufgebaut sind, sind viele Kinder ohne Aufsicht. Auch haben die Menschen in Nepal die Erdbeben oft psychisch noch nicht verarbeitet und vor allem Kinder sind noch immer verängstigt und nervös.   

Den Rechenschaftsbericht "Nepal: Ein Jahr nach dem Beben" finden Sie hier

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news-738 Wed, 20 Apr 2016 13:58:00 +0200 Nach dem Beben in Ecuador – die Hilfe ist angelaufen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nach-dem-beben-in-ecuador-die-hilfe-ist-angelaufen.html Mitglieder der Bündnis Entwicklung Hilft haben Nothilfemaßnahmen eingeleitet und unterstützen Partner vor Ort Das Erdbeben vom Samstagabend (Ortszeit) hat mindestens 500 Todesopfer in Ecuador gefordert, Hunderte Menschen werden noch vermisst. Mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala und mehr als 400 Nachbeben handelt es sich um eines der stärksten Beben in dem südamerikanischen Land seit Jahrzehnten. Die dort aktiven Mitglieds-Organisationen wie Misereor und medico international nahmen sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe zu ihren Partnern vor Ort Kontakt auf, um sich ein Bild über das Ausmaß zu machen. Und es wurden bereits Mittel für Nothilfemaßnahmen bewilligt. Die Schwester-Organisation des Bündnis-Mitglieds Brot für die Welt hat inzwischen mehrere Experten nach Ecuador gesandt. Und auch die Kindernothilfe hat Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Seit 1979 ist die Bündnis-Organisation in Ecuador aktiv, vier von sechs Projekten dort sind betroffen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) arbeitet mit vier Partnern in Ecuador zusammen, zwei von ihnen haben Gemeindenahe Rehabilitationsprojekte in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten. er deutsche Mitarbeiter Stefan Dofel spürte das Beben selbst in der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito. „Ich war mit meiner Frau und unserem Baby gerade draußen unterwegs, als das Erdbeben anfing“, erzählt der CBM-Regionaldirektor für Lateinamerika. „Die 40 Sekunden fühlten sich endlos an, der Boden bewegte sich in Wellen unter den Füßen. Unsere Tochter fing an zu schreien und ich dachte sofort an unsere Mitarbeiter.“

Die Kindernothilfe stellt 50.000 Euro für die Opfer des Erdbebens in Ecuador bereit und ruft zu Spenden auf. Das Geld wird für lebensnotwendige Maßnahmen, etwa die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, eingesetzt. Außerdem sollen Notunterkünfte für Familien in der besonders schwer getroffenen Stadt Guayaquil errichtet werden.

„Gerade für die Kinder ist die chaotische Situation nach einem derart heftigen Erdbeben sehr belastend und gefährlich. Einige sind verletzt, andere haben Vater oder Mutter verloren“, sagt Kindernothilfe-Landeskoordinator Mauricio Bonifaz, der das Beben selbst miterlebt hat. „Die Menschen hier stehen unter Schock. Nach wie vor kommt es zu Nachbeben. Noch immer werden viele Personen vermisst, die unter den Trümmern der eingestürzten Häuser vermutet werden.“

Zum Spendenaufruf der Kindernothilfe.

Seit Jahrzehnten arbeitet auch Misereor mit einer Reihe von ecuadorianischen Partnerorganisationen eng zusammen und kann in der Hilfe für die Erdbebenopfer nun an diese  intensiven Kontakte unmittelbar anknüpfen. Unter anderem ist das Hilfswerk in der von den Erdstößen besonders stark getroffenen Diözese Esmeraldas im Norden des Landes aktiv. Auch in der Stadt Guayaquilsind Misereor-Partner tätig.

Zum Spendenaufruf von Misereor.

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news-737 Fri, 08 Apr 2016 10:26:19 +0200 Die Launen des Christkinds http://www.entwicklung-hilft.de/reportage/elnino/ Eine Multimediareportage zu El Niño und seinen Auswirkungen. news-736 Thu, 07 Apr 2016 14:40:36 +0200 Bilanz zum Weltgesundheitstag http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/bilanz-zum-weltgesundheitstag.html Anlässlich des Weltgesundheitstages 2016 sehen die Bündnismitglieder Handlungsbedarf in der Verbesserung der Gesundheitssysteme sowie der Wasser-, Hygiene und Sanitärversorgung „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen [. . .]“. So ist in Artikel 25 der Menschenrechtscharta das Recht auf Gesundheit niedergeschrieben. Nach der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Anlässlich des Weltgesundheitstages macht das Bündnis Entwicklung Hilft darauf aufmerksam, dass das Menschenrecht auf Gesundheit vielerorts nicht gewährt ist und Menschen noch immer aufgrund maroder oder gar fehlender Gesundheitssysteme zu leiden haben.

In den entwickelten, westlichen Ländern der Welt wachsen die Menschen mit größtenteils funktionierenden Gesundheitssystemen auf, während dem in entwicklungsschwachen Ländern Gesundheitssysteme oftmals komplett fehlen. Die Menschen haben nicht genügend Geld für Medizin und Behandlung zur Verfügung oder der nächste ist Arzt schlicht zu weit weg. So unterstützt zum Beispiel die Bündnisorganisation Brot für die Welt ein Krankenhaus im Tschad, in dem Dr. Djékadou Ndilta der einzige Arzt für 82.000 Menschen im Umkreis von 350 Kilometern ist.

Während dem in entwickelten, westlichen Ländern auch Wasser im Überfluss zur Verfügung steht und die Tendenzen des Wasserverbrauchs und Wasserverschmutzung in Industrie- und Schwellenländern steigen, stehen auf der anderen Seite Menschen vor leeren Brunnen. Sie müssen dutzende Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen, wo finden sie oftmals nur verschmutztes Wasser vorfinden, welches Krankheiten verursachen kann. 2,5 Milliarden Menschen leben ohne hygienische sanitäre Einrichtungen und über 700 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die beständig anwachsende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen, der Klimawandel, die Liberalisierung der internationalen Finanz- und Warenströme, das Wirken transnationaler Konzerne und der Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Welt: all das hat erheblichen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.

Dass der verheerende Ebola-Virus in den drei der ärmsten Länder der Welt Liberia, Guinea und Sierra Leone auftritt, zeigt: Waldrodungen, Rohstoffabbau, Landendeignungen durch Industrieriesen und Armut haben Auswirkungen. Die Menschen sind auf der Suche nach Nahrung gezwungen, weiter in die Wälder hineinzugehen. Dadurch gab und gibt es Kontakt zwischen Tierpopulationen aus den Wäldern und den Menschen, der vorher so nicht existiert hatte. Das marode Gesundheitssystem der armen Länder konnte auf Einzelfälle von Ebola anfangs nicht reagieren, was das Voranschreiten des Virus förderte. Auch werden Impfstoffe, die Krankheiten in armen Ländern bekämpfen könnten, oftmals nicht erforscht, weil sie keine Rendite in Aussicht stellen. Erst als die Gefahr bestand, dass sich der Ebola-Virus in den Norden ausdehnen könnte, wurden Hilfe und Gelder akquiriert.

Das Bündnis Entwicklung Hilft setzt sich mit seinen Bündnisorganisationen dafür ein, dass langfristig Gesundheit geschaffen werden kann. Zum Beispiel unterstützen Bündnisorganisationen WASH. WASH steht für Wasser Sanitärversorgung und Hygiene. Durch diesen Dreiklang kann sauberes Grundwasser garantiert werden, Gesundheit verbessert und Nahrung, wie auch sauberes Trinkwasser sichergestellt werden. So schloss sich das Bündnismitglied Welthungerhilfe in Simbabwe nach einer landesweiten Choleraepidemie mit weiteren internationalen Nichtregierungs- und mehrere UN-Organisationen zusammen. Hunderte Wasserversorgungs- und Sanitäranlagen, insbesondere an Schulen und Kliniken, wurden saniert oder neu errichtet und Notfallpläne geschaffen. Seit dem sind saubere Wasserkanister, Desinfektionstabletten, Medikamente und andere Materialien im Ernstfall schnell und unbürokratisch verfügbar. Seither können lokale Vorfälle von Cholera innerhalb weniger Tage erfolgreich bekämpft werden.






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news-735 Wed, 16 Mar 2016 13:32:22 +0100 El Niño und Klimawandel – Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/el-nino-und-klimawandel-zusammenspiel-mit-katastrophalen-auswirkungen.html Im Rahmen des Fachgespräches „El Niño und Klimawandel – Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen“ informierte das Bündnis Entwicklung Hilft am 14. März 2016 über die regionalen Auswirkungen von El Niño für Menschen und Natur. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis‘ engagieren sich in vielen der betroffenen Gebieten und berichteten über die aktuellen Herausforderungen und Maßnahmen. Im Anschluss an die Vorträge und Podiumsdiskussion gab es eine offene Fragerunde. Die Biologin Dr. Iris Menn, die bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) als Programmdirektorin arbeitet, berichtete über die aktuelle Lage in Äthiopiens, das derzeit unter extremer Dürre zu leiden hat. CBM setze sich vor Ort vor allem für behinderte Menschen ein.

Eine Katastrophe, die nicht ins Bild passt

Jörg Lichtenberg, Teamleiter in Äthiopien für die Kindernothilfe, bekräftigte Dr. Menns Aussagen und erklärte, dass Äthiopiens Hilferuf an die internationale Gemeinschaft deswegen erst so spät erfolgt sei, weil das Land die letzten Jahre deutliche wirtschaftliche Fortschritte erzielt hätte. Da würde eine verheerende Hungerkatastrophe, wie sie bevorsteht, „nicht ins Bild“ passen, sagte Lichtenberg. Die westlichen Staaten hätten das unter den Teppich kehren Äthiopiens sogar unterstützt, da man den Anschein erwecken wollte, alles im Griff zu haben, so Lichtenberg.

Die von El Niño verschuldete Dürreperiode in Äthiopien führe dazu, dass Familien ihre Lebensgrundlage verlieren, Tiere sterben, alltägliche Ausgaben müssen gestrichen werden. Besonders betroffen seien dann Kinder und vor allem Mädchen, weil diese zuerst von den Eltern aus der Schule genommen werden würden. Auch müssten Kinder aufgrund der finanziellen Not arbeiten und schlimmstenfalls ihren Wohnsitz und ihre gewohnte Umgebung verlassen.

Ernteeinbußen in Amazonien

Der Agrarwissenschaftler Gerhardt Braunmiller, der für Misereor als Fachreferent in der Kontinentalabteilung Lateinamerika arbeitet, erklärte die Folgen des Klimawandels und El Niños für den Tropenwald Amazoniens. „Trockenperioden und Überschwemmungen treten in den letzten Jahren häufiger und mit größerer Intensität auf“, sagte Braunmiller. Die mittlerweile unvorhersehbaren Regen- und Trockenperioden würden besonders in kleinbäuerlicher Familien zu Ernteeinbußen führen. Auch sei dadurch die Infrastruktur Amazoniens erheblich beeinträchtigt und die Trockenheit führe zu einem erheblichen Anstieg der Brandgefahr.

Live per Skye wurde Regina Feindt aus Zimbabwe dem Fachgespräch zugeschaltet. Sie berichtete, wie die Welthungerhilfe vor Ort der bevorstehenden Dürre mithilfe von trockenheit-resistentem Saatgut entgegenzuwirken versuche.

Martin Größ-Bickel von Brot für die Welt unterstütze die Aussage von Regina Feindt und den anderen Referenten, dass weiterhin viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden müsse, damit mehr Gelder für die von El Niño betroffenen Länder akquirieren werden könne.

Hungerkrisen könnten die teils ohnehin schon instabilen Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Südostasiens weiterhin destabilisieren. Was dazu führen kann, dass viele Menschen vor Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Hunger und Chancenlosigkeit fliehen werden. Jetzt den Hunger zu bekämpfen, ist daher auch ein Beitrag zur Bekämpfung der Ursachen von Flucht und Migration. Dramatische Katastrophen werden aufgrund der veränderten Klimalage vermutlich immer öfter auftreten. Daher muss verstärkt in Anpassungsmaßnahmen und die langfristige Stärkung der Selbsthilfekräfte lokaler Bevölkerungsgruppen investiert werden. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgespräches einig.

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