Bündnis Entwicklung Hilft http://www.entwicklung-hilft.de/ Hier gibt es aktuelle Informationen zum Bündnis Entwicklung Hilft de_DE Bündnis Entwicklung Hilft Fri, 27 May 2016 08:26:51 +0200 Fri, 27 May 2016 08:26:51 +0200 TYPO3 EXT:news news-742 Mon, 23 May 2016 13:30:00 +0200 Bündnis-Mitglieder zum UN-Weltgipfel für humanitäre Hilfe http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/buendnis-mitglieder-zum-un-weltgipfel-fuer-humanitaere-hilfe.html Heute, am 23. Mail 2016, beginnt in Istanbul der erste UN-Gipfel zur humanitären Hilfe. Es kommen die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 70 Ländern, zahlreiche Minister und Funktionäre sowie Vertreter internationaler Organisationen zusammen. Auch die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft Christoffel-Blindenmission (CBM)

Es besteht Nachholbedarf, wenn es darum geht, in Notsituationen auch Menschen mit Behinderungen zu erreichen. Dieses Problem ist eines der zentralen Themen beim ersten Weltgipfel. Mit der Unterzeichnung der „Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Humanitären Hilfe“ erkennt auch die deutsche Regierung an, dass behinderte Menschen in Krisen oft vergessen werden und alle Akteure weltweit hier nachbessern müssen. Die CBM  und vier weitere Nichtregierungsorganisationen haben die Charta initiiert und heute auf dem Gipfel vorgestellt.

Dr. Rainer Brockhaus, Geschäftsführer der CBM, fordert: „Inklusion muss zu einem Qualitätsmerkmal der humanitären Hilfe werden. Erst wenn sie alle Menschen gleichermaßen berücksichtigen – auch Menschen mit Behinderungen – handeln sowohl Staaten als auch Hilfsorganisationen nach humanitären Prinzipien.“

Kindernothilfe

Es müssen die Fragen des Kindesschutzes und der Bildungsmöglichkeiten geflüchteter Kinder mit in den Fokus gerückt werden, fordert die Kindernothilfe mit Blick auf die immer längere Verweildauer von Geflüchteten in entsprechenden Lagern. Das Bündnis-Mitglied mahnt eine ganzheitliche Ausrichtung der Übergangshilfe und eine engere Verknüpfung der humanitären Hilfe mit der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit an.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich die Weltgemeinschaft in Istanbul zusammensetzt und nach Lösungen für die dramatische n humanitären Krisensituationen sucht“, erklärt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Für Kinder sind der Schutz vor gewaltsamen und sexuellen Übergriffen und die Möglichkeit, Bildungsangebote wahrzunehmen, von herausragender Bedeutung“, so Weidemann weiter. „Trotzdem sind diese beiden Bereiche am schwächsten finanziert. Das muss sich rasch ändern, und der Weltgipfel bietet dazu die Möglichkeit.“

Misereor

Das Bündnis-Mitglied Misereor erwartet von dem Weltgipfel, die von Krisen und Katastrophen betroffenen Menschen stärker in den Mittelpunkt von Nothilfe und Wiederaufbau zu stellen. "Dazu müssen die Betroffenen als Hauptakteure betrachtet werden. Sie sind keine hilflosen Opfer. In den allermeisten Katastrophen helfen sie als erste den anderen Betroffenen in ihren Gemeinschaften", sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Donnerstag in Aachen.

Misereor arbeitet vor Ort mit langjährigen Partnern, die zusammen mit der betroffenen Bevölkerung die Bedarfe und Handlungsoptionen am besten beurteilen können. "Diese Strategie gilt auch im Katastrophenfall. Nothilfe darf Selbsthilfeansätze nicht untergraben und neue Abhängigkeiten schaffen. Dank unseres Netzwerkes an Partnerorganisationen konnten wir zum Beispiel nach dem Erdbeben in Nepal schnell, umfassend und bedarfsgerecht Hilfe leisten", so Spiegel weiter. Misereor begrüße es daher, dass der Gipfel die Rolle und die Potentiale der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

terre des hommes

Das Kinderhilfswerk terre des hommes betont die Notwendigkeit, das System der Humanitären Hilfe zu überdenken und zu dezentralisieren. „Humanitäre Hilfe ist stets mehr als das klassische Hilfspaket. Genau wie in unserer langfristigen Programmarbeit müssen wir Humanitäre Hilfe immer mehr als politische Intervention zur Sicherung der Rechte und der Würde von Menschen verstehen“, sagt Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

terre des hommes fordert, dass einheimische Organisationen gestärkt und bei der Bewältigung von Katastrophen als gleichwertige Partner anerkannt werden. Sie müssen stärker bei der Koordination der Humanitären Hilfe miteinbezogen werden, und ihr Zugang zu Geldern muss erleichtert werden. Vor allem für Frauen und Kinder, die in den meisten Fällen besonders unter Katastrophen leiden, muss eine zeitnahe Mitsprache darüber eingeräumt werden, welche Hilfsmaßnahmen geleistet werden sollen.

Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe betont, dass die bisherige Trennung von humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr den Anforderungen gerecht wird. Dazu gehört auch, dass die nationalen und lokalen Systeme und Organisationen gestärkt und  intensiver in die Abstimmung der internationalen Akteure eingebunden werden müssen.

„Um die Risiken und Verwundbarkeiten der Menschen in Notsituationen zu verringern, brauchen wir das gemeinsame Engagement vieler Partner“, betont Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe. Wahnbaeck wird beim Humanitären Gipfel auf einem Panel zum Thema Klimaversicherungen sprechen.

Weitere Informationen zum Weltgipfel

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news-741 Thu, 19 May 2016 14:57:26 +0200 Weltgipfel der Humanitären Hilfe in Istanbul http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/weltgipfel-der-humanitaeren-hilfe-in-istanbul.html Am 23. und 24. Mai 2016 findet in Istanbul der Weltgipfel der Humanitären Hilfe statt. Zum ersten Mal in ihrer 70-jährigen Geschichte rufen die Vereinten Nationen zu einem Gipfel dieser Art auf. „We are witnessing the greatest humanitarian crisis of our lifetime. The World Humanitarian Summit is our chance to end it.“ So wirbt die UN für die Teilnahme am Gipfel. Und in der Tat steht die internationale Staatengemeinschaft vor einigen der größten humanitären Krisen seit Ende des zweiten Weltkriegs. Laut UN-Angaben waren 2015 rund 125 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen, über 60 Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen. Insgesamt sind 37 Länder von den weltweiten Krisen und deren Auswirkungen betroffen. Zur Bekämpfung des Leids werden über 20 Milliarden Dollar benötigt

.Mit circa 5.000 Teilnehmern, darunter hohe staatliche Repräsentanten und Entscheidungsträger, Vertreter von NGOs und Unternehmen sowie zivilgesellschaftliche Teilnehmer, soll auf die Lösung der humanitären Krisen und Bedrohungen unserer Zeit hingearbeitet werden. Auch Vertreter der Mitglieds-Organisationen des Bündnis Entwicklung Hilft werden vor Ort sein und sich in die Veranstaltung einbringen.

Agenda soll die großen humanitären Krisen adressieren

Im Fokus des Weltgipfels stehen Sicherheit und Würde aller Menschen und ihr Recht auf Entfaltung. Die Vereinten Nationen haben sich viel vorgenommen. Auf der Agenda des Weltgipfels finden sich Themen wie Flucht und Vertreibung, Geschlechtergerechtigkeit und Risikominderung im Hinblick auf Katastrophen. Der große Durchbruch ist dabei jedoch nicht zu erwarten. Vor allem soll der Gipfel einen Prozess anstoßen, um dauerhaft auf die Minderung des weltweiten Leids hinzuarbeiten.

 

Weiter Informationen zum World Humanitarian Summit finden Sie auf der zugehörigen Homepage.

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news-740 Mon, 25 Apr 2016 09:00:00 +0200 Nepal – Es ist noch viel Hilfe zu leisten http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/nepal-es-ist-noch-viel-hilfe-zu-leisten.html Im April und Mai 2015 stellten mehrere Erdbeben den Himalayastaat Nepal und die internationale Nothilfe vor große Herausforderung. Mit einer Stärke von 7,8 ereignete sich das erste Beben am 25. April 2015, gefolgt von einem zweiten Beben am 12. Mai. Insgesamt kamen fast 9.000 Menschen ums Leben, rund 17.0000 wurden verletzt. Zahllose Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt, auch die Infrastruktur des Landes wurde schwer getroffen. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnis Entwicklung Hilft leisteten schnelle und effektive Nothilfe und konnten das Leid vieler Betroffener lindern. Doch auch ein Jahr nach dem Erdbeben sind die Hilfsmaßnahmen bei weitem noch nicht abgeschlossen.

„Der Wiederaufbau schreitet sehr langsam voran“, so Friederike Leidreister, Nothilfekoordinatorin bei terre des hommes. „Man muss berücksichtigen, dass nach dem Beben einschließlich der zahlreichen Nachbeben große Teile des Landes kaum zu erreichen waren. Hinzu kamen der Monsun, der wiederum Straßen in die Berge unpassierbar machte, und zum Jahreswechsel der Protest über die neue Verfassung Nepals und die Blockade der Grenze zu Indien, die den Import von Benzin und wichtigen Hilfsgütern lange verzögerte.“

 

Wideraufbau steht in den Startlöchern

Und in der Tat gibt es noch viel Hilfe zu leisten. Immer noch sind Menschen ohne angemessene Unterkunft. Etwa 3,3 Millionen leben in Notunterkünften oder selbstgebauten Hütten aus Plastik und Wellblech. Erst Mitte April 2016 gab die Regierung in Kathmandu die endgültige Erlaubnis zum Wiederaufbau zerstörter Häuser und Dörfer. Misereor und seine Partnerorganisationen Lumanti und Caritas Nepal stehen in den Startlöchern, alle Pläne wurden gemeinsam mit den Betroffenen ausgearbeitet. Unterstützung erhielten sie dabei von einem Architektenteam aus Thailand und Indien, das viel Erfahrung im Wiederaufbau nach Naturkatastrophen mitbringt.

Genauso schleppend ging bisher der Wiederaufbau der Schulen voran. Bündnismitglied terre des hommes konzentriert sich, zusammen mit den lokalen Partnerorganisationen vor Ort,  nun auf die Errichtung von Schulen und die Betreuung und psychologische Stabilisierung der nepalesischen Kinder.

Auch die Welthungerhilfe wird sich am Wideraufbau Nepals beteiligen. Sechs Schulen sollen wieder aufgebaut werden, die Genehmigungen stehen noch aus. Im Süden des Landes kämpft die Organisation mit Programmen zu Landwirtschaft und Ernährung gegen Unterernährung von Frauen und Kindern.


Die Betreuung der Opfer wird fortgeführt

Innerhalb des letzten Jahres konnte Bündnismitglied Christoffel-Blindenmission bereits 25.000 Erdbebenopfern helfen. Dabei kümmert sich die Organisation weiterhin um die medizinische und psychologische Betreuung der Verletzten und Traumatisierten.

Die Bündnisorganisation Kindernothilfe versorgt seit den verheerenden Beben Kinder und stillende Mütter In Kinderschutzzentren mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten. Sogenannte „Not-Lern-Zentren“ wurden aufgebaut und psychosoziale Betreuungsangebote geschaffen. „Alle diese Maßnahmen führen wir dort, wo sie noch immer notwendig sind, bis heute weiter“, sagt Jörg Denker, Leiter des Asienreferates der Organisation. Langfristig will sich die Organisation auch in den Bereichen Ernährungssicherung, Wassermanagement und Selbsthilfegruppenarbeit engagieren.

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news-739 Thu, 21 Apr 2016 09:37:28 +0200 Nepal: Ein Jahr nach dem Beben http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/nepal-ein-jahr-nach-dem-beben.html Die Projekte der Bündnis-Mitglieder und die Situation heute Am 25. April 2015 bebte die Erde Nepals mit einer Stärke von 7,8. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Auch in Nordindien, China, Tibet und Bangladesch waren die Erschütterungen zu spüren. Zusammen mit dem zweiten Beben der Stärke 7,1 am 12. Mai 2015 richtete es verheerende Schäden an. 8.700 Tote und rund 17.000 Verletzte wurden in Nepal verzeichnet.

Nepal, der Binnenstaat zwischen Indien und China, gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Ländern der Welt. Als eine der zwanzig global ärmsten Nati-onen stellen in Nepal Katastrophen ein großes Gefahrenpotenzial für Menschen, Tiere und die Wirtschaft dar. Auch sind Hilfsmaßnahmen bei Katastrophen im Land sehr schwierig, da viele Dörfer abgelegen und sehr hoch liegen und so nur durch Fußmärsche zu erreichen sind.

Die sieben Bündnis-Mitglieder engagieren sich bereits seit langer Zeit in Nepal. Sie konnten nach dem Erdbeben sofort mit der Nothilfe beginnen und sind mit Hilfe lokaler Partner-Organisationen weiter vor Ort. Rund 6,3 Millionen Euro Spendengelder hat das Bündnis Entwicklung Hilft für die Hilfe unter dem Stichwort „Erdbeben Nepal“ erhalten – auch dank der Hinweise in der ARD.

70% der rund 26,5 Millionen Einwohner Nepals waren direkt von den Erdbeben betroffen und mehr als 8 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 501.000 Häuser wurden infolge der Beben komplett zerstört und 296.000 beschädigt. Auch hatten über eine Million der Einwohner keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser, rund eine halbe Million Kinder und 200.000 schwangere oder stillende Frauen waren von Unterernährung betroffen. Die Hilfsmaßnahmen gestalteten sich als besonders schwierig, da die sowieso schon bedürftige Infrastruktur im Land teils komplett zerstört war.

Ein Jahr nach den Erdbeben sind lebensnotwendige Hilfsgüter wie Decken, Zelte, Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel verteilt worden. Jedoch sind noch viele Schulgebäude, Krankenstationen und Häuser nur provisorisch errichtet. Der Wiederaufbau schreitet weiter voran, doch die Menschen und Organisationen vor Ort stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen: Nach den Erdbeben setzte der Monsun ein, der viele Bergstraßen unpassierbar machte. Ende 2015 bis Anfang 2016 gab es eine schwere Benzinkrise, da Indien und die Bevölkerung in den, an Indien grenzenden Regionen mit der neuen Verfassung in Nepal nicht einverstanden sind. Sie behinderten wichtige Importe und Transporte, was wiederum die Verteilung von Gütern und die Erreichbarkeit der Menschen in den entlegenen Bergregionen erschwerte. Nach wie vor sind wichtige Versorgungsgüter wie Propangas nicht in ausreichendem Maße zugänglich, wodurch die Lage weiterhin angespannt ist und eine erneute Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen werden kann.

Besonders Kinder haben unter den Folgen des Erdbebens zu leiden. In den Bergregionen leben viele Nepalesen immer noch in Notunterkünften und haben oftmals keinen strukturierten Alltag. Negative Bewältigungsstrategien wie Gewalt gegen Kinder und Zwangsheirat nehmen aufgrund der aktuellen Situation zu und bringen sie zunehmend in Gefahr. Da vielerorts die Schulen noch nicht wieder aufgebaut sind, sind viele Kinder ohne Aufsicht. Auch haben die Menschen in Nepal die Erdbeben oft psychisch noch nicht verarbeitet und vor allem Kinder sind noch immer verängstigt und nervös.   

Den Rechenschaftsbericht "Nepal: Ein Jahr nach dem Beben" finden Sie hier

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