Bündnis Entwicklung Hilft http://www.entwicklung-hilft.de/ Hier gibt es aktuelle Informationen zum Bündnis Entwicklung Hilft de_DE Bündnis Entwicklung Hilft Thu, 29 Sep 2016 05:25:09 +0200 Thu, 29 Sep 2016 05:25:09 +0200 TYPO3 EXT:news news-750 Thu, 15 Sep 2016 17:36:16 +0200 Gemeinsame Verantwortung, konkrete Verpflichtungen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/gemeinsame-verantwortung-konkrete-verpflichtungen.html Bündnis Entwicklung Hilft sieht United Nations Summit for Refugees and Migrants als große Chance

Berlin, 15. September 2016 – Um globale Maßnahmen zur Bewältigung der weltweit stark angestiegenen Flucht- und Migrationsbewegungen abzustimmen, findet am 19. September 2016 ein Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York statt. Damit aus diesem hochrangigen Treffen ein Erfolg wird, sind aus Sicht des Bündnis Entwicklung Hilft konkrete, verbindliche Beschlüsse erforderlich.

Begrüßenswert sei die Betonung des Schutzes der Menschenrechte von Geflüchteten und Migranten, der Rettung von Geflüchteten in Lebensgefahr, der Unterstützung von Aufnahmeländern und der Bekämpfung der Ausbeutung von Arbeitsmigranten, so Bündnis-Geschäftsführer Peter Mucke. „Der Gipfel bietet eine Chance, die internationale Verantwortung für Geflüchtete und Migranten gerechter zu verteilen und ihre Rechte sowie ihren Schutz wirkungsvoll zu stärken. Hierfür müssen im Rahmen des Abschlussdokuments Verpflichtungen konkret genannt werden und ein Rechenschaftssystem eingeführt werden.“

Dass zwar von Fluchtursachenbekämpfung die Rede ist, aber die Fluchtursachen ausschließlich in Herkunftsländern verortet würden, kritisiert Dr. Ramona Lenz, Referentin für Flucht und Migration beim Bündnis-Mitglied medico international: „Ohne die Verantwortung der Industrieländer bei Rohstoffausbeutung, Waffenhandel und Freihandelsabkommen zu benennen und diese als Fluchtursachen anzuerkennen, bleibt die Fluchtursachenbekämpfung unvollständiges Stückwerk.“ Sie fordert auch, Menschen, die aufgrund von Katastrophen und Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen, den Status von Flüchtlingen zuzugestehen. Bei den weiteren Beratungen der Vereinten Nationen müsse darüber hinaus die Situation von Binnenvertriebenen eine wichtige Rolle bekommen. 

Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft weisen insbesondere auf die Kinderrechte und den besseren, wirksameren Schutz von Kindern, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, hin. "Kinder auf der Flucht sind stets besonderen Gefahren ausgesetzt und immer eine extrem verletzliche Zielgruppe. Sie müssen daher intensiv in den Blick genommen und geschützt werden. Wir fordern die internationale Staatengemeinschaft auf, bestmögliche Kindesschutz-Systeme auf Fluchtrouten zu installieren", sagt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. "Wenn beispielsweise ein Kind während der Flucht seiner Mutter geboren wird, braucht es einen legalen Status und entsprechende Ausweispapiere."

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news-749 Thu, 25 Aug 2016 11:00:00 +0200 Unzureichende Infrastruktur treibt das Katastrophenrisiko in die Höhe http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/unzureichende-infrastruktur-treibt-das-katastrophenrisiko-in-die-hoehe.html WeltRisikoBericht 2016 über die Folgen möglicher extremer Naturereignisse in 171 Ländern Berlin, 25. August 2016 – Eine unzureichende Infrastruktur und nicht belastbare Logistikketten erhöhen substantiell das Risiko, dass aus einem extremen Naturereignis eine Katastrophe wird. Dies ist ein Kernergebnis des WeltRisikoBericht 2016, den das Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. und das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Kooperation mit der Universität Stuttgart heute in Berlin vorgestellt haben.

„Bei Hilfsmaßnahmen nach extremen Naturereignissen liegen die Herausforderungen meist auf der ‚letzten Meile‘ der Logistikkette: den Transport trotz zerstörter Straßen oder Brücken zu organisieren und bei Knappheit von zum Beispiel Wasser, Essen und Obdach eine gerechte Verteilung zu gewährleisten“, erklärt Peter Mucke, Projektleiter des WeltRisikoBerichts und Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. „Marode Verkehrswege, unsichere Stromnetze und baufällige Gebäude behindern nicht nur die humanitäre Hilfe aus dem Ausland, sondern verzögern zudem die im Katastrophenfall entscheidende Selbsthilfe der Betroffenen.“ 

„Die internationale Gemeinschaft muss bereits vor dem Eintritt von Katastrophen mehr in den Aufbau und Ausbau von kritischer Infrastruktur investieren“, sagt Dr. Matthias Garschagen, wissenschaftlicher Leiter des Berichts und Abteilungsleiter am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS). „Ausreichend Infrastruktur von hoher Qualität, die institutionell gut gemanagt wird, kann nicht nur die oft katastrophalen Folgen von Naturgefahren wie Überflutungen oder Stürmen verhindern, sondern sie kann auch eine entscheidende Rolle bei der Verteilung von humani-tären Hilfsgütern im Katastrophenfall spielen. Kritische Infrastruktur kann somit die Risiken von Naturgefahren für Bevölkerungen reduzieren und wirtschaftliche Verluste abfedern.“

Dr. Iris Menn, Programmdirektorin beim Bündnis-Mitglied Christoffel-Blindenmission (CBM), betont die wachsende Bedeutung der lokal organisierten humanitären Hilfe: „Akteure vor Ort, zum Beispiel zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen, sind oft am besten mit den lokalen, kulturellen Gegebenheiten vertraut und kennen die Menschen, die am dringendsten Hilfe benötigen. Sie sind die Ersten, die im Katastrophenfall aktiv werden können und sind auch dann noch da, wenn die internationalen Hilfsorganisationen schon wieder weg sind.“

Wichtiger Bestandteil des Berichts ist der WeltRisikoIndex, der von der Universität Stuttgart, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) berechnet wurde. Der Index bewertet das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Natur-gefahren und Verwundbarkeit der Gesellschaft. Dabei weist auch 2016 der Inselstaat Vanuatu das größte Risiko auf. Deutschland liegt auf Rang 147. „Gesellschaftliche Faktoren wie die Ernährungssituation, die medizinische Versorgung und die Regierungsführung entscheiden zum großen Teil, ob aus einem Naturereignis eine Katastrophe wird“, sagt Dr. Torsten Welle vom IREUS. „Allerdings können durch gezielte Maßnahmen die Auswirkungen von Katastrophen reduziert und aus erkannten Schwachstellen wichtige Lehren gezogen werden.“

Das zugehörige Factsheet finden sie hier

Hinweise an Redaktionen:

  • Den vollständigen Bericht finden Sie ab dem 25.08.2016, 11.00 Uhr, zum Download unter www.WeltRisikoBericht.de.
  • Weitere druckfähige Bilder, Infografiken und Kartenmaterial können Sie gern bei uns anfordern.
  • Wir schicken Ihnen gern eine gedruckte Fassung des WeltRisikoBericht 2016 und früherer Ausgaben zu. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an: presse@entwicklung-hilft.de.  
  • Für telefonische oder persönliche Interviews stehen Ihnen unsere Autorinnen und Autoren gern zur Verfügung.


Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Florian Brell / Lotte Kirch
Tel.: +49 (0) 30 / 27877 – 393
E-Mail: presse(at)entwicklung-hilft.de

Universität der Vereinten Nationen - Pressestelle
Janine Kandel
Tel: + 49 (0) 228 / 815 – 0219
E-Mail: kandel(at)vie.unu.edu

Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation
Andrea Mayer-Grenu
Tel.: +49(0) 711 / 685-82176
E-Mail: hkom(at)hkom.uni-stuttgart.de


Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) befasst sich mit Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und den Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels.

Das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart vertritt in Forschung und Lehre die Anliegen einer auf Risikoreduzierung, Nachhaltigkeit und Resilienz zielenden Raum- und Infrastrukturplanung.

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news-748 Thu, 18 Aug 2016 17:16:09 +0200 Vorstellung des WeltRisikoBericht 2016 http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/vorstellung-des-weltrisikobericht-2016.html Am 25. August 2016 veröffentlichen Bündnis Entwicklung Hilft und das Institute for Environment and Human Security der United Nations University den WeltRisikoBericht 2016 ihm Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin. Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit laden wir Sie herzlich zur Vorstellung des WeltRisikoBericht 2016 ein.

Termin: Donnerstag, 25. August um 10.30 Uhr

Ort: VKU Forum, Invalidenstraße 91, 10115 Berlin

Als Gesprächspartner stehen Ihnen folgende Experten und Expertinnen zur Verfügung:

·         Peter Mucke, Geschäftsführer Bündnis Entwicklung Hilft und Projektleiter WeltRisikoBericht

·         Dr. Matthias Garschagen, Leiter der Forschungsabteilung für „Vulnerability Assessment, Risk Management & Adaptive Planning” am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) und wissenschaftlicher Leiter WeltRisikoBericht

·         Dr. Iris Menn, Programmdirektorin Christoffel-Blindenmission

·         Dr. Torsten Welle, akademischer Mitarbeiter am Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) der Universität Stuttgart

 

Mit dem Schwerpunktthema Logistik und Infrastruktur zeigt der diesjährige WeltRisikoBericht auf, inwiefern Logistik und Infrastruktur mitentscheiden, ob aus einem extremen Naturereignis eine Katastrophe wird. Wichtiger Bestandteil des Berichts ist wie jedes Jahr der aktuelle WeltRisikoIndex, der das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Naturgefahren und Verwundbarkeit der Gesellschaft berechnet.

Bitte teilen Sie uns per E-Mail an presse(at)entwicklung-hilft.de mit, wenn Sie an der Pressekonferenz teilnehmen möchten und ob Sie im Anschluss Interesse an einem persönlichen Gespräch mit den Expertinnen und Experten haben. Vielen Dank!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Mucke
Geschäftsführer

Bündnis Entwicklung Hilft

Janine Kandel
Leitung der Kommunikationsabteilung
Universität der Vereinten Nationen

 

Hinweise an Redaktionen:                          

Sollten Sie nicht an unserer Pressekonferenz teilnehmen können, vermitteln wir Ihnen gern persönliche und telefonische Gesprächstermine unter Einhaltung der Sperrfrist mit unseren Experten und Expertinnen.

 

Für Rückfragen:

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Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) befasst sich mit Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und den Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels.

Das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart vertritt in Forschung und Lehre die Anliegen einer auf Risikoreduzierung, Nachhaltigkeit und Resilienz zielenden Raum- und Infrastrukturplanung.

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news-747 Thu, 14 Jul 2016 11:51:23 +0200 Die Lage im Südsudan eskaliert http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/die-lage-im-suedsudan-eskaliert.html Am Wochenende erschütterten schwere Gefechte die südsudanesische Hauptstadt Juba. Ein Wiederaufflammen des Bürgerkrieges ist nicht auszuschließen und erneut sind tausende Menschen auf der Flucht. Auch die Arbeit der Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft ist von der extremen Lage betroffen. Nachdem bereits Ende Mai Veronika Racková, die Leiterin des von DAHW unterstützten St. Bakhita-Krankenhauses von Soldaten angeschossen wurde und im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag sieht sich das assoziierte Bündnismitglied nun gezwungen sein Büro in Juba aufgrund der verheerenden Sicherheitslage zu schließen. Fünf Mitarbeiter koordinieren im Hauptstadtbüro des Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfswerks die landesweite Arbeit mit Lepra-Erkrankten.

Seit 43 Jahren ist DAHW bereits im Südsudan tätig und musste die Arbeit trotz aller Bürgerkriege bisher erst das zweite Mal vollständig einstellen. „Es ist zu gefährlich für das Team, zum Büro oder gar über Land in die Projekte zu fahren“, sagt Barbara Batesaki. Als Büroleiterin der DAHW in Uganda ist sie auch für die Arbeit im Südsudan verantwortlich: „Noch geht es allen Mitarbeitern gut, das soll so bleiben. Daher haben wir ihnen empfohlen, Zuhause zu bleiben, das ist derzeit der wohl sicherste Ort.“

Welthungerhilfe setzt Arbeit in anderen Landesteilen fort

Auch Bündnismitglied Welthungerhilfe musste seine Arbeit in der Hauptstadt einstellen, wird die Projekte in anderen Landesteilen jedoch fortführen. „Im Norden und Westen des Landes ist die Lage derzeit ruhig und wir können die wichtigen Nahrungsmittelverteilungen fortführen. In Juba selbst haben wir alle unsere Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Einige ausländische Kollegen verlassen heute oder morgen mit deutschen Militärmaschinen das Land und bleiben in Uganda bis sich die Sicherheitslage wieder beruhigt“, berichtet der Landesdirektor der Welthungerhilfe, Jonas Wiahl aus Juba. „Für das Land sind diese erneuten Kämpfe eine Katastrophe, denn die Menschen verlieren das Vertrauen in die Zukunft. Tausende flüchten wieder auf die ohnehin überfüllten UN-Stützpunkte, um dort Sicherheit und ein wenig Nahrung zu bekommen. Sie haben erneut das Wenige verloren, was sie besaßen.“ Die Organisation prüft nun, wie den betroffenen Menschen am besten geholfen werden kann.

Die Welthungerhilfe unterstützt fast 500.000 Menschen im Südsudan in vier Bundesstaaten des Landes. Dabei stehen sowohl Nahrungsmittelverteilungen für Flüchtlinge als auch landwirtschaftliche Unterstützung durch Saatgut und Beratung von Kleinbauern im Mittelpunkt der Arbeit. Um die Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern, baut die Welthungerhilfe an Schulen und öffentlichen Plätzen Latrinen und bohrt Brunnen für sauberes Trinkwasser.

 

Misereor verspricht schnelle Hilfe

"Wir stehen in ständigem Austausch mit den beiden Ordensgemeinschaften Comboni-Missionare und Daughters of Mary Immaculate sowie verschiedenen Diözesen, deren Entwicklungs- und Hilfsprojekte wir seit vielen Jahren unterstützen", sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Mittwoch in Aachen. "Nun geht es zuallererst darum, Bürgerinnen und Bürger, die vor den Kriegshandlungen im Südsudan geflohen sind, mit dem zum Überleben Notwendigen zu versorgen." Für diesen Zweck stellt MISEREOR 100.000 Euro zur Verfügung.

Schon vor Ausbruch der neuen bewaffneten Auseinandersetzungen waren im Südsudan 4,6 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die lokalen Partnerorganisationen des Bündnismitglieds befürchten nun, dass sich die humanitäre Lage noch einmal drastisch verschärfen werde. Um den Menschen im Südsudan weiterhin effektiv helfen zu können fordert Bröckelmann-Simon ein Waffenembargo gegen den Südsudan und eine schnelle Ausweitung der UN-Blauhelmmission um die Sicherheit der Bevölkerung und der Mitarbeiter vor Ort wieder herzustellen. Es ist wichtig, dass die mit uns kooperierenden Hilfsorganisationen gefahrlos und schnell Nahrungsmittel an die notleidende Bevölkerung verteilen können."

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news-746 Fri, 01 Jul 2016 00:01:00 +0200 Bündnis Entwicklung Hilft wächst weiter http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/buendnis-entwicklung-hilft-waechst-weiter.html Plan International stärkt das Bündnis als assoziiertes Mitglied Berlin, 01. Juli 2016 –Das Bündnis Entwicklung Hilft hat das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland zum 1. Juli 2016 als assoziiertes Mitglied aufgenommen. Damit umfasst das Bündnis zehn Mitglieder, die sieben Voll-Mitglieder Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie nun Plan International. Die Mitgliederversammlung des Bündnis Entwicklung Hilft hatte die Aufnahme von Plan International als assoziiertes Mitglied einstimmig beschlossen. „Ich freue mich sehr über die Stärkung unseres Bündnisses“, sagt Simone Pott, Vorstandsvorsitzende des Bündnis Entwicklung Hilft.

Plan International Deutschland wurde vor rund 27 Jahren in Hamburg gegründet. Heute arbeiten dort etwa 140 Mitarbeiter. Der internationale Verbund hat Einnahmen von knapp 820 Mio. Euro und ist mit etwa 9.000 lokalen Mitarbeitern in 51 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas tätig. Plan International Deutschland stellte im vergangenen Jahr 150 Mio. Euro für nachhaltige Selbsthilfeprojekte zur Verfügung, hauptsächlich aus Patenschaftseinnahmen sowie Stiftungen und Einzelspenden. Ziel der Organisation ist die weltweite Verwirklichung der Kinderrechte und die Gleichberechtigung von Mädchen. „Wir sind überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Bündnispartnern in Notsituationen und bei Katastrophen künftig noch wirkungsvoller und schneller reagieren können“, so der Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland, Dr. Werner Bauch.

In Notsituationen und bei Katastrophen wird das Bündnis aktiv, um vor Ort akute und langfristige Hilfe zu leisten. Dabei arbeiten die Bündnismitglieder eng mit einheimischen Partnerorganisationen zusammen, mit denen sie durch langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit verbunden sind. Die Partner sind in der Katastrophenhilfe sehr wichtig, denn die Menschen vor Ort wissen am besten, welche Hilfe sie benötigen und welche finanziellen Mittel gebraucht werden, um Not zu lindern. Die Hilfsprojekte setzen die einheimischen Partner mit Unterstützung des Bündnisses um.

Der Zusammenschluss besteht seit mehr als elf Jahren. Gemeinsam eingeworbene Spenden werden zu gleichen Teilen unter den Bündnismitgliedern aufgeteilt. Alle Organisationen besitzen das DZI-Spendensiegel.

Hinweise an Redaktionen:  

·         Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite www.entwicklung-hilft.de.

·         Wir vermitteln Ihnen gerne Gesprächspartner vor Ort und Interviews mit Experten aus unseren Mitgliedsorganisationen.

Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft
Florian Brell

Tel.:  030 / 278 77 390

presse(at)entwicklung-hilft.de
www.entwicklung-hilft.de

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, German Doctors sowie Plan International Deutschland leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-745 Mon, 20 Jun 2016 16:00:00 +0200 Stellenausschreibung: Pressesprecher/in http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/stellenausschreibung-pressesprecherin.html Um unsere Anliegen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen, suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen Pressesprecherin/Pressesprecher Im Bündnis Entwicklung Hilft arbeiten die Organisationen Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors zusammen, um insbesondere in Katastrophen- und Krisengebieten langfristig angelegte Hilfsprojekte aufzubauen und Spenden für Menschen in Not zu sammeln. Die im Bündnis verbundenen Organisationen stärken dabei in ihrer Arbeit die lokalen Strukturen und stützen sich auf langjährige Erfahrung mit Partnern vor Ort.

Das Bündnis und seine Mitgliedsorganisationen beschäftigen sich darüber hinaus mit strukturellen Ursachen von Armut und Not. Dazu gehört auch die politische Debatte von Fragen der Entwicklungszusammenarbeit. Das Bündnis rückt die häufig menschengemachten Ursachen von humanitären Krisen in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Ziel ist die Stärkung der Katastrophenprävention in all ihren Facetten.


Um diese Anliegen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen, suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Pressesprecherin / Pressesprecher

Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet,
der Stellenumfang beträgt 75 %, Dienstort ist Berlin.


Das Aufgabengebiet umfasst:

  • Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien
  • Pressesprechertätigkeit für das Bündnis Entwicklung Hilft, Ausbau und Pflege des Mediennetzwerkes, Ausbau der Medienarbeit
  • Mitarbeit bei der Erstellung von Publikationen, Rechenschaftsberichten und Informationsmaterialien
  • Aufbau von Marketing-Maßnahmen zur Spendenakquise des Bündnisses
  • Weiterer Aufbau und Ausbau des Online-Auftritts und der Online-Kommunikation, auch in sozialen Netzwerken
  • Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses mit den Mitgliedsorganisationen.

Sie erfüllen folgende Voraussetzungen:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium und/oder journalistische Ausbildung und Berufserfahrung im Journalismus oder in entsprechenden Pressestellen
  • Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und/oder der Humanitären Hilfe
  • Erfahrung im Marketing, insbesondere in digitalem Marketing und Online-Kommunikation
  • Erfahrung in der Erstellung von Publikationen und Informationsmaterialien
  • Sehr gute Kommunikationsfähigkeit, sicherer öffentlicher Auftritt und gute Medienkontakte
  • Hohes Maß an Kreativität, Flexibilität und hohe Belastbarkeit
  • Sehr gute anwendungsorientierte EDV-Kenntnisse und sehr gute englische Sprachkenntnisse.


Die Eingruppierung erfolgt in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Ihre vollständige Bewerbung senden Sie bitte bis zum 10. Juli 2016 per E-Mail an: kontakt(at)entwicklung-hilft.de

Bündnis Entwicklung Hilft, Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin,
Tel. 030 – 278 77 390

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news-744 Mon, 20 Jun 2016 12:54:44 +0200 Zum Weltflüchtlingstag 2016 http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/zum-weltfluechtlingstag-2016.html Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft finden zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni klare Worte. Weltweit sind über 60 Millionen Menschen Opfer von Flucht und Vertreibung. Kein anderes Thema beschäftigte Politik, Medien und Gesellschaft im letzten Jahr in vergleichbarem Maße. Die Situation von Geflüchteten weltweit und die Situation in Herkunfts-, Transit- Aufnahmeländern gehört seit jeher zu den Themen des Bündnis Entwicklung Hilft und seiner Mitgliedsorganisationen und gewann in den vergangen Monaten noch einmal an Priorität hinzu. Den Weltflüchtlingstag nimmt das Bündnis und seine Mitgliedsorganisationen zum Anlass für klare Worte, aber auch zum Anlass konkreter Maßnahmen.


Den Schwächsten wirksam helfen

Bündnismitglied terre des hommes fodert in seiner Erklärung anlässlich des Jahrestages ein klares Bekenntnis zu Weltoffenheit, Aufnahme und Schutz. „Das Grundrecht auf individuelle Prüfung des Asylanspruchs in Deutschland darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden“, so Albert Recknagel, Vorstandssprecher der Organisation. „In einem Moment, in dem sich die weltweiten Flüchtlingszahlen auf einem Höchststand befinden, konzentrieren sich bei uns politische Initiativen weitgehend darauf, wie man notleidende Menschen am besten loswerden und von unseren Grenzen fernhalten kann, anstatt Gemeinsamkeit zu stärken und den Schwächsten wirksam zu helfen.“

Um ein Zeichen gegen zunehmenden Rassismus und Stimmungsmache gegen Schutzsuchende zu setzen beteiligte sich terre des hommes unter anderem am Aktionstag „Hand in Hand gegen Rassismus für Menschenrechte und Vielfalt“. Durch Demonstrationen und Menschenketten in zahlreichen deutschen Städten setzte die Initiative am 19. Juni deutschlandweit ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit, Vielfalt und Weltoffenheit. Im Trägerkreis der Initiative engagieren sich neben vielen Anderen auch die Bündnismitglieder Misereor und Brot für die Welt.


Migration braucht Wege, keine Abwehr

Zum Weltflüchtlingstag weist Misereor auf die zunehmend negative Auslegung von Migration und die damit verbundenen Folgen hin. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent weiche die traditionell offene innerafrikanische Migrationspolitik eines europäisch geprägten Klimas der Kontrolle und Abwehr.

"Der Druck aus Brüssel in Folge der Beschlüsse des EU-Afrika-Gipfels von La Valetta im vergangenen November trägt durch seine Verknüpfung mit finanziellen Angeboten zur verschärften Migrationskontrolle dazu bei, dass die bislang offenen Reisemöglichkeiten westafrikanischer Bürgerinnen und Bürger in ihre Nachbarländer erschwert und ihre dortigen Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt werden.“ So fasst Martin Bröckelmann-Simon, Geschäftsführer des Hilfswerks die aktuellen Entwicklungen zusammen und sieht durch die Bestrebungen der Europäischen Union Menschenrechte und Schutz von Migranten massiv bedroht. Migrationen schaffe Entwicklungsimpulse in den Herkunftsländern und brauche deshalb Wege, keine Abwehr.


Eine angemessene Berüchtsichtung von Flüchtenden mit Behinderung

Die besonderen Belange von Flüchtlingen mit Behinderungen betont Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission. Rund 10 Prozent der Flüchtenden habe eine Beeinträchtigung und sei deshalb in besonderem Maße schutzbedürftig. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus fordert eine angemessene Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung und erklärt „Sie leiden mehr als andere unter unzureichender medizinischer Versorgung, Hunger, Durst und mangelhafter Hygiene. Häufig liegt das daran, dass wichtige Einrichtungen wie Gesundheitszentren, Ausgabestellen für Lebensmittel oder Waschräume in Flüchtlingscamps mit Rollstuhl oder Gehhilfen nicht erreichbar sind. Das muss sich ändern.“

Die Christoffel-Blindenmission zeigt mit einem Projekt in Jordanien wie dies aussehen kann. Um die Situation der Syrischen Flüchtlinge mit Behinderung zu verbessern werden durch den CBM-Partner „Al Hussein Society“ kostenlose Rollstühle, Prothesen, Gehilfen und physiotherapeutische Betreuung bereitgestellt.


Ein Gebot der Stunde

Mit Kindesschutzschulungen für in Deutschland tätige Organisationen und Institutionen der Flüchtlingsarbeit erweitert Bündnismitglied Kindernothilfe zum Weltflüchtlingstag seine Projekte und Hilfsangebote.

Dabei sollen Helfer auf das Erkennen der Anzeichen von Kindesmisshandlung, den Umgang mit Verdachtsfällen und in der Prävention von Misshandlung geschult werden. Die Kindernothilfe fördert weltweit eine Vielzahl an Projekten, die zur Durchsetzung von Kinderrechten beitragen. Unter anderem hat sie bereits in 30 Ländern mehr als 650 Organisationen darin geschult, Kindesschutzsysteme in ihre Arbeit zu integrieren. Diese Erfahrungen sollen nun auch an Organisationen und Institutionen in Deutschland weitergegeben werden.

Erstmalig in Deutschland tätig zu sein ist für die Kindernothilfe ein Gebot der Stunde: „Bisher haben wir uns darauf konzentriert, Fluchtursachen zu bekämpfen und den Menschen in ihren Herkunftsländern ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen. Bei einer solchen Ausnahmesituation, wie wir sie zur Zeit erleben, fühlen wir uns jedoch verpflichtet, einen Beitrag zur Integration, Begleitung und zum Schutz von Flüchtlingskindern in Deutschland zu leisten“, so Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe.


Mehr Informationen zu den Hilfsmaßnahmen der Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft erhalten sie im Rechenschaftsbericht „Hilfe für Flüchtlinge“


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news-743 Thu, 09 Jun 2016 16:27:40 +0200 "Sie wollten, dass wir unser altes Leben vergessen" http://www.entwicklung-hilft.de/lpages/boko-haram.html Die Terrororganisation Boko Haram entführt in Nigeria tausende Frauen und Mädchen. news-742 Mon, 23 May 2016 13:30:00 +0200 Bündnis-Mitglieder zum UN-Weltgipfel für humanitäre Hilfe http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/buendnis-mitglieder-zum-un-weltgipfel-fuer-humanitaere-hilfe.html Heute, am 23. Mail 2016, beginnt in Istanbul der erste UN-Gipfel zur humanitären Hilfe. Es kommen die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 70 Ländern, zahlreiche Minister und Funktionäre sowie Vertreter internationaler Organisationen zusammen. Auch die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft Christoffel-Blindenmission (CBM)

Es besteht Nachholbedarf, wenn es darum geht, in Notsituationen auch Menschen mit Behinderungen zu erreichen. Dieses Problem ist eines der zentralen Themen beim ersten Weltgipfel. Mit der Unterzeichnung der „Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Humanitären Hilfe“ erkennt auch die deutsche Regierung an, dass behinderte Menschen in Krisen oft vergessen werden und alle Akteure weltweit hier nachbessern müssen. Die CBM  und vier weitere Nichtregierungsorganisationen haben die Charta initiiert und heute auf dem Gipfel vorgestellt.

Dr. Rainer Brockhaus, Geschäftsführer der CBM, fordert: „Inklusion muss zu einem Qualitätsmerkmal der humanitären Hilfe werden. Erst wenn sie alle Menschen gleichermaßen berücksichtigen – auch Menschen mit Behinderungen – handeln sowohl Staaten als auch Hilfsorganisationen nach humanitären Prinzipien.“

Kindernothilfe

Es müssen die Fragen des Kindesschutzes und der Bildungsmöglichkeiten geflüchteter Kinder mit in den Fokus gerückt werden, fordert die Kindernothilfe mit Blick auf die immer längere Verweildauer von Geflüchteten in entsprechenden Lagern. Das Bündnis-Mitglied mahnt eine ganzheitliche Ausrichtung der Übergangshilfe und eine engere Verknüpfung der humanitären Hilfe mit der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit an.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich die Weltgemeinschaft in Istanbul zusammensetzt und nach Lösungen für die dramatische n humanitären Krisensituationen sucht“, erklärt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Für Kinder sind der Schutz vor gewaltsamen und sexuellen Übergriffen und die Möglichkeit, Bildungsangebote wahrzunehmen, von herausragender Bedeutung“, so Weidemann weiter. „Trotzdem sind diese beiden Bereiche am schwächsten finanziert. Das muss sich rasch ändern, und der Weltgipfel bietet dazu die Möglichkeit.“

Misereor

Das Bündnis-Mitglied Misereor erwartet von dem Weltgipfel, die von Krisen und Katastrophen betroffenen Menschen stärker in den Mittelpunkt von Nothilfe und Wiederaufbau zu stellen. "Dazu müssen die Betroffenen als Hauptakteure betrachtet werden. Sie sind keine hilflosen Opfer. In den allermeisten Katastrophen helfen sie als erste den anderen Betroffenen in ihren Gemeinschaften", sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Donnerstag in Aachen.

Misereor arbeitet vor Ort mit langjährigen Partnern, die zusammen mit der betroffenen Bevölkerung die Bedarfe und Handlungsoptionen am besten beurteilen können. "Diese Strategie gilt auch im Katastrophenfall. Nothilfe darf Selbsthilfeansätze nicht untergraben und neue Abhängigkeiten schaffen. Dank unseres Netzwerkes an Partnerorganisationen konnten wir zum Beispiel nach dem Erdbeben in Nepal schnell, umfassend und bedarfsgerecht Hilfe leisten", so Spiegel weiter. Misereor begrüße es daher, dass der Gipfel die Rolle und die Potentiale der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

terre des hommes

Das Kinderhilfswerk terre des hommes betont die Notwendigkeit, das System der Humanitären Hilfe zu überdenken und zu dezentralisieren. „Humanitäre Hilfe ist stets mehr als das klassische Hilfspaket. Genau wie in unserer langfristigen Programmarbeit müssen wir Humanitäre Hilfe immer mehr als politische Intervention zur Sicherung der Rechte und der Würde von Menschen verstehen“, sagt Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

terre des hommes fordert, dass einheimische Organisationen gestärkt und bei der Bewältigung von Katastrophen als gleichwertige Partner anerkannt werden. Sie müssen stärker bei der Koordination der Humanitären Hilfe miteinbezogen werden, und ihr Zugang zu Geldern muss erleichtert werden. Vor allem für Frauen und Kinder, die in den meisten Fällen besonders unter Katastrophen leiden, muss eine zeitnahe Mitsprache darüber eingeräumt werden, welche Hilfsmaßnahmen geleistet werden sollen.

Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe betont, dass die bisherige Trennung von humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr den Anforderungen gerecht wird. Dazu gehört auch, dass die nationalen und lokalen Systeme und Organisationen gestärkt und  intensiver in die Abstimmung der internationalen Akteure eingebunden werden müssen.

„Um die Risiken und Verwundbarkeiten der Menschen in Notsituationen zu verringern, brauchen wir das gemeinsame Engagement vieler Partner“, betont Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe. Wahnbaeck wird beim Humanitären Gipfel auf einem Panel zum Thema Klimaversicherungen sprechen.

Weitere Informationen zum Weltgipfel

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news-741 Thu, 19 May 2016 14:57:26 +0200 Weltgipfel der Humanitären Hilfe in Istanbul http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/weltgipfel-der-humanitaeren-hilfe-in-istanbul.html Am 23. und 24. Mai 2016 findet in Istanbul der Weltgipfel der Humanitären Hilfe statt. Zum ersten Mal in ihrer 70-jährigen Geschichte rufen die Vereinten Nationen zu einem Gipfel dieser Art auf. „We are witnessing the greatest humanitarian crisis of our lifetime. The World Humanitarian Summit is our chance to end it.“ So wirbt die UN für die Teilnahme am Gipfel. Und in der Tat steht die internationale Staatengemeinschaft vor einigen der größten humanitären Krisen seit Ende des zweiten Weltkriegs. Laut UN-Angaben waren 2015 rund 125 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen, über 60 Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen. Insgesamt sind 37 Länder von den weltweiten Krisen und deren Auswirkungen betroffen. Zur Bekämpfung des Leids werden über 20 Milliarden Dollar benötigt

.Mit circa 5.000 Teilnehmern, darunter hohe staatliche Repräsentanten und Entscheidungsträger, Vertreter von NGOs und Unternehmen sowie zivilgesellschaftliche Teilnehmer, soll auf die Lösung der humanitären Krisen und Bedrohungen unserer Zeit hingearbeitet werden. Auch Vertreter der Mitglieds-Organisationen des Bündnis Entwicklung Hilft werden vor Ort sein und sich in die Veranstaltung einbringen.

Agenda soll die großen humanitären Krisen adressieren

Im Fokus des Weltgipfels stehen Sicherheit und Würde aller Menschen und ihr Recht auf Entfaltung. Die Vereinten Nationen haben sich viel vorgenommen. Auf der Agenda des Weltgipfels finden sich Themen wie Flucht und Vertreibung, Geschlechtergerechtigkeit und Risikominderung im Hinblick auf Katastrophen. Der große Durchbruch ist dabei jedoch nicht zu erwarten. Vor allem soll der Gipfel einen Prozess anstoßen, um dauerhaft auf die Minderung des weltweiten Leids hinzuarbeiten.

 

Weiter Informationen zum World Humanitarian Summit finden Sie auf der zugehörigen Homepage.

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news-740 Mon, 25 Apr 2016 09:00:00 +0200 Nepal – Es ist noch viel Hilfe zu leisten http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nepal-es-ist-noch-viel-hilfe-zu-leisten.html Im April und Mai 2015 stellten mehrere Erdbeben den Himalayastaat Nepal und die internationale Nothilfe vor große Herausforderung. Mit einer Stärke von 7,8 ereignete sich das erste Beben am 25. April 2015, gefolgt von einem zweiten Beben am 12. Mai. Insgesamt kamen fast 9.000 Menschen ums Leben, rund 17.0000 wurden verletzt. Zahllose Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt, auch die Infrastruktur des Landes wurde schwer getroffen. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft leisteten schnelle und effektive Nothilfe und konnten das Leid vieler Betroffener lindern. Doch auch ein Jahr nach dem Erdbeben sind die Hilfsmaßnahmen bei weitem noch nicht abgeschlossen.

„Der Wiederaufbau schreitet sehr langsam voran“, so Friederike Leidreister, Nothilfekoordinatorin bei terre des hommes. „Man muss berücksichtigen, dass nach dem Beben einschließlich der zahlreichen Nachbeben große Teile des Landes kaum zu erreichen waren. Hinzu kamen der Monsun, der wiederum Straßen in die Berge unpassierbar machte, und zum Jahreswechsel der Protest über die neue Verfassung Nepals und die Blockade der Grenze zu Indien, die den Import von Benzin und wichtigen Hilfsgütern lange verzögerte.“

 

Wiederaufbau steht in den Startlöchern

Und in der Tat gibt es noch viel Hilfe zu leisten. Immer noch sind Menschen ohne angemessene Unterkunft. Etwa 3,3 Millionen leben in Notunterkünften oder selbstgebauten Hütten aus Plastik und Wellblech. Erst Mitte April 2016 gab die Regierung in Kathmandu die endgültige Erlaubnis zum Wiederaufbau zerstörter Häuser und Dörfer. Misereor und seine Partnerorganisationen Lumanti und Caritas Nepal stehen in den Startlöchern, alle Pläne wurden gemeinsam mit den Betroffenen ausgearbeitet. Unterstützung erhielten sie dabei von einem Architektenteam aus Thailand und Indien, das viel Erfahrung im Wiederaufbau nach Naturkatastrophen mitbringt.

Genauso schleppend ging bisher der Wiederaufbau der Schulen voran. Bündnismitglied terre des hommes konzentriert sich, zusammen mit den lokalen Partnerorganisationen vor Ort,  nun auf die Errichtung von Schulen und die Betreuung und psychologische Stabilisierung der nepalesischen Kinder.

Auch die Welthungerhilfe wird sich am Wiederaufbau Nepals beteiligen. Sechs Schulen sollen wieder aufgebaut werden, die Genehmigungen stehen noch aus. Im Süden des Landes kämpft die Organisation mit Programmen zu Landwirtschaft und Ernährung gegen Unterernährung von Frauen und Kindern.


Die Betreuung der Opfer wird fortgeführt

Innerhalb des letzten Jahres konnte Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission bereits 25.000 Erdbebenopfern helfen. Dabei kümmert sich die Organisation weiterhin um die medizinische und psychologische Betreuung der Verletzten und Traumatisierten.

Die Bündnisorganisation Kindernothilfe versorgt seit den verheerenden Beben Kinder und stillende Mütter In Kinderschutzzentren mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten. Sogenannte „Not-Lern-Zentren“ wurden aufgebaut und psychosoziale Betreuungsangebote geschaffen. „Alle diese Maßnahmen führen wir dort, wo sie noch immer notwendig sind, bis heute weiter“, sagt Jörg Denker, Leiter des Asienreferates der Organisation. Langfristig will sich die Organisation auch in den Bereichen Ernährungssicherung, Wassermanagement und Selbsthilfegruppenarbeit engagieren.

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news-739 Thu, 21 Apr 2016 09:37:28 +0200 Nepal: Ein Jahr nach dem Beben http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nepal-ein-jahr-nach-dem-beben.html Die Projekte der Bündnis-Mitglieder und die Situation heute Am 25. April 2015 bebte die Erde Nepals mit einer Stärke von 7,8. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Auch in Nordindien, China, Tibet und Bangladesch waren die Erschütterungen zu spüren. Zusammen mit dem zweiten Beben der Stärke 7,1 am 12. Mai 2015 richtete es verheerende Schäden an. 8.700 Tote und rund 17.000 Verletzte wurden in Nepal verzeichnet.

Nepal, der Binnenstaat zwischen Indien und China, gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Ländern der Welt. Als eine der zwanzig global ärmsten Nati-onen stellen in Nepal Katastrophen ein großes Gefahrenpotenzial für Menschen, Tiere und die Wirtschaft dar. Auch sind Hilfsmaßnahmen bei Katastrophen im Land sehr schwierig, da viele Dörfer abgelegen und sehr hoch liegen und so nur durch Fußmärsche zu erreichen sind.

Die sieben Bündnis-Mitglieder engagieren sich bereits seit langer Zeit in Nepal. Sie konnten nach dem Erdbeben sofort mit der Nothilfe beginnen und sind mit Hilfe lokaler Partner-Organisationen weiter vor Ort. Rund 6,3 Millionen Euro Spendengelder hat das Bündnis Entwicklung Hilft für die Hilfe unter dem Stichwort „Erdbeben Nepal“ erhalten – auch dank der Hinweise in der ARD.

70% der rund 26,5 Millionen Einwohner Nepals waren direkt von den Erdbeben betroffen und mehr als 8 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 501.000 Häuser wurden infolge der Beben komplett zerstört und 296.000 beschädigt. Auch hatten über eine Million der Einwohner keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser, rund eine halbe Million Kinder und 200.000 schwangere oder stillende Frauen waren von Unterernährung betroffen. Die Hilfsmaßnahmen gestalteten sich als besonders schwierig, da die sowieso schon bedürftige Infrastruktur im Land teils komplett zerstört war.

Ein Jahr nach den Erdbeben sind lebensnotwendige Hilfsgüter wie Decken, Zelte, Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel verteilt worden. Jedoch sind noch viele Schulgebäude, Krankenstationen und Häuser nur provisorisch errichtet. Der Wiederaufbau schreitet weiter voran, doch die Menschen und Organisationen vor Ort stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen: Nach den Erdbeben setzte der Monsun ein, der viele Bergstraßen unpassierbar machte. Ende 2015 bis Anfang 2016 gab es eine schwere Benzinkrise, da Indien und die Bevölkerung in den, an Indien grenzenden Regionen mit der neuen Verfassung in Nepal nicht einverstanden sind. Sie behinderten wichtige Importe und Transporte, was wiederum die Verteilung von Gütern und die Erreichbarkeit der Menschen in den entlegenen Bergregionen erschwerte. Nach wie vor sind wichtige Versorgungsgüter wie Propangas nicht in ausreichendem Maße zugänglich, wodurch die Lage weiterhin angespannt ist und eine erneute Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen werden kann.

Besonders Kinder haben unter den Folgen des Erdbebens zu leiden. In den Bergregionen leben viele Nepalesen immer noch in Notunterkünften und haben oftmals keinen strukturierten Alltag. Negative Bewältigungsstrategien wie Gewalt gegen Kinder und Zwangsheirat nehmen aufgrund der aktuellen Situation zu und bringen sie zunehmend in Gefahr. Da vielerorts die Schulen noch nicht wieder aufgebaut sind, sind viele Kinder ohne Aufsicht. Auch haben die Menschen in Nepal die Erdbeben oft psychisch noch nicht verarbeitet und vor allem Kinder sind noch immer verängstigt und nervös.   

Den Rechenschaftsbericht "Nepal: Ein Jahr nach dem Beben" finden Sie hier

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news-738 Wed, 20 Apr 2016 13:58:00 +0200 Nach dem Beben in Ecuador – die Hilfe ist angelaufen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nach-dem-beben-in-ecuador-die-hilfe-laeuft-an.html Mitglieder der Bündnis Entwicklung Hilft haben Nothilfemaßnahmen eingeleitet und unterstützen Partner vor Ort Das Erdbeben vom Samstagabend (Ortszeit) hat mindestens 500 Todesopfer in Ecuador gefordert, Hunderte Menschen werden noch vermisst. Mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala und mehr als 400 Nachbeben handelt es sich um eines der stärksten Beben in dem südamerikanischen Land seit Jahrzehnten. Die dort aktiven Mitglieds-Organisationen wie Misereor und medico international nahmen sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe zu ihren Partnern vor Ort Kontakt auf, um sich ein Bild über das Ausmaß zu machen. Und es wurden bereits Mittel für Nothilfemaßnahmen bewilligt. Die Schwester-Organisation des Bündnis-Mitglieds Brot für die Welt hat inzwischen mehrere Experten nach Ecuador gesandt. Und auch die Kindernothilfe hat Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Seit 1979 ist die Bündnis-Organisation in Ecuador aktiv, vier von sechs Projekten dort sind betroffen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) arbeitet mit vier Partnern in Ecuador zusammen, zwei von ihnen haben Gemeindenahe Rehabilitationsprojekte in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten. er deutsche Mitarbeiter Stefan Dofel spürte das Beben selbst in der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito. „Ich war mit meiner Frau und unserem Baby gerade draußen unterwegs, als das Erdbeben anfing“, erzählt der CBM-Regionaldirektor für Lateinamerika. „Die 40 Sekunden fühlten sich endlos an, der Boden bewegte sich in Wellen unter den Füßen. Unsere Tochter fing an zu schreien und ich dachte sofort an unsere Mitarbeiter.“

Die Kindernothilfe stellt 50.000 Euro für die Opfer des Erdbebens in Ecuador bereit und ruft zu Spenden auf. Das Geld wird für lebensnotwendige Maßnahmen, etwa die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, eingesetzt. Außerdem sollen Notunterkünfte für Familien in der besonders schwer getroffenen Stadt Guayaquil errichtet werden.

„Gerade für die Kinder ist die chaotische Situation nach einem derart heftigen Erdbeben sehr belastend und gefährlich. Einige sind verletzt, andere haben Vater oder Mutter verloren“, sagt Kindernothilfe-Landeskoordinator Mauricio Bonifaz, der das Beben selbst miterlebt hat. „Die Menschen hier stehen unter Schock. Nach wie vor kommt es zu Nachbeben. Noch immer werden viele Personen vermisst, die unter den Trümmern der eingestürzten Häuser vermutet werden.“

Zum Spendenaufruf der Kindernothilfe.

Seit Jahrzehnten arbeitet auch Misereor mit einer Reihe von ecuadorianischen Partnerorganisationen eng zusammen und kann in der Hilfe für die Erdbebenopfer nun an diese  intensiven Kontakte unmittelbar anknüpfen. Unter anderem ist das Hilfswerk in der von den Erdstößen besonders stark getroffenen Diözese Esmeraldas im Norden des Landes aktiv. Auch in der Stadt Guayaquilsind Misereor-Partner tätig.

Zum Spendenaufruf von Misereor.

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news-737 Fri, 08 Apr 2016 10:26:19 +0200 Die Launen des Christkinds http://www.entwicklung-hilft.de/reportage/elnino/ Eine Multimediareportage zu El Niño und seinen Auswirkungen. news-736 Thu, 07 Apr 2016 14:40:36 +0200 Bilanz zum Weltgesundheitstag http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/bilanz-zum-weltgesundheitstag.html Anlässlich des Weltgesundheitstages 2016 sehen die Bündnismitglieder Handlungsbedarf in der Verbesserung der Gesundheitssysteme sowie der Wasser-, Hygiene und Sanitärversorgung „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen [. . .]“. So ist in Artikel 25 der Menschenrechtscharta das Recht auf Gesundheit niedergeschrieben. Nach der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Anlässlich des Weltgesundheitstages macht das Bündnis Entwicklung Hilft darauf aufmerksam, dass das Menschenrecht auf Gesundheit vielerorts nicht gewährt ist und Menschen noch immer aufgrund maroder oder gar fehlender Gesundheitssysteme zu leiden haben.

In den entwickelten, westlichen Ländern der Welt wachsen die Menschen mit größtenteils funktionierenden Gesundheitssystemen auf, während dem in entwicklungsschwachen Ländern Gesundheitssysteme oftmals komplett fehlen. Die Menschen haben nicht genügend Geld für Medizin und Behandlung zur Verfügung oder der nächste ist Arzt schlicht zu weit weg. So unterstützt zum Beispiel die Bündnisorganisation Brot für die Welt ein Krankenhaus im Tschad, in dem Dr. Djékadou Ndilta der einzige Arzt für 82.000 Menschen im Umkreis von 350 Kilometern ist.

Während dem in entwickelten, westlichen Ländern auch Wasser im Überfluss zur Verfügung steht und die Tendenzen des Wasserverbrauchs und Wasserverschmutzung in Industrie- und Schwellenländern steigen, stehen auf der anderen Seite Menschen vor leeren Brunnen. Sie müssen dutzende Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen, wo finden sie oftmals nur verschmutztes Wasser vorfinden, welches Krankheiten verursachen kann. 2,5 Milliarden Menschen leben ohne hygienische sanitäre Einrichtungen und über 700 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die beständig anwachsende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen, der Klimawandel, die Liberalisierung der internationalen Finanz- und Warenströme, das Wirken transnationaler Konzerne und der Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Welt: all das hat erheblichen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.

Dass der verheerende Ebola-Virus in den drei der ärmsten Länder der Welt Liberia, Guinea und Sierra Leone auftritt, zeigt: Waldrodungen, Rohstoffabbau, Landendeignungen durch Industrieriesen und Armut haben Auswirkungen. Die Menschen sind auf der Suche nach Nahrung gezwungen, weiter in die Wälder hineinzugehen. Dadurch gab und gibt es Kontakt zwischen Tierpopulationen aus den Wäldern und den Menschen, der vorher so nicht existiert hatte. Das marode Gesundheitssystem der armen Länder konnte auf Einzelfälle von Ebola anfangs nicht reagieren, was das Voranschreiten des Virus förderte. Auch werden Impfstoffe, die Krankheiten in armen Ländern bekämpfen könnten, oftmals nicht erforscht, weil sie keine Rendite in Aussicht stellen. Erst als die Gefahr bestand, dass sich der Ebola-Virus in den Norden ausdehnen könnte, wurden Hilfe und Gelder akquiriert.

Das Bündnis Entwicklung Hilft setzt sich mit seinen Bündnisorganisationen dafür ein, dass langfristig Gesundheit geschaffen werden kann. Zum Beispiel unterstützen Bündnisorganisationen WASH. WASH steht für Wasser Sanitärversorgung und Hygiene. Durch diesen Dreiklang kann sauberes Grundwasser garantiert werden, Gesundheit verbessert und Nahrung, wie auch sauberes Trinkwasser sichergestellt werden. So schloss sich das Bündnismitglied Welthungerhilfe in Simbabwe nach einer landesweiten Choleraepidemie mit weiteren internationalen Nichtregierungs- und mehrere UN-Organisationen zusammen. Hunderte Wasserversorgungs- und Sanitäranlagen, insbesondere an Schulen und Kliniken, wurden saniert oder neu errichtet und Notfallpläne geschaffen. Seit dem sind saubere Wasserkanister, Desinfektionstabletten, Medikamente und andere Materialien im Ernstfall schnell und unbürokratisch verfügbar. Seither können lokale Vorfälle von Cholera innerhalb weniger Tage erfolgreich bekämpft werden.






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news-735 Wed, 16 Mar 2016 13:32:22 +0100 El Niño und Klimawandel – Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/el-nino-und-klimawandel-zusammenspiel-mit-katastrophalen-auswirkungen.html Im Rahmen des Fachgespräches „El Niño und Klimawandel – Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen“ informierte das Bündnis Entwicklung Hilft am 14. März 2016 über die regionalen Auswirkungen von El Niño für Menschen und Natur. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis‘ engagieren sich in vielen der betroffenen Gebieten und berichteten über die aktuellen Herausforderungen und Maßnahmen. Im Anschluss an die Vorträge und Podiumsdiskussion gab es eine offene Fragerunde. Die Biologin Dr. Iris Menn, die bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) als Programmdirektorin arbeitet, berichtete über die aktuelle Lage in Äthiopiens, das derzeit unter extremer Dürre zu leiden hat. CBM setze sich vor Ort vor allem für behinderte Menschen ein.

Eine Katastrophe, die nicht ins Bild passt

Jörg Lichtenberg, Teamleiter in Äthiopien für die Kindernothilfe, bekräftigte Dr. Menns Aussagen und erklärte, dass Äthiopiens Hilferuf an die internationale Gemeinschaft deswegen erst so spät erfolgt sei, weil das Land die letzten Jahre deutliche wirtschaftliche Fortschritte erzielt hätte. Da würde eine verheerende Hungerkatastrophe, wie sie bevorsteht, „nicht ins Bild“ passen, sagte Lichtenberg. Die westlichen Staaten hätten das unter den Teppich kehren Äthiopiens sogar unterstützt, da man den Anschein erwecken wollte, alles im Griff zu haben, so Lichtenberg.

Die von El Niño verschuldete Dürreperiode in Äthiopien führe dazu, dass Familien ihre Lebensgrundlage verlieren, Tiere sterben, alltägliche Ausgaben müssen gestrichen werden. Besonders betroffen seien dann Kinder und vor allem Mädchen, weil diese zuerst von den Eltern aus der Schule genommen werden würden. Auch müssten Kinder aufgrund der finanziellen Not arbeiten und schlimmstenfalls ihren Wohnsitz und ihre gewohnte Umgebung verlassen.

Ernteeinbußen in Amazonien

Der Agrarwissenschaftler Gerhardt Braunmiller, der für Misereor als Fachreferent in der Kontinentalabteilung Lateinamerika arbeitet, erklärte die Folgen des Klimawandels und El Niños für den Tropenwald Amazoniens. „Trockenperioden und Überschwemmungen treten in den letzten Jahren häufiger und mit größerer Intensität auf“, sagte Braunmiller. Die mittlerweile unvorhersehbaren Regen- und Trockenperioden würden besonders in kleinbäuerlicher Familien zu Ernteeinbußen führen. Auch sei dadurch die Infrastruktur Amazoniens erheblich beeinträchtigt und die Trockenheit führe zu einem erheblichen Anstieg der Brandgefahr.

Live per Skye wurde Regina Feindt aus Zimbabwe dem Fachgespräch zugeschaltet. Sie berichtete, wie die Welthungerhilfe vor Ort der bevorstehenden Dürre mithilfe von trockenheit-resistentem Saatgut entgegenzuwirken versuche.

Martin Größ-Bickel von Brot für die Welt unterstütze die Aussage von Regina Feindt und den anderen Referenten, dass weiterhin viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden müsse, damit mehr Gelder für die von El Niño betroffenen Länder akquirieren werden könne.

Hungerkrisen könnten die teils ohnehin schon instabilen Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Südostasiens weiterhin destabilisieren. Was dazu führen kann, dass viele Menschen vor Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Hunger und Chancenlosigkeit fliehen werden. Jetzt den Hunger zu bekämpfen, ist daher auch ein Beitrag zur Bekämpfung der Ursachen von Flucht und Migration. Dramatische Katastrophen werden aufgrund der veränderten Klimalage vermutlich immer öfter auftreten. Daher muss verstärkt in Anpassungsmaßnahmen und die langfristige Stärkung der Selbsthilfekräfte lokaler Bevölkerungsgruppen investiert werden. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgespräches einig.

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news-734 Wed, 16 Mar 2016 11:18:44 +0100 Fünf Jahre Bürgerkrieg in Syrien http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/fuenf-jahre-buergerkrieg-in-syrien.html Die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft sehen eine besorgniserregende Zuspitzung der humanitären Katastrophe Vor fünf Jahren begannen in Syrien Gewalt und Blutvergießen als Antwort auf einen friedlichen Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Mittlerweile herrscht eine unfassbare humanitäre Katastrophe. Nach Schätzungen wurden mittlerweile mehr als 250.000 Menschen getötet. Knapp die Hälfte aller rund 22 Millionen Bewohner Syriens ist innerhalb oder außerhalb des Landes auf der Flucht. Die statistische Lebenserwartung in Syrien ist seit dem Kriegsausbruch um 13 Jahre gesunken. Luftangriffe der Regierung und auch der ausländischen Koalition gegen den Terror treffen die Zivilbevölkerung und zerstören lebenswichtige Infrastruktur. Regierungstruppen und radikale Milizen belagern Gebiete und hungern die Menschen aus. Der Krieg hat die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zerstört. Rund 13,5 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter etwa sechs Millionen Kinder und Jugendliche. Und doch steigen die Waffenexporte in die Region - darunter auch die von Deutschland - weiter an.

Die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft rufen zur Hilfe für die Bevölkerung auf.

Christoffel-Blindenmission

Derzeit wird davon ausgegangen, dass circa 22 Prozent der syrischen Flüchtlinge eine Behinderung haben – ein nicht unerheblicher Teil hiervon physische Behinderungen in Folge des gewaltsamen Konflikts. Flüchtlinge mit Behinderungen gehören zu den vulnerabelsten Personengruppen, da eine Flucht für sie besonders anstrengend ist, gleichzeitig aber auch viele Hilfsangebote nicht auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen eingehen: In Katastrophengebieten aber auch in Flüchtlingslagern sind beispielsweise Ausgabestellen für Wasser, Nahrung und Medikamente oft nicht barrierefrei und für Menschen mit einer Geh- oder einer Sehbehinderung damit kaum zugänglich.

Die Intensität des Konflikts in Syrien verursacht viele neue Behinderungen: Syrer mit schweren Verletzungen wie Schusswunden, Schrapnell-Verletzungen, Knochenbrüche oder Brandwunden haben in ihrem Heimatland kaum mehr Zugang zu gut ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen. Auch das hoch-qualifizierte medizinische Personal ist in den meisten Fällen bereits ins Ausland geflohen. Häufig kommt es bei der akuten Erstversorgung in Syrien daher zu unnötigen Amputationen, weil beispielsweise Wunden nicht ordentlich verheilen und sich immer wieder neu entzünden. Gleiches gilt für Knochenbrüche, die oftmals falsch behandelt werden und daher schlecht zusammenwachsen und somit für die Betroffenen eine langfristige Beeinträchtigung darstellen.

Auch die Versorgung in den Nachbarländern verläuft nicht immer reibungslos, da die dortigen Gesundheitssysteme durch die zusätzlichen Patienten überlastet sind und für Menschen mit Behinderungen nur wenige spezialisierte Dienste zur Verfügung stehen.

Kindernothilfe

Mittlerweile sind bis zu 80 Prozent der flüchtenden Menschen, die über die Balkanroute kommen, Frauen und Kinder, die auf der Flucht besonders vielen Gefahren ausgesetzt sind. Viele von ihnen stranden in Flüchtlingslagern, wie im Grenzlager bei Idomeni, ohne Aussicht Schutz zu finden. „Die Bilder von der griechisch-mazedonischen Grenze treffen mich ins Herz. Wer die Verzweiflung der Menschen sieht, muss den Bürgerkrieg in Syrien so schnell wie möglich beenden“, appelliert Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, an die Unterhändler der Friedensverhandlungen in Genf. Nur so sei gewährleistet, dass sich Kinder mit ihren Familien nicht auf den gefährlichen Fluchtweg begeben müssen. „Unser Ziel ist es, tragfähige Lebensgrundlagen zu schaffen und dadurch Fluchtursachen zu bekämpfen“, so Weidemann. Die Kindernothilfe unterstützt im Libanon Projekte für syrische Flüchtlingsfamilien, um ihnen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Gerade einmal die Hälfte der syrischen Flüchtlingskinder im Grundschulalter besucht im Libanon die Schule.

Medico International

Fünf Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges in Syrien konnte Anfang März diesen Jahres endlich eine zweiwöchige „Einstellung der Feindseligkeiten“ hergestellt werden. Kaum begann die Feuerpause, kehrten auch schon Die Demonstrationen zurück. Da waren wieder die Gesänge, die Rufer und die selbstgemalten Schilder, die bildhaft für den Beginn des syrischen Aufstandes standen. „Syrien ist schön, aber es ist noch schöner ohne Assad“, oder: "2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und wir wollen immer noch Freiheit“. Ein Beleg, dass inmitten der zertrümmerten Vorstädten und ausgehungerten oppositionellen Provinzen der demokratische Geist lebendig ist. Wenn alle Konfliktparteien in Syrien zur Einsicht kommen sollten, dass kein Sieg auf dem Schlachtfeld möglich ist, ohne dass Syrien endgültig zerstört werden würde, wäre der erste Schritt in Richtung Demokratie gegangen. Mindestens so wichtig wäre es, wenn auch die regionalen Einflussmächte Saudi-Arabien, Türkei, Iran, sowie Russland und die USA ihr Handeln an einer Friedensoption ausrichten würden. Das allein öffnet dennoch längst keine demokratische Perspektive und damit auch keine tatsächliche Rückkehroption.

Eine Zukunft könnte daher nur in einer Anerkennung der Diversität der syrischen Gesellschaft und der Verwundungen, die durch den Krieg und die jahrzehntelange Einheitsideologie geschaffen wurden, ihrer religiösen und ethnischen Unterschiedlichkeiten sowie in Form einer identitätsstiftenden Autonomie liegen. Diese würde sich in einer föderalen Struktur voneinander trennen, um zugleich staatlich verbunden zu sein. Würde niemand mehr versuchen, den anderen zu dominieren, würde die Macht des Zentralstaates eingehegt, könnte tatsächlich ein Übergang in eine Phase des Nichtkrieges beginnen. Das wäre noch lange kein Friede, könnte aber den Übergang in einen neuen politischen Selbstfindungsprozess der syrischen Bevölkerung einleiten.  Nur dann könnte die Zerstörung der syrischen Nation auch die Idee einer neuen pluralen Idee von Staatlichkeit und Demokratie hervorbringen – jenseits einer zwangshomogenisierten Bevölkerung und einer Einheitsideologie, sei sie nun religiös oder säkular begründet.

Misereor

Das Werk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor fordert die Bundesregierung auf, Rüstungsexporte in die Region zu stoppen und die humanitäre Hilfe abzusichern. "Angesichts des mittlerweile fünf Jahre andauernden Syrienkonflikts ist es ein Skandal, dass Waffenlieferungen in die Region immer noch weiter ansteigen. So sind laut dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) allein die Rüstungseinfuhren Saudi Arabiens zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu den vorangegangenen vier Jahren um 275 Prozent gestiegen. Rund ein Drittel der gesamten deutschen Rüstungsexporte gehen in Staaten des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas. Deutschland ist  danach der viertgrößte Waffenexporteur weltweit" so MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel." Damit trägt Deutschland eine Mitverantwortung für Menschenrechtsverletzungen, die mit diesen Waffen begangen werden.“


terre des hommes

terre des hommes appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich nach fünf Jahren Krieg endlich der Verantwortung für das Wohl der Menschen in Syrien zu stellen und im Rahmen der Friedensgespräche Beschlüsse zu fassen und diese umgehend umzusetzen. So solle eine sofortige Waffenruhe und das Ende der Bombardierungen und Anschläge ausgehandelt werden. terre des hommes fordert die sofortige Beendigung der Blockaden und des Aushungerns von Städten, Stadtteilen und Dörfern. Der Zugang für die Versorgung durch internationale Hilfsorganisationen zu gewährleisten. Es sollen Konsultationen aller nationalen und internationalen Konfliktparteien verabschiedet werden mit dem Ziel, eine Übergangsperspektive für Syrien zu entwickeln. Von den Geberländern fordert terre des hommes, endlich die zugesagten Mittel für die Finanzierung der humanitären Versorgung durch die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen bereitzustellen.

„Besonders Kinder leiden unter dem direkten Schrecken des Krieges und den Folgen der systematischen Vernichtung lebenswichtiger Infrastruktur wie Bäckereien, Trinkwasseranlagen und Krankenhäuser“, erklärte Jörg Angerstein, Vorstand Kommunikation von terre des hommes. „Die meisten Schulen liegen in Schutt und Asche, oder es findet aus Sicherheitsgründen kein Unterricht statt. Die Einschulungsrate ist auf unter 50 Prozent gefallen, jedes zweite syrische Kind geht nicht zur Schule und erwirbt keinerlei Qualifikation für das spätere Leben. In den Nachbarländern Syriens wachsen Tausende Kinderflüchtlinge ohne Zukunftsperspektiven heran. Viele leben und arbeiten auf den Straßen, um sich und ihre Familien zu ernähren.“

Welthungerhilfe

Seit November 2012 leistet die Welthungerhilfe humanitäre Hilfe für syrische Bürgerkriegsopfer. Nachdem dies zunächst innerhalb Syriens erfolgte, wurde die Welthungerhilfe angesichts der zunehmenden Flüchtlingsströme in die Türkei und in den Nordirak auch in diesen Ländern aktiv. Im fünften Jahr des Bürgerkriegs befindet sich das Land in einer der größten humanitären Krisen der Nachkriegszeit. 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht, etwa zwei Drittel davon im eigenen Land (UNHCR, Stand September 2015). Über vier Millionen Syrer sind in die Nachbarländer Jordanien, Libanon, Irak, Ägypten und die Türkei geflohen.

Die Welthungerhilfe ruft dazu auf, das Leiden der Menschen in Syrien zu beenden. Alle Kriegsparteien werden dazu aufgefordert, Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten, den Beschuss von Krankenhäusern und Schulen einzustellen und die Belagerung von Städten sofort zu beenden.
„Solange es keine politische Lösung für den Krieg gibt, müssen wir die humanitäre Hilfe massiv erhöhen und die Finanzierung langfristig sicherstellen. Wir dürfen nicht wieder den Fehler machen, dass die Vereinten Nationen die Tagesrationen für Flüchtlinge aus Geldmangel kürzen müssen“, fordert Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Auch fordert die Welthungerhilfe, dass mehr Geld für Bildung von Kindern in den Nachbarländern bereitgestellt wird. Es müsse verhindert werden, dass eine verlorene Generation heranwächst und sichergestellt werden, dass die Geflohenen in den Nachbarländern ein legales Einkommen haben können.

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news-733 Fri, 26 Feb 2016 11:34:46 +0100 Fachgespräch: El Niño und Klimawandel http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/fachgespraech-el-nino-und-klimawandel.html Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen Im Rahmen des Fachgespräches „El Niño und Klimawandel – Zusammenspiel mit katastrophalen Auswirkungen“ am 14. März 2016 informiert das Bündnis Entwicklung Hilft über die regionalen Auswirkungen von El Niño für Menschen und Natur. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis‘ engagieren sich in vielen der betroffenen Gebiete und werden über die aktuellen Herausforderungen und Maßnahmen berichten. Auf die einzelnen Kurzvorträge folgt eine gemeinsame Podiumsdiskussion und Fragerunde.

 

Podium

  • Gerhard Braunmiller, Misereor – Der Agrar-Ingenieur und Fachreferent für ländliche Entwicklung berichtet über die Auswirkungen El Niños auf Lateinamerika, insbesondere auf die feuchten Tropen und den Tropenwald.
  • Martin Größ-Bickel, Brot für die Welt – Der Referatsleiter Ostafrika und Horn von Afrika beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des EZ-Mandats in Katastrophensituationen am Beispiel der Regionen Horn von Afrika, Ostafrika und Südliches Afrika.
  • Jörg Lichtenberg, Kindernothilfe – Der Äthiopienreferent und Kinderschutzbeauftragte informiert über die speziellen Gefahren für Kinder und die besonderen Anforderungen beim Schutz derer.
  • Dr. Iris Menn, Christoffel-Blindenmission (CBM) – Die Ökologin und Meeresbiologin wird einführend über das Phänomen El Niño und die Auswirkungen berichten und am Beispiel Äthiopien behinderteninklusive Hilfsmaßnahmen vorstellen.

 

Via Skype aus Zimbabwe zugeschaltet: Regina Feindt, Welthungerhilfe – Landesdirektorin und Entwicklungshelferin

 

Moderation: Peter Mucke, Geschäftsführer Bündnis Entwicklung Hilft

 

Am: 14. März 2016, 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr

 

Ort: Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin; Raum Amalie Sieveking 0.K.01

 

Im Anschluss an das Fachgespräch stehen die Podiumsgäste Ihnen gern für Interviews zur Verfügung.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und bitten Sie um vorherige Anmeldung bis zum 10.03.2016.

 

Rückfragen und Interview-Wünsche bitte an:
Melanie Huber, Pressesprecherin Bündnis Entwicklung Hilft
Tel. +49-30-27877-393

presse(at)entwicklung-hilft.de

www.entwicklung-hilft.de

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-732 Wed, 17 Feb 2016 13:57:10 +0100 Flüchtlingen auf Dauer Perspektiven bieten http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/fluechtlingen-auf-dauer-perspektiven-bieten.html Die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft fordern in der Bundespressekonferenz zum Thema „Fluchtursachen“ Solidarität mit Schwächeren. Ohne Hilfe vor Ort stünde Europa vor deutlich größeren Herausforderungen. Berlin, 17. Februar 2016 – In der Bundespressekonferenz sprachen heute die Vertreterinnen und Vertreter des Bündnis Entwicklung Hilft. Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. Sie erörterten die zahlreichen Ursachen, aus denen sich Menschen auf die Flucht begeben. Beim Thema Fluchtursachen geht es nicht darum, warum Flüchtlinge nach Europa kommen. Es geht darum, warum sie ihre Heimat verlassen müssen. Die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft setzen sich explizit auch für die Länder ein, die Geflüchtete aus den umliegenden Regionen aufnehmen. Auch hier müssen auf Dauer Perspektiven geboten werden.

 

Das Ausmaß der Fluchtbewegung nach Europa hat Europa sich selbst geschaffen

Als einer der häufigsten Gründe für die Flucht – beispielsweise aus Syrien – nennt Cornelia Füllkrug-Weitzel die immer weitere Eskalation kriegerischer Gewalt dort. Es schlage die große Stunde der Waffenproduzenten und -exporteure: „Und Deutschland fällt nichts Besseres ein, als sich daran zu beteiligen. Ohne Überblick, Ziel und Plan.“ Füllkrug-Weitzel fügt verdeutlichend hinzu: „Befeuert Europa die Krisen mit Waffen, anstatt sich rechtzeitig für gewaltfreie Konfliktlösung stark zu machen, ist das das Gegenteil von Fluchtursachenbekämpfung.“ Im 1. Halbjahr 2014 habe Deutschland mehr Waffen exportiert als im Jahr zuvor. „Dass deutsche Waffen die Krisen und Konflikte der Region befeuern – unerträglich“, sagt Füllkrug-Weitzel.

Der andere Skandal innerhalb Europas sei, immer erst und nur dann zu reagieren, wenn man selbst betroffen ist; dies sei das Gegenteil von weitsichtiger und solidarischer Politik. Das Ausmaß dieser Fluchtbewegung nach Europa habe Europa sich selbst mit diesem Prinzip geschaffen.

 

Politische Lösungen für mehr Sicherheit

„Bewaffnete Konflikte sind zunehmend Ursache für große Flüchtlingsströme, Hunger und Armut. Die Menschen aus den betroffenen Gebieten suchen vor allem Sicherheit, fast alle bleiben in der Nähe der Länder, aus denen sie fliehen. Humanitäre Hilfe in akuten Notsituationen, wie wir sie gerade in Syrien erleben, ist das eine, was wir tun müssen“, sagt Bärbel Dieckmann, „im Kern geht es aber um politische Lösungen.“ Die Situation in Syrien sei hochkomplex und verfahren, mit unerträglichen Lebensbedingungen für die Menschen dort, so Dieckmann: „Wir müssen alles dafür tun, dass die Flüchtlinge in eine sichere Situation kommen und versorgt werden.“

Aktuell gebe es kaum eine Rückkehrmöglichkeit für syrische Flüchtlinge. Im Gegenteil. Sollte Aleppo fallen, würden sich erneut hunderttausende Menschen aus diesem Kampfgebiet auf den Weg machen, so Dieckmann. Wir müssen daher gerade Nachbarländer wie den Libanon oder Jordanien viel stärker unterstützen, vor allem auch die Türkei, die bereits 2,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat. Ob die drei Milliarden Euro an EU-Mitteln reichen werden, sei fraglich.

Wo Menschen ihre Heimat verlassen müssen, gehen Kinder meist nicht mehr zur Schule, wächst eine verlorene Generation heran. Neben der Grundversorgung seien daher Bildungsangebote für Geflüchtete elementar, damit die jungen Menschen später eine Perspektive für ihr Leben finden können. „Der Versuch, in Europa eine gemeinsame Lösung für den Umgang mit den aktuellen Herausforderungen zu finden, ist richtig“, sagt Dieckmann, „ob uns das gelingen wird, sehe ich im Moment skeptisch.“

 

Ein neues Miteinander mit Zuversicht, Mut und Augenmaß

Die Hälfte der 60 Millionen Flüchtlinge weltweit sind Kinder. Rund 400.000 dieser werden von terre des hommes unterstützt; die Heranwachsenden benötigen eine altersgerechte Betreuung – auch mit psychosozialer Unterstützung. „Wir können es weder aus politischen noch humanitären Gründen zulassen, dass ganze Generationen von perspektivlosen Menschen entstehen“, sagt Albert Recknagel. Er fordert mehr Investitionen, die Kindern und ihren Familien ein neues Leben erleichtern und Perspektiven eröffnen. Dabei sollten auch Lösungsansätze in den Regionen selbst entwickelt werden: „Es kann nicht alles von Europa aus gesteuert werden.“

Doch auch hier in Deutschland sei es unsere Aufgabe, Solidarität zu organisieren und sich auf ein neues Miteinander einzustellen – nicht blauäugig, aber mit Zuversicht, Mut und Augenmaß. Es geht in Deutschland wie in Europa nicht um das effektive Management einer momentanen „Flüchtlingskrise“, sondern wir müssten anerkennen, dass sich die Folgen von Krieg, Gewalt, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit nicht länger auf die regionalen Krisenherde und Brennpunkte beschränken und von unseren Grenzen fernhalten lassen. Wir stehen vor der Langzeitaufgabe, diese Menschen bei uns in Deutschland in unsere Gesellschaft aufzunehmen, sagt Recknagel.

 


Hinweise an Redaktionen:  

·         Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite www.entwicklung-hilft.de.

·         Wir vermitteln Ihnen gern Gesprächspartner vor Ort und Interviews mit Experten aus unseren Mitgliedsorganisationen.

 

Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft – Pressesprecherin
Melanie Huber

Tel.: 030 / 278 77 393

m.huber@entwicklung-hilft.de
www.entwicklung-hilft.de

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-731 Fri, 12 Feb 2016 10:54:38 +0100 El Niño – Hilfe der Bündnis-Mitglieder in Äthiopien http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/el-nino-hilfe-der-buendnis-mitglieder-in-aethiopien.html Es wird bereits über einen der stärksten El Niños aller Zeiten spekuliert. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft leisten in den von den Folgen El Niños betroffenen Gebieten effektive Hilfe. Das unregelmäßig zur Weihnachtszeit auftretende Wetterphänomen, bei dem sich die Luft- und Meeresströmung im Pazifik kurzzeitig verändern, kann katastrophale Ausmaße im globalen Maßstab annehmen. „Die Folgen können extreme Niederschläge in der einen Weltregion sein – und monatelang kein Tropfen Regen in einer anderen“, sagt Claudia Kleiner, ARD-Wettermoderatorin im Interview mit dem Bündnis-Mitglied Kindernothilfe.


Gerade im regelmäßig von Dürren betroffenen Äthiopien zeichnet sich bereits jetzt die schlimmste Hungerkatastrophe seit 30 Jahren ab. Im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ berichtet Jörg Lichtenberg, Afrikareferent der Kindernothilfe, von der Situation vor Ort. „Während in manchen Landesteilen der Regen ausbleibt und dadurch 90 Prozent der Ernte vertrocknen, kommt es im Südwesten Äthiopiens zu sintflutartigen Regenfällen. Die sind für diese Jahreszeit völlig untypisch. Der ausgedörrte Boden kann die Regenmassen nicht aufnehmen, das Saatgut wird einfach weggespült.“


Die Kindernothilfe hat bereits Soforthilfemaßnahmen in Äthiopien eingeleitet, verteilt Nahrungsmittel an die betroffene Bevölkerung und sichert Kindern, deren Eltern sich das Schulgeld aufgrund erhöhter Ausgaben für Nahrungsmittel nicht mehr leisten können, den Zugang zu Bildung.


Auch die Welthungerhilfe ist in Äthiopien, speziell in der Region Afar, aktiv. Mit der Bohrung neuer Wasserlöcher und der Verteilung von Wasseraufbereitungstabletten geht die Mitgliedsorganisation gegen Wassermangel vor und unterstützt die lokalen Viehzüchter mit Futtermitteln und Medizin.


Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission legt einen Fokus auf Menschen mit Behinderung und verteilt Lebensmittel an Schulen. Mit „Cash-for-Work“-Programmen und der Verteilung von Saatgut und Vieh leistet die CBM Hilfe zur Selbsthilfe.

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news-730 Wed, 27 Jan 2016 15:32:31 +0100 #Grenzgänger http://www.entwicklung-hilft.de/lpages/grenzgaenger.html Alle WhatsApp-Nachrichten unserer #Grenzgänger auf einer interaktiven Karte news-728 Mon, 14 Dec 2015 13:41:40 +0100 Die #Grenzgänger gehen wieder auf Tour http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/die-grenzgaenger-gehen-wieder-auf-tour-1.html Bereits im September berichtete Bündnis Entwicklung Hilft mit der WhatsApp-Kampagne #Grenzgänger von der Situation der Flüchtlinge auf der Balkanroute. Ab dem 18. Dezember machen sich Hannah Pool und Felix Volkmar noch einmal auf den Weg und berichten Live via Instant-Messenger. Im Fokus steht dieses Mal die Situation der Flüchtlinge in Deutschland.

Wie geht es den Menschen, die Hannah und Felix im September ein kleines Stück auf ihrer Fluchtroute begleiten konnten heute? Wie wurden sie an ihren Zielorten aufgenommen? Was erhoffen sie sich von der Zukunft und wie ist ihre Sicht auf den deutschen Umgang mit der Flüchtlingskrise? Diese und andere Fragen sollen unter anderem mit Ahmed aus Palästina geklärt werden. 

 

Flüchtlinge kommen zu Wort

Zusammen mit seiner siebenköpfigen Familie lebte der Palästinenser Ahmed bereits in Syrien als Flüchtling und musste sich aufgrund des verheerenden Bürgerkrieges erneut auf die Flucht begeben. Hannah und Felix lernten die Familie auf Kos kennen und begleiteten sie auf der Fähre nach Athen. Aus seiner Unterkunft in Mettmann (Nordrhein Westfalen) übermittelte Ahmed bereits gegen Ende der ersten Grenzgänger-Aktion seine Geburtstagsgrüße an Felix. Kurz vor Weihnachten soll Ahmed noch einmal im Rahmen der #Grenzgänger zu Wort kommen.

„Wir hoffen auch dieses Mal die Situation der Flüchtlinge aus einer persönlichen Perspektive beleuchten zu können und freuen uns auf viele Rückmeldungen der Community“, so Hannah und Felix im Vorfeld.  Von Nordhessen, über Berlin und Dresden bis Köln wollen die #Grenzgänger neue Geschichten sammeln. Doch auch die generelle Situation in Deutschland möchten die Beiden beleuchten. So werden sie beispielsweise das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz LaGeSo, besuchen. Seit dem Sommer steht das  LaGeSo stellvertretend für die Kritik am Umgang mit Flüchtlingen, da diese wegen schierer Überforderung der Behörde teilweise mehrere Tage vor dem Gebäude kampieren müssen, bevor sie sich als Asylbewerber registrieren lassen können. Und auch den Kontakt zu Vereinen und Initiativen, die die Situation der Flüchtlinge in Deutschland verbessern wollen, werden die #Grenzgänger suchen.

 

Wer sind die #Grenzgänger?

Hannah ist eine freiwillige Helferin und Felix ein Fotograf, der bei Reporter ohne Grenzen gearbeitet hat. Hannah (23) hat im Rahmen ihres Studiums "Internationale Beziehungen" an der TU Dresden zwei Auslandssemester an der Universität Teheran studiert und dort Farsi und Dari gelernt. Felix (23) studiert an der Uni Marburg Friedens-und Konfliktforschung. Dokumentationsreisen führten ihn bisher nach Ruanda, Marokko, Aserbaidschan, in den Iran und die Türkei.

 

Was bisher geschah

Vom 6. bis 19. September 2015 begleiteten Hannah und Felix Menschen auf ihrem Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft. Von Griechenland aus führte sie ihr Weg über Mazedonien, den Kosovo, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland – immer gemeinsam mit den Flüchtenden. Dabei dokumentierte #Grenzgänger die persönlichen Geschichten und Schicksale der Menschen auf der Flucht. Alle Interessierten konnten über den WhatsApp-Messenger live und hautnah die Situation an den europäischen Grenzen und auf dem gesamten Weg durch Europa miterleben.

 

Auch dieses Mal kann die Reise wieder live per WhatsApp mitverfolgt werden. Die Anmeldung erfolgt über die Startseite von entwicklung-hilft.de oder direkt über das Widget.

 

Die Nachrichten der #Grenzgänger noch einmal zum Nachlesen.

 

 

Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle

Florian Brell
+49-30-27877-390
presse(at)entwicklung-hilft.de
www.entwicklung-hilft.de

 

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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news-726 Fri, 04 Dec 2015 13:25:40 +0100 Hilfe in mehr als 18 Ländern weltweit http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/hilfe-in-mehr-als-18-laendern-weltweit.html Erste Bilanz zur "Hilfe für Flüchtlinge" Fast 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Viele bleiben innerhalb des eigenen Landes oder fliehen in die Nachbarländer der Krisenregionen. Aber sie alle sind auf Hilfe angewiesen. Doch auch die Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer benötigen Unterstützung, um eine menschenwürdige Versorgung der Geflüchteten zu gewährleisten.

Die sieben Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft sind weltweit aktiv und leisten mit ihren Partnern vor Ort akute und langfristige Hilfe. In mehr als 18  
Ländern unterstützen sie aktuell Menschen auf der Flucht.

Bisher konnte das Bündnis Entwicklung Hilft rund 3,4 Millionen Euro Spendengelder für die „Hilfe für Flüchtlinge“ einnehmen – auch dank der Spendenaufrufe in der ARD. Mithilfe dieser Gelder konnten bereits zahlreiche Projekte der Mitgliedsorganisationen realisiert werden, die zur Verbesserung der Situation und zur Versorgung flüchtender Menschen aber auch zur Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern beitragen.

So helfen die Bündnis-Mitglieder und deren Partner

Brot für die Welt

Brot für die Welt unterstützt im Libanon die Partnerorganisation Nashet. In dem Lager „Ain al Hilweh“ drängen sich auf 1,5 km² etwa 80.000 Menschen. Nashet bietet Kindern und Jugendlichen Zuflucht, hilft ihnen bei den Schularbeiten und unterstützt sie dabei, ihre Talente zu entdecken und zu leben. Auch in einer Hochebene im Osten des Libanon konnte 500 Familien mit warmen Mahlzeiten geholfen werden.

In Jordanien erhalten syrische und irakische Flüchtlinge gemeinsam mit bedürftigen Menschen der Gastgemeinden Fortbildungen, z.B. zum Thema Hygiene oder zu Frauenrechten. Es konnten 2.000 syrische Flüchtlinge und Gastgeberhaushalte mit Winterkleidung und Decken versorgt werden. Die Kinder werden in Schulen integriert.

An der griechisch-mazedonischen Grenze wurden 22.000 Regencapes an besonders bedürftige Flüchtlinge verteilt. Auf der Insel Chios in Griechenland wurden an Flüchtende 1.000 Zelte und 2.500 Winterschlafsäcke verteilt. In Serbien wurde warme Kleidung für 1.000 Kinder sowie Windeln und Nahrung für 1.600 Babys verteilt. Insgesamt wurden in Serbien 14.000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt und 70 Tonnen Brennholz verteilt.

Im irakischen Teil Kurdistans wurden 500 Familien mit Decken, Kleidung, Heizgeräten und Brennstoff für die kalte Jahreszeit ausgestattet.


Christoffel-Blindenmission (CBM)

Die Arbeit der CBM setzt vor allem in Nachbarländern von Krisenregionen an. Ein Fokus liegt dabei auf Flüchtende mit Behinderung.

Bereits seit Ende 2012 unterstützt die CBM syrische Flüchtlinge in Jordanien. Im Januar 2015 startete ein Projekt zusammen mit dem Partner Al Hussein Society (AHS). Flüchtlingskinder mit Körperbehinderungen erhalten orthopädische Hilfsmittel wie Rollstühle, Prothesen und Krücken und werden physiotherapeutisch betreut.

Mit dem International Rescue Committee (IRC) sichert die CBM seit 2012 die augenmedizinische Versorgung im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. Seither konnten die augenmedizinischen Dienste ausgebaut und die Qualität durch Bereitstellung notwendiger Geräte verbessert werden. In Zukunft kann die Arbeit auch auf das Flüchtlingslager Kakuma im Westen Kenias ausgeweitet werden.

Im Niger, in der Region Diffa, beginnt ab November 2015 ein einjähriges Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen mit Behinderungen. Gemeinsam mit zwei lokalen Partnern werden über 1.000 Flüchtlinge psychologisch und medizinisch unterstützt. 300 Familien erhalten Hilfe bei der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse.


Kindernothilfe

Die Kindernothilfe hat mit ihrem Partner AMURT im libanesischem Kafr Nabrakh ein gemeindebasiertes Kinderschutzzentrum aufgebaut. Im Drei-Monats-Turnus werden hier je 120 Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet; spezielle Angebote gibt es für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Eine Psychologin begleitet die Kinder durch Spiel-, Mal- und Gesprächstherapie bei der Traumabewältigung. Der Projektpartner AMURT sorgt dafür, dass die Kinder anschließend auf Schulen gehen und bezahlt notwendiges Material. Die Schulen sind oft weit entfernt von den Wohnorten, deshalb werden Schulbusse für den Transport von 500 Mädchen und Jungen organisiert. Schläge sind an libanesischen Schulen ein Erziehungsinstrument – durch die Arbeit mit Lehrern konnte hier ein Rückgang von Gewalt und verbalen Beschimpfungen erreicht werden.


medico international

In Flüchtlingslagern in Syrien, im Irak, Libanon und im Bereich der Westsahara leisten medico-Partner Überlebenshilfe mit Nahrungsmitteln und Basisgesundheitsversorgung. In Westafrika werden Selbstorganisationen von Abgeschobenen, in Mittelamerika Migrantenherbergen in Mexico unterstützt und in Ägypten und Israel die medizinische Versorgung von Flüchtlingen gewährleistet.

Angesichts der Flüchtlingskrise hat medico auch sein Engagement in Europa verstärkt. In Griechenland und in der Türkei stehen Teams besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen zur Seite, intervenieren gegen illegale Haft und Abschiebepraktiken und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen. Auch das „Watch the Med Alarmphone“, das seit Oktober 2014 Notrufe von Flüchtlingen in Seenot entgegennimmt, wird von medico gefördert.

Weiterhin finanziert die Bündnis-Organisation den Moving Europe-Bus, der Flüchtlinge entlang der Balkanroute mit Strom, Internet, Infoformationen und notwendigen Gebrauchsgegenständen versorgt. medico unterstützt auch den Druck und die Verteilung von Broschüren, die Informationen und Kontakte in wichtigen Transit- und Zielländern enthalten.

Um traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland zu helfen, fördert medico eine Stelle der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer. Zugleich unterstützt medico eine Kampagne der Medibüros und Medinetze zur medizinischen Versorgung von Asylsuchenden.


Misereor

Im türkischen Batman, im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien und dem Nordirak finanziert Misereor ein Projekt für Menschen auf der Flucht vor dem Islamischen Staat (IS). Tausende flohen wegen des Vormarsches der IS-Milizen in die nahe Türkei. Angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen stellt man sich auf weitere Flüchtlinge ein. Der Misereor-Partner Christian Aid Program North Iraq (CAPNI) versorgt Schutzsuchende mit wichtigen Hilfsgütern, Lebensmitteln, Decken und warmer Kleidung.

Marokko hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Der Misereor-Partner Caritas Maroc arbeitet in drei Zentren in Casablanca, Rabat und Tanger in den Bereichen Basisgesundheit, soziale Belange, psychosoziale Betreuung und Bildung.
 
Auch in Europa ist Misereor aktiv. Der Projektpartner Jesuit Refugee Service (JRS) leistet in Süditalien und auf der Balkanroute Soforthilfe. Zu den Maßnahmen zählen die Verteilung von Hilfsgütern sowie die Bereitstellung von vorübergehenden Notunterkünften. Außerdem steht die dringend benötigte medizinische Erstversorgung im Fokus. In München wird der Jesuiten-Flüchtlingsdienst die soziale Beratung von Flüchtlingen in einer Gemeinschaftsunterkunft übernehmen.
terre des hommes

Das Bündnis-Mitglied unterstützt u.a. zahlreiche Projekte in Deutschland. In Berlin koordiniert der geförderte Flüchtlingsrat ehrenamtliche Helfer und setzt sich für ein schnelles Bleiberecht für Kinder ein. Der Verein Xenion bietet Hilfe und Traumatherapie für flüchtende Kinder

In Hamburg und Osnabrück bieten die Projektpartner „Wohnschiffprojekt Altona e.V.“ und „Exil e.V. Osnabrück“ Spiel- und Lernmöglichkeiten für Kinder in Sammelunterkünften. In Thüringen baut das Projekt Refugio einen Sozialdienst für minderjährige Flüchtlinge auf.

Durch die Unterstützung des AK Asyl wird schulische und soziale Integration von Minderjährigen im bayerischen Weiden gefördert und über den Kinder- und Kulturkreis Oberhausen ein ähnliches Projekt in Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit bietet der Dachverband der psychosozialen Zentren in Deutschland
Traumabehandlung und psychosoziale Versorgung für Flüchtlingskinder.

International liegt der Fokus auf Etablierung und Förderung von Kinderschutzmechanismen und dem Schaffen sicherer Räume für Flüchtlingskinder. Im Nordirak werden dabei 3.000 Kinder und 2.000 Familien in Flüchtlingscamps und aufnehmende Gemeinden unterstützt. Neben Einführung entsprechender Schutzmechanismen werden u.a. Erzieherinnen in Kinder-Traumatherapie ausgebildet. In der Grenzregion Türkei-Syrien bietet die Organisation psychosoziale Betreuungsangebote für Kinder und ihre Familien sowie Schulungen für lokale NGOs im institutionellen Kindesschutz an.


Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe fokussiert ihre Unterstützung vor allem auf Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien. Rund um die Stadt Azaz im Norden Syriens leben Tausende von Familien, die vor den Kämpfen der letzten Monate geflohen sind. Im Winter wird es in der Region nass und kalt mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Menschen leben nahezu ungeschützt vor den Temperaturen in Zelten oder Containern. Das Bündnis-Mitglied hilft knapp 5.000 Familien, ihre Unterkünfte für den Winter zu heizen. Dafür werden Öfen und Kanister für Diesel in der Türkei gekauft und dann über die syrische Grenze nach Azaz gefahren. Die Verteilung der Hilfsgüter in den Flüchtlingslagern übernimmt ein einheimischer Partner.

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news-725 Tue, 17 Nov 2015 11:30:00 +0100 WeltRisikoBericht 2015: Ernährungsunsicherheit erhöht das Katastrophen-Risiko http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/weltrisikobericht-2015-ernaehrungsunsicherheit-erhoeht-das-katastrophen-risiko.html Über die Folgen möglicher extremer Naturereignisse in 171 Ländern

Berlin, 17. November 2015 – In welchem Zusammenhang stehen Ernährungssicherheit und Katastrophenrisiko? Diese Frage steht im Zentrum des WeltRisikoBericht 2015 vom Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. und dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten. 

Krisen und Katastrophen machen Hunger  

„Die katastrophalen Auswirkungen von Naturgewalten wie Erdbeben oder Wirbelstürmen können eingedämmt werden durch eine gesicherte Ernährung der Menschen. Wer Hunger hat, ist verletzlicher bei Katastrophen, Kriegen und Konflikten“, sagt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft und Projektleiter des WeltRisikoBericht. Zwar müssten bis 2030 etwa 1,2 Milliarden Menschen mehr ernährt werden, noch einmal soviel wie derzeit in Indien leben. Doch Mucke sieht gute Chancen, bis zum Jahr 2030 das international vereinbarte „Null-Hunger-Ziel“ zu erreichen: „Rein rechnerisch gibt es genug Nahrung für alle. Aber ungerechte Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte, Verschwendung von Lebensmitteln und Verluste bei Ernte oder Transport sind verantwortlich dafür, dass noch immer Menschen hungern müssen.“

In akuten Konflikten und Kriegen dagegen sei ebenso wie bei Katastrophen die Ernährungssicherheit gefährdet: „Hunger und Migration sind dann Folgen.“ Da ein Teil der aktuellen Konflikte nur schwer einzudämmen sei, weist Mucke auf den hohen Versorgungsbedarf in den Anrainerstaaten und in Flüchtlingslagern hin: „Dies erfordert auch die bessere Nahrungsmittel-Versorgung der Menschen in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern.“

WeltRisikoIndex 2015

Wichtiger Bestandteil des WeltRisikoBericht ist auch in diesem Jahr der WeltRisikoIndex. Der Index bewertet das Katastrophenrisiko von 171 Ländern durch eine kombinierte Analyse von Naturgefahren und gesellschaftlichem Umfeld. Dabei weist auch 2015 der Inselstaat Vanuatu das größte Risiko auf. Erst im März verwüstete Wirbelsturm Pam das Land. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Tonga und die Philippinen, die im Vergleich zum Vorjahr lediglich die Plätze getauscht haben. Deutschland liegt auf Platz 146. 

„Die Verwundbarkeit eines Landes bestimmt zum großen Teil, ob eine Naturgefahr zur Katastrophe werden kann“, sagt Prof. Jörn Birkmann /Universität Stuttgart und verantwortlich für den Index. Taifun Haiyan und Hurrikane Sandy verdeutlichen dies. Mit Windgeschwindigkeiten von über 185 km/h (Sandy) und über 300 km/h (Haiyan) hatten beide Stürme eine hohe Zerstörungskraft. Windgeschwindigkeiten allein können aber die Unterschiede in der Zerstörung nicht erklären, meint Birkmann. Während in den USA etwa 210 Menschen durch Sandy starben, waren auf den Philippinen ca. 6.400 Todesopfer zu beklagen. Und obwohl die ökonomische Schadenssumme in den USA größer war, betrug der Anteil der ökonomischen Schäden am Bruttosozialprodukt fünfmal weniger als auf den Philippinen. Auch war der versicherte Schaden in den USA sechs Mal höher als auf den Philippinen, erklärt Birkmann auf Basis des WeltRisikoIndex.

Wechselwirkung zwischen Ernährungssicherheit und Katastrophenrisiko

„Der Bericht zeigt deutliche, dass eine Hunger und schlechte Ernährungssituation negative Auswirkungen auf das Katastrophenrisiko haben, da die Anfälligkeit der entsprechenden Bevölkerung gegenüber Naturgefahren hierdurch deutlich erhöht wird“, sagt Dr. Matthias Garschagen, wissenschaftlicher Leiter des WeltRisikoBericht und Abteilungsleiter für Risikoabschätzungen an Universität der Vereinten Nationen. Aber auch umgekehrt kann eine Katastrophe fatale Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben. 

Hochwasser- oder Wirbelsturmereignisse beispielsweise zerstören oft nicht nur Ernten und Nahrungsmittelspeicher, sondern auch Transportinfrastruktur, und beeinträchtigen somit die Versorgung von Krisengebieten. Im schlimmsten Fall führt die Verquickung von Katastrophen und Ernährungsunsicherheit zu einer fatalen Abwärtsspirale, in der die betroffenen Menschen von einer Krise in die nächste geraten. Vor allem in den Gebieten Afrikas südlich der Sahara überschneiden sich die Hotspot-Regionen von Hunger und Vulnerabilität. Dort sind zudem starke Auswirkungen des Klimawandels zu erwarten, welche die Ernährungssicherung vor weitere Herausforderungen stellen. „Auch noch so weitreichende Strategien zum Katastrophenschutz alleine werden nicht ausreichen, wenn die Staatengemeinschaft sich nicht zu einer mutigen Klimapolitik durchringt, die die Situation der von Katastrophenrisiken am stärksten betroffenen Gruppen und Länder berücksichtigt“, sagt Dr. Martin Bröckelmann-Simon, Vorstand Internationale Zusammenarbeit beim Bündnis-Mitglied Misereor. 

„Das Ziel von Politik und Praxis muss es daher sein, die Ernährungssicherung krisenfester zu gestalten und sie gleichzeitig als zentralen Bestandteil in der Katastrophenprävention zu verankern. Der Bericht zeigt hierzu klare Empfehlungen auf“, so Dr. Matthias Garschagen. Dr. Martin Bröckelmann-Simon betont: „Investitionen in die Landwirtschaft sind nach Studien der Food and Agriculture Organization für die Reduzierung von Armut und Hunger fünfmal effizienter als Maßnahmen in jedem anderen Sektor.“

Das Faktenblatt zum WeltRisikoBericht 2015 zum Download

Hinweise an Redaktionen: 

  • Den vollständigen Bericht finden Sie ab dem 17.11.2015, 11.30 Uhr, zum Download unter www.WeltRisikoBericht.de.
  • Weitere druckfähige Bilder, Infografiken und Kartenmaterial können Sie gern bei uns anfordern. 
  • Wir schicken Ihnen gern eine gedruckte Fassung des WeltRisikoBericht 2015 und älterer Ausgaben zu. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an: presse@entwicklung-hilft.de. 
  • Für telefonische oder persönliche Gespräche stehen unsere Autoren Ihnen gern zur Verfügung.

Für Rückfragen:

Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Melanie Huber
Tel.: +49 (0) 30 / 27877 - 393
E-Mail: presse(at)entwicklung-hilft.de

Universität der Vereinten Nationen - Pressestelle
Janine Kandel
Tel: + 49 (0) 228 / 815 - 0256
E-Mail: kandel(at)vie.unu.edu

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe sowie German Doctors leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) befasst sich mit Risiko- und Verwundbarkeitsaspekten menschlicher Sicherheit und den Konsequenzen komplexer Naturgefahren und des globalen Wandels.

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news-724 Mon, 09 Nov 2015 12:07:46 +0100 Einladung zur Pressekonferenz WeltRisikoBericht 2015 http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/einladung-zur-pressekonferenz-weltrisikobericht-2015.html Bündnis Entwicklung Hilft und die Universität der Vereinten Nationen stellen am 17. November 2015 gemeinsam den neuen WeltRisikoBericht vor Der diesjährige Bericht beinhaltet neben dem WeltRisikoIndex für das Jahr 2015 das Schwerpunkthema Ernährungssicherung. Ernährungsunsicherheit erhöht das Katastrophenrisiko. Denn Menschen sind Naturgefahren zum Beispiel dann stärker ausgesetzt, wenn Ernährungsunsicherheit sie zwingt, die Landwirtschaft in gefährdete Gegenden zu verlegen. Und: Schlechte Versorgungslagen reduzieren die Möglichkeiten, auf ein extremes Naturereignis effektiv zu reagieren.

Der aktuelle WeltRisikoBericht gibt in diesem Zusammenhang Handlungsempfehlungen und zeigt Perspektiven auf. Ein wichtiger Aspekt ist hier, dass jede Investition in Ernährungssicherheit die Verwundbarkeit von Gesellschaften gegenüber Katastrophen senkt.

Umgekehrt gilt: Eine Verringerung des Katastrophenrisikos wirkt sich auch positiv auf die Ernährungssicherheit aus. Beispielsweise das Erdbeben in Nepal im Frühjahr 2015 hat gezeigt, wie die Ernährungssituation durch das Beben ernsthaft beeinträchtigt wurde. In abgelegenen Bergregionen konnten 70 Prozent der Bevölkerung zu wenig oder grenzwertig wenig Nahrungsmittel konsumieren. Die Hälfte der Bevölkerung konnte sich nur noch einseitig ernähren.

Wann: Dienstag, 17. November 2015, 10:30 Uhr

Wo: Presse- und Besucherzentrum, Reichstagsufer 14, 10117 Berlin

Wer: Als Gesprächspartner stehen Ihnen folgende Experten zur Verfügung:

•    Peter Mucke, Geschäftsführer Bündnis Entwicklung Hilft und Projektleiter WeltRisikoBericht

•    Dr. Matthias Garschagen, Abteilungsleiter am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit an der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS)

•    Dr. Martin Bröckelmann-Simon, Vorstandsmitglied von Misereor und Leiter des Bereiches Internationale Zusammenarbeit

•    Prof. Dr. Jörn Birkmann, Direktor des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart

Bitte teilen Sie uns per E-Mail an presse[at]entwicklung-hilft.de mit, ob Sie an der Pressekonferenz teilnehmen möchten und ob Sie im Anschluss Interesse an einem persönlichen Gespräch mit den Experten haben. Vielen Dank!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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news-723 Thu, 29 Oct 2015 15:57:35 +0100 „Ich bin froh, nun hier zu sein“ – Leben in der Notunterkunft http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/ich-bin-froh-nun-hier-zu-sein-leben-in-der-notunterkunft.html In Notunterkünften verbringen Geflohene ihre ersten Tage in Deutschland, noch vor ihrer Registrierung. Wir haben uns eine solche Unterbringung im Olympiapark Berlins genauer angeschaut. Vor dem Eingangstor der Notunterkunft des Olympiaparks in Berlin steht eine Gruppe Syrer, darunter Dijwar. Er spricht gut Deutsch, ist geschätzte 35 Jahre alt und erklärt mir, dass er seit gestern in Deutschland sei. Er versuche gerade, den anderen Deutsch beizubringen. Zuhause war er Dolmetscher und er könne viele Sprachen fließend sprechen. In Syrien hatte er ein gutes Leben, sagt Dijwar, aber der Krieg habe ihn gezwungen, sein Land zu verlassen. Einen Monat lang sei er auf der Flucht gewesen, sein Ziel: Deutschland. „Ich bin froh, nun hier zu sein. Von Berlin aus möchte ich nach Bremen, wo meine kranke Mutter nach ihrer Flucht untergebracht wurde“, sagt Dijwar. Er fragt, ob und wann er weiter zu seiner Mutter reisen könne und wo er eine Simkarte herbekäme. Vielleicht hilft man ihm am Infopoint.

Bis zu 14 Tage nach Ankunft

In Berlin gibt es derzeit 42 Erstaufnahmeeinrichtungen, 36 davon sind Notunterkünfte. In Notunterkünften müssen die Standards von Erstaufnahmeeinrichtungen, wie 6 Quadratmeter Wohnfläche pro Person, nicht eingehalten werden. Mehr als ein Drittel aller Asylbegehrenden sind derzeit in Notunterkünften untergebracht. Diese sind meist Sporthallen oder große leerstehende Gebäude. Betrieben werden sie sowohl privat als auch von gemeinnützigen Gesellschaften. Der Betreiber erhält pro Geflohenen einen ausgehandelten Tagessatz in der Größenordnung von 20 Euro, womit er die Betten, drei Mal täglich Essen, Sanitäranlagen und Security bezahlen muss.

Die Notunterkunft des Olympiaparks wird von der gemeinnützigen GmbH Albatros betrieben. Sie umfasst zwei Sporthallen, in denen jeweils ca. 500 Leute untergebracht werden können. In ihnen verbringen die Geflohenen bis zu 14 Tage vor ihrer Registrierung.

Überall auf dem Gelände fahren Kinder Fahrrad, spielen Fußball und mit Wasserbällen. Erwachsene sitzen in Gruppen zusammen, an dem Grenzzaun ist Kleidung zum Trocknen aufgehängt. In der Küche kochen und putzen freiwillige Helfer. Freiwillige und Angestellte von Albatross arbeiten in der Unterkunft Hand in Hand. Anina, eine Studentin, ist bei Albatros angestellt und koordiniert den Ablauf auf dem Gelände. „Wir sorgen dafür, dass die Ankommenden hier ihre ersten Tage gut verbringen können“, sagt Anina. Nach höchstens zwei Wochen werden die Geflohenen von Mitarbeitern des Landesamtes für Gesundheit und Soziales abgeholt und können einen Asylantrag stellen.

Ein Herz in Schwarz-Rot-Gelb

Anina erklärt, dass die Küche gleichzeitig auch das Büro der Helfer sei; ein Fenster ermöglicht den Blick in den unteren Stock der „Halle 1“. Dort sind Feld- und Kinderbetten für allein reisende Frauen und Familien aufgebaut. In der „Halle 2“ sind allein reisende Männer untergebracht. Neben der Küche befindet sich ein großes Zimmer voller Kleiderschränke mit gespendeten Schuhen und Kleidung, die sich die Geflohenen nehmen dürfen. Freiwillige Helfer sortieren die Kleidung. Es kämen sehr viele Sachspenden zusammen. „Aber es fehlen warme Klamotten für den Herbst und nahenden Winter“, sagt Anina, „die Leute misten derzeit meist nur ihren Sommerkleiderschrank aus.“

In der Eingangshalle ist eine „Kita“ eingerichtet. Zwei Jungs fahren Fahrrad, Kinder malen zwischen den mit selbstgemalten Bildern verzierten Wänden und Fenstern. Auf den Bildern ist auffallend oft die Deutschland- und Afghanistanflagge zu sehen. Auf einem Bild steht „Love Afghanistan“, ein paar Meter weiter ist ein Herz in Schwarz-Rot-Gelb gemalt: „Love you Germany“. Manche Bilder sind in frohen Farben, auf einem anderen sind Totenköpfe, auf einem weiteren ein Kind, auf welches eine Waffe gerichtet ist, zu sehen.

Weiter hinten ist die „Kuschelecke“. Ein großes Sofa steht dort, daneben etliche Kuscheltiere. Auf dem Boden sind Spieleteppiche und Zelte. Die meisten Sachen hier seien Spenden. Anina erzählt, wie einmal ein vierjähriger Junge ohne Eltern bei ihnen angekommen sei. Sie hätten nur mit viel Mühe seine Eltern wieder gefunden. Auch so etwas versuche man hier zu koordinieren.

Selten weniger als 15 Stunden pro Tag

Im Keller der Turnhalle sind die Familien und Frauen untergebracht, gleich bei den Umkleideräumen, die zu Waschräumen und Arztzimmern umfunktioniert wurden. Die Turnhalle sei sehr praktisch, da es genug Sanitäranlagen gäbe, sodass man diese auch für Frauen und Männern getrennt anbieten  könne. Auf die Frage, ob es Gewalt gäbe, entgegnet Anina, dass bisher keine Konflikte aufgekommen seien, die nicht durch Gespräche geregelt werden konnten. Bei Albatros hätten alle Angestellten eine psychosoziale Ausbildung, was bei der Arbeit hier hilfreich sei.

Draußen wartet Aninas Chef, der von einer Truppe Geflüchteter umgeben ist, die ihm ihre Probleme zu schildern versuchen. Er bittet Anina, mit ihm zu einer spontanen Besprechung zu kommen. Nach einer halben Stunde ist Anina zurück. Sie müsse nun weiterarbeiten, weniger als 15 Stunden pro Tag seien es selten. Wie es hier ohne freiwillige Helfer aussähe – kaum vorzustellen. 

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news-722 Wed, 21 Oct 2015 15:25:37 +0200 Nach wie vor frieren täglich Tausende http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/nach-wie-vor-frieren-taeglich-tausende.html Ein neues Registrierungsverfahren in der Berliner Bundesallee soll die humanitäre Situation nichtregistrierter Asylsuchender in der Hauptstadt verbessern. Ein Erfahrungsbericht Die Medien waren die letzten Wochen voll mit den erschreckenden Bildern: Geflohene, darunter viele Familien mit Kindern und auch schwangeren Frauen, die tage- und wochenlang in der Hoffnung auf eine Registrierung vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin in der Kälte campierten. Die Caritas warnte sogar vor Kältetoten. Jetzt soll ein neues Verfahren, das am 15. Oktober eingeführt wurde, für bessere Zustände in Berlin sorgen.

Vor der Registrierung existieren Asylsuchende in keiner Datenbank. Folglich bekommen sie auch kein Geld und keine Sachleistungen vom Land und in Krankenhäusern keine offizielle Behandlung. Sie sind auf die Hilfe von freiwilligen Helfern, Sachspenden und die ärztliche Versorgung von freiwilligen Ärzten angewiesen. „Wir haben zwar einen Brunnen mit Trinkwasser auf dem Warteplatz vor dem Lageso installiert, aber die Leute wussten nicht, dass sie das Wasser trinken können“, erzählt Silvia Kostner von der Pressestelle des Lagesos. Das Landesamt finanziere auch Essen, es sei aber bei der Ausgabe auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen. Diese arbeiten teilweise bis zu fünfzehn Stunden ohne Pause. Geld sei eigentlich genug vorhanden, es gäbe schlicht zu wenige Mitarbeiter. „Ohne die Freiwilligen würde alles nur halb funktionieren“, sagt Kostner, „Diese zu bezahlen, ist wahrscheinlich ein zu großer bürokratischer Aufwand.“

Einreise entscheidet über Verfahren

Das neue Registrierungsverfahren unterscheidet drei „Arten“ von Geflohenen. Die Individuellen, seit dem 15. Oktober 2015 Eingereisten. Diese sollen selbstständig zum Lageso in der Turmstraße kommen. Dort können sie werktäglich ab 4.30 Uhr in einem beheizten Zelt warten. Wer zu spät kommt, friert weiter draußen. Ab 7.30 Uhr werden dann die Personalien der Wartenden aufgenommen und sie erhalten ein graues Terminband, auf dem ihr Registrierungstermin in der Bundesallee festgehalten ist. Sobald sie wissen, wie es weitergeht, werden die Flüchtlinge zu den verschiedenen Notunterkünften gefahren, in denen sie bis zum Registrierungstermin untergebracht sind. Der findet in der Bundesallee statt, wo bisher etwa 100 Menschen pro Tag registriert werden können und deren Asylantrag bearbeitet wird.

Anders behandelt werden Geflohene, die mit Sonderzügen über Schönefeld eintreffen. Sie werden zukünftig mit Bussen aus ihrer Erstankunftsstelle in die Kruppstraße gefahren, wo sie registriert werden und danach selbstständig ihren Antrag auf Asyl beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellen können.

Und dann gibt es die sogenannten „Altfälle“, die vor dem 15. Oktober 2015 einen Zettel mit einer Wartenummer für ihre Registrierung vom Lageso in der Turmstraße bekommen haben. Das Lageso spricht von 5.300 Personen. Diese stehen noch immer Tag für Tag vor dem Haus und warten darauf, dass ihre Wartenummer angezeigt wird. Pro Werktag kann das Lageso höchstens 100 Personen mit Wartenummern aufrufen, Fotos von ihnen machen, Personalien aufnehmen und ihnen ein blaues Armbändchen mit Registrierungstermin in der Turmstraße aushändigen. Mit diesem könnten sie dann umsonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ihre Unterkunft zurückfahren.
Zur Personalien-Aufnahme muss jedes einzelne Familienmitglied anwesend sein, auch die noch so kleinsten Babys. Demensprechend werden bis Mitte Dezember tagtäglich auch Frauen und Kinder in der zunehmenden Kälte vor dem Lageso warten, bis ihre Nummer endlich auf der Anzeigetafel erscheint. 200 von ihnen können laut der Senatsverwaltung ab diesem Wochenende die Wartetafel in einem Nachbarhaus verfolgen. Doch die weiteren 5.000 Leute werden weiterhin im Freien warten müssen, ohne Armbändchen, mit dem sie kostenlos zu ihrer Unterkunft kämen.

„Ich habe eine Verletzung im Herz“

Zu „Altfällen“, die von Tag zu Tag im Kalten warten, gehört auch Samir aus Syrien. Heute steht er vor dem Lageso und hält ein selbstbeschriebenes Plakat in der Hand: „LAGESO: Vernachlässigung, Misswirtschaft, Korruption, schlechte Organisation, Mittel, keine Gerechtigkeit - $.“ Er erzählt, dass er seit einem Monat und fünf Tagen jeden Tag, bei jedem Wetter von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends vor dem Landesamt auf seinen Registrierungstermin gewartet habe. Gestern habe er dann endlich sein blaues Registrierungstermin-Armband bekommen. Dabei sei jeder vergangene Tag verheerend, sagt Samir, da seine Familie so schnell wie möglich aus Damaskus nachkommen sollte. Seine Tochter habe Autismus und braucht dringend ärztliche Hilfe. Er dreht das Plakat um, man erkennt ein Monster, welches das Lageso symbolisiert und sagt: „Ich würde es lieben, dich weinen zu sehen, weil ich ein boshafter Mann bin.“ Samir verstehe nicht warum manche Geflohenen noch am gleichen Tag registriert werden und er über einen Monat nur auf seinen Registrierungstermin warten musste. „Ich habe eine Verletzung im Herz“, sagt Samir.

Der Vorstand von „Moabit Hilft“, der Freiwilligengruppe am Lageso, die Kleider-, Sach- und Hygieneartikelspenden entgegennimmt und die gesamte Freiwilligenarbeit in der Turmstraße koordiniert, sagt: „Wir müssen die Entwicklung des neuen Verfahrens an der Bundesallee abwarten.“ Die ersten Tage seien gut verlaufen, aber um die „Altfälle“ werde sich immer noch zu wenig gekümmert. Ihnen gebe „Moabit Hilft“ nach wie vor täglich Essen, warme Kleidung und Trinken.

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news-721 Wed, 14 Oct 2015 15:34:59 +0200 Weltweite Hungerwerte auf Niedrigstand http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/weltweite-hungerwerte-auf-niedrigstand.html Laut Welthunger-Index 2015 sind die Hungerwerte seit dem Jahr 2000 in den 177 untersuchten Ländern um 27 Prozent auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Bewaffnete Konflikte sind aber noch immer Haupt-Ursache für Hungersnöte und akuten Hunger. Von Annika Vogelbacher

Erfolge der Hungerbekämpfung sind deutlich zu verzeichnen, wie der diesjährige Welthunger-Index des Bündnis-Mitglieds Welthungerhilfe mit dem Schwerpunktthema „Hunger und bewaffnete Konflikte“ belegt. Das Ende des Kalten Krieges, die Einführung internationaler Menschenrechtsstandards sowie die Globalisierung und die ausdauernde Arbeit von Entwicklungsorganisationen waren laut Welthungerhilfe Schlüsselfaktoren, die Indexwerte massiv zu verringern.

Nicht vergessen werden dürften aber, so Klaus von Grebmer vom International Food Policy Research Institut bei der Pressekonferenz des Welthunger-Index 2015, die aktuellen, Besorgnis erregenden Fakten:

795 Millionen Menschen sind derweil weiterhin von Hunger betroffen. Jedes vierte Kind weist Wachstumsverzögerung auf und jedes zehnte Kind ist unterernährt. Acht Länder befinden sich noch immer in einem sehr ernsten, 44 in einem ernsten Hungerstadium. Aus 13, vermutlich teils stark von Hunger betroffenen Ländern, liegen den Organisationen zudem keine verlässlichen Informationen bei. Unter diesen befinden sich beispielsweise die Demokratische Republik Kongo und Syrien. Ebenso zeige, so Grebmer, der jeweilige Indexwert nicht die innerländlichen oft beachtlichen regionalen Unterschiede auf.

Kriege – größte Hungertreiber

Die Erfolgszahlen sollten nun, so die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann, den Entwicklungsorganisationen eine weitere Motivation sein. Die Zahlen würden belegen, dass sich der persönlicher Einsatz und die Risikobereitschaft ihrer Mitarbeiter rentieren. Jedoch müsse durchaus bewusst sein, dass ein einmal sicher geglaubtes Land durch eine Katastrophe oder einen Konflikt jeder Zeit zum Sorgenfall werden könne.

Kriege seien, so Dieckmann, die größten Hungertreiber. Für eine weitergehende Stabilisierung müssten nun vor allem von Seiten der Vereinten Nationen und der Europäischen Union ausreichende Finanzierungen und humanitäre Hilfe gewährleistet werden. „Es kann nicht sein, dass Zusagen gemacht werden und nichts passiert“, sagt Bärbel Dieckmann. Die verhandelten Mittel der Vereinten Nationen über die Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDG’s) müssten eingehalten und Konflikte international vermieden werden.

Gefahr einer verlorenen Generation

Ebenso sei es von größter Wichtigkeit, Flüchtlingsunterkünfte nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch weltweit zu fördern. Die Präsidentin der Welthungerhilfe machte auf die Binnenvertriebenen aufmerksam, die den größten Teil der Flüchtlinge stellt. Sie seien oftmals verwitwete Frauen mit vielen Kindern, die physisch am Ende ihrer Kräfte seien und eine Flucht nach Europa nicht meistern könnten. Würden die Flüchtlingslanger weltweit nicht verbessert werden, werde „eine verlorene Generation heranwachsen“, so Bärbel Dieckmann, „die ohne Bildung und Aussichten wiederum eine für Extremisten verführbare Gruppe sein kann. Oder mit Gewalt auf die ihnen widerfahrene Ungerechtigkeit antworten wird.“

Eine Welt ohne Hunger sei erreichbar, sagt Klaus von Grebmer, aber nur, wenn auch die Staatengemeinschaft politische Lösungen liefere.



























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news-720 Tue, 13 Oct 2015 14:56:29 +0200 Die Globale Verantwortung in den Blick nehmen http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/die-globale-verantwortung-in-den-blick-nehmen.html Das Bündnis Entwicklung Hilft nimmt Stellung zu den Herausforderungen und Anforderungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise In der politischen Talkshow Anne Will vom 7. Oktober betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal ihr Statement zur aktuellen Flüchtlingskrise, die sie zuvor in ihrer Rede vor dem Europaparlament als „Bewährungsprobe historischen Ausmaßes“ für die Europäische Union bezeichnete. „Wir schaffen das“, so das Kredo der Kanzlerin.

Tatsächlich handelt es sich bei der Bewältigung dieser Krise um eine große Herausforderung. In Anbetracht von weltweit 60 Millionen Flüchtenden scheint die Zahl derer, die in Deutschland und der Europäische Union Schutz suchen, allerdings vergleichsweise gering.

Die Hauptlast liegt bei weitaus ärmeren Ländern

„Wie kleinmütig mutet da manche unserer Debatten zur Bewältigung der uns auf den Tisch gelegten aktuellen Aufgaben an, wenn man bedenkt – und darauf waren wir immer so stolz – welch wohl geordnetes und wohlhabendes Land wir doch sind im Vergleich zu denjenigen Ländern, die eben nach wie vor die Hauptlast der weltweiten Flüchtlingsaufnahme zu tragen haben“, sagt Dr. Martin Bröckelmann-Simon, Geschäftsführer für Internationale Zusammenarbeit bei Bündnis-Mitglied Misereor im Blog der Organisation.

Die Hauptlast der aktuellen Flüchtlingskrise tragen weitaus ärmere Länder als Deutschland, wie der Libanon oder Jordanien. So kommen im Libanon auf 1.000 Einwohner 232 Flüchtlinge, in Jordanien 87 und im Tschad 34. In Deutschland sind es laut aktuellen Schätzungen zum Ende des Jahres 2015 trotz der stark gestiegenen Flüchtlingszahlen lediglich 18 pro 1.000 Einwohner.

Angesichts dieser verhältnismäßig geringen Belastung sagt Bröckelmann-Simon: „Wir schaffen das, wenn wir unsere Situation in Deutschland und Europa, die große Not in anderen Teilen dieser Welt und unsere gemeinsame globale Verantwortung in den Blick nehmen.“

Der Entwicklungspolitische Aspekt muss weiter in den Fokus

Auch das Mitglied Christoffel-Blindenmission (CBM) fordert mehr globale Verantwortung. „Aus Sicht der Christoffel-Blindenmission wird in der aktuellen politischen Diskussion rund um das Thema Flüchtlinge der entwicklungspolitische Aspekt noch zu wenig berücksichtigt. Langfristiges Ziel muss es sein, die Fluchtursachen direkt vor Ort zu bekämpfen und den Menschen in ihren Heimatländern ein sicheres Leben zu ermöglichen“, sagt CBM-Geschäftsführer Rainer Brockhaus. Er betont wie wichtig es sei, auch hierbei die besonderen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. „Menschen mit Behinderungen leiden unter Krieg und Armut besonders, auch, weil sie oft nicht fliehen können. Wir fordern daher dazu auf, neben der wichtigen und richtigen Hilfe für Flüchtlinge hier in Deutschland direkt in den Entwicklungsländern anzusetzen.“

Gerade die Versorgung und Betreuung der Flüchtenden in den Aufnahme- und Transitländern bedarf großer Unterstützung. Deshalb engagiert sich das Bündnis Entwicklung Hilft und seine Mitgliedsorganisationen in mehr als 18 Ländern weltweit und leistet so seinen Beitrag für Menschen auf der Flucht. Weiterhin bleibt die Bekämpfung von Fluchtursachen vor Ort langfristiges Ziel des Bündnisses um den Menschen in ihren Heimatländern ein sicheres Leben zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu den Projekten der Bündnismitglieder finden Sie hier.

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news-719 Wed, 07 Oct 2015 15:13:48 +0200 Eine Herausforderung für die Solidarität http://www.entwicklung-hilft.de/presse/pressearchiv/archiv-detail-view/eine-herausforderung-fuer-die-solidaritaet.html Wer an einem Strang ziehe, könne die Flüchtlingskrise lösen

Von Annika Vogelbacher

Einig darüber, dass Deutschland und Europa die aktuelle „Flüchtlingswelle“ meistern können, waren sich am 5. Oktober die Gäste bei der Diskussion des Aspen Institute Deutschland in Kooperation mit der Botschaft der Italienischen Republik. Aber nur, solange alle an einem Strang ziehen.

Unter dem Dach der Solidarität

Die Diskussion findet in der zukünftigen Flüchtlingskirche in Kreuzberg Mitte statt. Die zuständige Pfarrerin der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg begann den Abend mit einem Zitat des Matthäusevangeliums: „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“ Fortan werden drei Mal pro Woche Beratungen zu Asylverfahren in der Flüchtlingskirche St.-Simeon-Kirche sowie ein interreligiöser Dialog stattfinden. Es sei an der Zeit, ein neues Europa zu bauen, sagt die Theologin.
Unter dem Titel „Sturm auf die Festung Europa – eine Herausforderung für die Solidarität!“ moderiert der Executive Director des Aspen Institute Deutschland Rüdiger Lentz die Veranstaltung.  

Der Botschafter der Italienischen Republik, Pietro Benassi, sagt, dass von einer Notlage nicht die Rede sein könne. Bereits nach dem arabischen Frühling seien bis 2012 mehrere Hunderttausend Flüchtlinge nach Europa gekommen. Man habe diese Zeiten gemeistert und müsse nun planend in die Zukunft schauen. Nur dann werde kein Land überfordert sein.

Das Glas ist immer noch halb voll

Schon vor zwei Jahren hätte Italien eine europaweite Asyldebatte gefordert. Trotz allem sei für Benassi „das Glas immer noch halb voll“. Eine Wertegemeinschaft der EU sei gefragt. Dabei sei es nicht angebracht, „Asylbewerber à la Card“ abzustempeln, womit er die Präferenz von bestimmten Ländern meint. Sondern es sei an der Zeit, ein gesamteuropäisches Asylsystem einzuführen. 0,1 Prozent der europäischen Bevölkerung seien Asylbewerber. Diese Zahl nicht meistern zu können, sei eine Ausrede.

Dass die Bereitschaft der EU-Länder über die Asylpolitik zu sprechen, in letzter Sekunde kam, bestätigt Elisabeth Kotthaus. Als stellvertretende Leiterin der Politischen Abteilung der Vertretung der Europäischen Kommission, sagt auch sie, dass es an der Zeit einer gemeinsamen Asylpolitik sei. Dabei erinnert sie an die Verträge der 28 Mitgliedsstaaten, in denen die Grundlage der Solidarität verankert ist. Besonders in der Entwicklungspolitik müsste ein Schwerpunkt gesetzt werden. So könnten Fluchtursachen vor Ort zu bekämpft werden.

Nicht nur ein europaweites Problem

Der Geschäftsträger der Botschaft der Republik Serbien, Boro Šuput stimmt ihr zu: „Die Ursachen müssen eliminiert werden.“ Serbien sei wie andere ärmere Transitländer auf Unterstützung angewiesen. Die Flüchtlingsströme dürften nicht nur als ein europäisches Problem gesehen werden. Šuput spricht von einem Weltproblem.

Laut Michael Tetzlaff, dem Unterabteilungsleiter Migration, Flüchtlinge, Europäische Harmonisierung, des Bundesministerium des Innern, stehe Deutschland vor einer gewaltigen Herausforderung. Pro Tag kommen derzeit 7.000 bis 10.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Das Bund, Länder und Kommunen hätten „eigentlich eine kleine Atempause nötig“, welche aber nicht in Sicht sei. Schon jetzt sei aufgrund der vielen Bewerber teils keine zeitige Registrierung mehr möglich. Das bringe laut Tetzlaff erhebliche Gefahren mit sich. Man wisse nicht, ob unter den Geflohenen auch Terroristen und Kriegsverbrecher seien. Medizinische Untersuchungen auf ansteckende Krankheiten, könne man momentan nicht auch nicht mehr vorschriftsgemäß durchführen. Er beteuert mehrmals, nicht im Allgemeinen zu sprechen. Deutschland als „Einwanderungsland“ zu bezeichnen, stehe er aber trotzdem kritisch gegenüber. Es gäbe teils zu wenig Engagement der Asylbewerber, deutsche Werte zu verinnerlichen.

Militarisierung der Politik

Durch den Sicherheitsdiskurs der Politiker, würden laut Harald Glödes, Mitglied des Vorstands, „borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen“, Ängste in der Bevölkerung geschürt. Zu deren Vorwürfen gäbe es keinerlei Ansatzpunkte. Die Bedenken, dass die Geflohene sich deutsche Werte nicht aneignen wollen, seien unsinnig. Gesellschaftliche Werte würden sich über die gesamte Gesellschaft definieren, nicht nur über die deutsche. Außerdem kritisiert er eine „Militarisierung der Politik“.

Abschließend beteuern alle Beteiligten, dass Europa und Deutschland die Herausforderung der „Flüchtlingskrise“ meistern könnten. Anti-IS Kämpfe und ärmere Transitländer müssten unterstützt werden. Und Deutschland sei weiterhin auf das große freiwillige Engagement der Bevölkerung angewiesen. Hier müsse nun in Kitas, Schulen, Integrationskurse und Gesundheit investieret werden.
 


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