Bündnis Entwicklung Hilft http://www.entwicklung-hilft.de/ Hier gibt es aktuelle Informationen zum Bündnis Entwicklung Hilft de_DE Bündnis Entwicklung Hilft Mon, 24 Apr 2017 11:22:31 +0200 Mon, 24 Apr 2017 11:22:31 +0200 TYPO3 EXT:news news-775 Thu, 13 Apr 2017 15:26:48 +0200 „Unsere Lebensweise ist Mitauslöser der Hungerkrise“ http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/unsere-lebensweise-ist-mitausloeser-der-hungerkrise.html Anne Jung, Mitarbeiterin von medico international im Bereich Campaigning, schildert im Interview die Lage in Kenia und Somalia und benennt strukturelle Probleme, die die aktuelle Hungerkrise in Ostafrika mitverursacht haben.


Frau Jung, Sie sind vor kurzem aus der kenianischen Hauptstadt Nairobi zurückgekehrt. Wie stellt sich Ihnen die Lage vor Ort dar? In welchen Regionen Kenias ist die Lage momentan am schlimmsten? Woran mangelt es?

Das Hauptproblem ist weiterhin der fehlende Zugang zu Wasser. Diese Situation hat sich in den letzten zwei Jahren immer weiter zugespitzt. Vor allem im Nordosten ist die Lage sehr schlecht, dort sind 70 Prozent der Wasserquellen versiegt. In der Folge des Wassermangels treten viele Krankheiten auf, wie zum Beispiel Cholera oder Durchfallerkrankungen. Solche Armutskrankheiten schwächen die Menschen enorm und viele sterben an den Folgen. Die Dürrekatastrophe in Kenia ist aber flächendeckend, weshalb für die Menschen kurzfristig überhaupt kein Ausweg sichtbar ist. Viele Weideflächen sind vertrocknet und die nomadisch lebenden Hirten können ihre Herden nicht mehr versorgen. Unsere Partner, die in der östlichen Provinz Garissa arbeiten, haben uns berichtet, dass selbst Kamele an Wassermangel sterben, obwohl diese Tiere sehr wenig Wasser benötigen. 

Auch Nairobi ist Ziel der Hirten, die ihr Vieh dort in Parks oder am Straßenrand grasen lassen. Wie wirken sich die Hungerkrise und die damit einhergehende Migration innerhalb Kenias auf die Städte aus?

Vereinzelt haben wir in Nairobi Hirten mit ihren Herden auf den Grünstreifen an den Straßenrändern angetroffen und es wurde uns berichtet, dass dies zum Teil die ohnehin angespannte Verkehrssituation weiter verschlechtert.

Der Zuzug in die Städte hat aufgrund von bewaffneten Konflikten und der Verpachtung von riesigen Landflächen an ausländische Investoren schon vor Jahren begonnen und geht mit den Problemen einher, mit denen sich die Bevölkerung, gerade in den Slums, schon lange herumschlagen muss. Das betrifft vor allem den Zugang zu sauberem Wasser und zur Grundversorgung, weil die Enge des städtischen Raums kaum Möglichkeiten bietet für landwirtschaftliche Nutzung.

Das aktuell nicht mehr Menschen in die Städte kommen liegt vor allem daran, dass viele von ihnen schlicht zu schwach sind zu fliehen. Aus den Dörfern wird uns berichtet, dass sich oft das  Familienoberhaupt auf den Weg gemacht hat, um die Lage in den umliegenden Orten zu sondieren. Die Familien bleiben aber vorerst dort und sind damit in der dramatischen Situation, einfach abwarten zu müssen.

Neben Kenia ist medico International auch in Somalia aktiv. Dort unterstützen sie vor allem lokale Organisationen. Welchen Eindruck vermitteln Ihnen die Partner von der Lage in Somalia?

Die Mitarbeiter unserer somalischen Partnerorganisation NAPAD waren bis kurz vor unserem Treffen auf „Fact Finding Mission“ in einer Provinz im Süden, entlang der Grenze zu Kenia. Die Lage ist auch dort sehr schlimm. Die Wasserpreise sind, bedingt durch die Dürre, in den vergangenen zwölf Monaten um bis zu 300 Prozent angestiegen, sodass die Menschen sich Wasser schlicht nicht leisten können, selbst wenn sie Zugang dazu haben. Viele haben sich auf den Weg gemacht, um an anderen Orten im Land Zugang zu Wasser und humanitärer Hilfe zu finden. Die UNO spricht von mindestens  250.000 Binnenflüchtlingen. Aber auch in Somalia führt der Mangel an sauberem Wasser z.B. zu Choleraerkrankungen. Einmal mehr trifft das Leid die Ärmsten der Armen. 

In Somalia ist die Infrastruktur sehr schlecht. Viele Orte sind nicht an das Straßennetz angeschlossen, Telefonverbindungen gibt es nicht. Ist es unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich, sich ein umfassendes Bild der Lage im Land zu machen?

Nein, das ist tatsächlich nicht möglich und auch unsere Partner sagen, dass sie sich über die Situation in vielen Landesteilen kein genaues Bild machen können. Die Menschen sind sehr ängstlich, wegen der permanenten Bedrohung durch die Vielzahl bewaffneter Milizen, von denen die al-Shabaab wohl die bekannteste ist. Diese Verängstigung der Menschen macht es schwer, einen Zugang zu ihnen zu finden und im Gespräch verlässliche Informationen zu erhalten. 

Ich bin daher sehr beeindruckt von der Arbeit unserer Partner, die auch unter schwierigen Bedingungen immer versuchen, mit möglichst vielen Menschen zu sprechen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie sprechen mit den lokalen Dorfvorstehern oder den örtlichen Vertretern der Regierung. Das dient nicht zuletzt auch der Verhinderung von Verteilungskämpfen um die wenigen Hilfsgüter, die in den Regionen ankommen. 

Medico International fordert schon seit Jahren, die Zusammenarbeit mit lokalen Strukturen zu intensivieren, weil die Menschen mit Sprach- und Ortskenntnis sich am sichersten vor Ort bewegen können und deren Arbeit den größten Erfolg verspricht. 

Im Zusammenhang mit der Hungerkrise ist häufig von strukturellen Ursachen die Rede. Was genau ist damit gemeint?

Lassen Sie mich das zunächst mit einem Zitat beantworten. „Nur wenn wir die Ursachen von Tragödien verstehen, werden sie sich nicht wiederholen.“ Mit diesem Satz begann der Aufruf „Rechte statt Mitleid“, den medico gemeinsam mit einer Gruppe afrikanischer und europäischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller als Reaktion auf die letzte Dürre, im Jahr 2011, veröffentlicht hat. 

Schon damals haben wir einige zentrale politische Aspekte, wie Krieg, Klimawandel, unfaire Handelsbeziehungen, Lebensmittelspekulation und Landraub thematisiert und die Regierungen zu einem Strategiewandel aufgefordert. Wenn man sich diese Themen genauer ansieht wird klar, dass für die Prävention von Hungerkrisen vor allem der Aufbau einer lokalen, nachhaltigen Landwirtschaft nötig wäre. Dies ist aber nicht im Interesse internationaler Lebensmittelkonzerne. Diese setzen darauf in den Ländern der Region Lebensmittel anzubauen, die für den Export bestimmt sind, um sie als  Viehfutter oder Biosprit zu verwenden, statt Menschen satt zu machen. Diese Situation ist unerträglich und wir haben damals schon gefordert, dass solche strukturellen Probleme angegangen werden müssen. Das muss ganz oben auf der politischen Agenda europäischer Länder stehen, aber hier ist in den vergangenen Jahren viel zu wenig passiert. 

Wenn man über strukturelle Ursachen solcher Probleme wie der Hungerkrise spricht, muss man immer eine globale Perspektive einnehmen. Auf der nationalstaatlichen Ebene lassen sich Probleme solchen Ausmaßes nicht mehr lösen.

Teilweise entsteht der Eindruck, die Regierungen der ostafrikanischen Länder verließen sich pauschal darauf, dass internationalen Geberorganisationen im Falle von Hungerkrisen mit Nothilfeprogrammen die Situation im Land stabilisieren. Kann man hier von „gelernter Hilflosigkeit“ seitens der afrikanischen Regierungen sprechen? Welche Verantwortung trifft dabei auch die internationale Gemeinschaft?

Nun, unsere Gesprächspartner in Kenia haben alle zugestimmt, dass die genannten strukturellen Probleme großen Einfluss auf die Situation in Afrika haben. Gleichzeitig kritisierten sie sehr vehement die Passivität der Afrikanischen Union und vor allem auch der nationalen Regierungen jener Länder, die wirtschaftlich stark sind. Kenia, aber zum Beispiel auch Nigeria oder Südafrika, sind wirtschaftlich starke Länder. Alle diese Länder sind aber sehr auf ihre nationalen Probleme fokussiert, in politische Krisen oder Wahlkämpfe verstrickt. Vor dem Hintergrund lassen sich mit Themen wie Klimawandel keine politischen Punkte gewinnen. 

Beide Seiten, also die afrikanischen Regierungen, wie auch die Regierungen der Geberländer, müssen ihren Teil der Verantwortung tragen und das in den Fokus nehmen, was ihre Länder besonders betrifft. Unser Partner KAPLET fordert, dass die afrikanischen Regierungen ihre jeweiligen Gesetze, in Kenia ist das zum Beispiel das Recht auf Zugang zu medizinischer Versorgung oder das Recht auf Zugang zu Lebensmitteln, konsequent durchsetzen und ihren Pflichten nachkommen. Hier scheitern strukturelle Veränderungen am politischen Unwillen und das ist ein Aspekt, dessen  man sich sehr bewusst sein muss, gerade wenn es darum geht, Druck auf diese Regierungen aufzubauen. Gleichzeitig muss man die europäische Verantwortung, dazu zählt auch, unsere Lebensweise auf Kosten anderer zu thematisieren.

Letztlich ist es eine skandalöse Situation, dass die UNO, die die Völkergemeinschaft repräsentiert, um Spenden werben, nachgerade betteln muss. Die UNO müsste die nötigen Mittel ganz automatisch von den Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt bekommen. Das dem nicht so ist hängt auch damit zusammen, dass die Vielzahl der Notlagen weltweit immer weiter anwächst. Eben deshalb müssen die strukturellen Ursachen für Kriege und Katastrophen in den Blick genommen werden.  

Welche Konsequenzen wird die jetzige Hungerkrise langfristig haben?

Man muss sich darüber klar sein, dass solche Hungerkrisen die Menschen in den Ländern noch über mehrere Generationen hinweg prägen werden. Die Folgen von Mangelernährung sind unter anderem ein verlangsamtes Wachstum, Lernschwächen und die Menschen erleiden schwere Traumata durch den Verlust von nahen Angehörigen. Deshalb muss, neben der akuten Nothilfe, die natürlich nötig ist, auch die strukturelle Veränderung angegangen werden. Ein Aspekt ist der Aufbau von Frühwarnsystemen und Schutzmaßnahmen. Diese haben bei der aktuellen Krise auch teilweise schon Wirkung gezeigt. An einigen Orten waren Wasserrückhaltebecken installiert worden, Nahrungsmittelreserven wurden angelegt und die Agrarwirtschaft nachhaltig gestaltet. Angesichts des Ausmaßes der Krise waren diese Maßnahmen nicht ausreichend, aber es ist nicht so, dass es seit der letzten Krise gar keine Veränderungen gegeben hätte. 

Zum Glück stellen wir eine wachsende Handlungsbereitschaft seitens der deutschen Regierung und auch eine wachsende Spendenbereitschaft der Bevölkerung fest, die gerade überlebensnotwendig ist. Die beste Prävention wäre jedoch der Abbau der strukturellen Ursachen, die wir bereits besprochen haben. Damit das geschieht, ist politischer Druck nötig. 

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Sie waren Ende Februar in Äthiopien. Wie schätzen Sie die Lage ganz aktuell ein? 

Die Lage ist sehr kompliziert. Die zentrale Frage ist: Wann fängt es endlich an zu regnen? Im Süden bei Moyale hat es wenigstens ein paar Tropfen geregnet. Leider gab es nur dort Regen, in den anderen Gebieten blieb er komplett aus. Seit 2014 hat es wenig oder gar nicht geregnet. Auch in Gegenden, die in der Vergangenheit immer etwas Regen hatten, hat die Lage sich verschärft und die Leute sind auf Unterstützung angewiesen. Das Problem ist, dass langsam die großen Flüsse austrocknen. Die Tiere verenden massenhaft, das war schon im Februar zu beobachten. 

Diesmal scheint die Dürre weitere Bevölkerungskreise zu treffen als 2011, während der letzten großen Dürreperiode. Waren die Menschen dieses Mal nicht besser gewappnet? 

Nein, überhaupt nicht. Viele mussten sich nach 2011 ihren Viehbestand wieder neu aufbauen. Sie waren langsam wieder an dem Punkt, an dem sie ein Einkommen erzielen konnten. Jetzt trifft es sie erneut. Das ist sehr hart.  

Jenseits der reinen Trinkwasserversorgung: Wie würden Sie die Ernährungssituation in Äthiopien insgesamt beschreiben?

Insgesamt sehr schlecht. Dass die Lebensmittelversorgung sehr kritisch ist, spürt man vor allem bei den Kindern. Viele Schulen werden direkt unterstützt, damit wenigstens die Kinder einmal pro Tag eine Mahlzeit bekommen. Auf den Märkten sind Lebensmittel dermaßen teuer geworden, dass sie sich keiner mehr leisten kann. Dabei ist Äthiopien eigentlich, was Nothilfe betrifft, gut aufgestellt. Das „Safety Net“ zum Beispiel unterstützt schon seit 2005 Menschen, die als besonders bedürftig eingestuft worden sind.  Wir sprechen dabei von acht Millionen Äthiopierinnen und Äthiopiern im Jahr. Jetzt sind jedoch noch andere Gebiete dazu gekommen und es können nicht mehr alle Hilfsbedürftigen versorgt werden. 

Bei der Berichterstattung in Deutschland über die Hungerkrise in Ostafrika fällt auf, dass über Äthiopien vergleichsweise wenig zu hören ist. Woran liegt das aus ihrer Sicht?

Das liegt vielleicht daran, dass es einfach nicht im Interesse der äthiopischen Regierung ist. Viele Informationen sollen einfach nicht nach außen dringen. 

Sie sagen also, dass internationale Journalisten schwierigen Zugang zu Informationen im Land haben?

Ganz genau. Hier läuft alles über die Regierung: Jedes Projekt muss letztendlich von der Regierung genehmigt werden, bevor es tatsächlich durchgeführt werden kann. Das ist in anderen Ländern anders, da arbeitet man mit den Organisationen und Menschen direkt vor Ort. Aber in Äthiopien muss alles von der Regierungsseite abgesegnet werden, das ist nicht so ganz einfach.

Was muss einerseits dringend getan werden, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen? Und was sind die geeigneten Maßnahmen, um langfristig diese Abhängigkeit aufzulösen und eine nachhaltige Entwicklung anzuschieben?

Dringend müssen zunächst die Nothilfeprojekte verstärkt werden. Die Regierungsseite hat in vielen Gegenden schon Heu für die Tiere der Pastoralisten ausgegeben – ich habe mich mit verschiedenen Menschen vor Ort unterhalten, doch die Menge reicht bei weitem nicht aus.  Man sollte schnellstmöglich die Menschen mit ausreichenden  Nahrungsmitteln und die Tiere mit Futtermittel versorgen. Aber immer nur kurzfristige Hilfe – das kann es nicht sein. Man muss langfristige Projekte angehen, auch wenn es länger dauert und mehr Geld kostet. Es gibt in Äthiopien einfach zu viel Nothilfeprojekte und zu wenige nachhaltige langfristige Entwicklungsprojekte!  Wichtig sind auch  Bewässerungsprojekte, um die landwirtschaftliche Produktion wieder anzukurbeln

Könnte man zukünftige Dürreperioden zumindest abmildern? Die werden, angesichts des fortschreitenden Klimawandels, in den Regionen ja wiederholt auftreten.

Man muss sich darauf einstellen, dass immer öfter Regenzeiten komplett ausfallen. Hier muss man planen, um diese Perioden zu überstehen: Man muss Pflanzen anbauen, die nicht so viel Wasser benötigen, und man muss die Wasserversorgung verbessern. Dazu muss man Brunnen bohren, Regenrückhaltebecken anlegen und Bewässerungssysteme bauen. In Äthiopien gibt es zahlreiche Quellen. Viele dieser Quellen sind noch nicht erschlossen und das an der Oberfläche ausfließende grundsätzlich saubere Wasser, wird durch den ungeschützten Zugang von Mensch und Tier wieder kontaminiert. 

Wie funktioniert ein Regenrückhaltebecken? 

Hierbei wird Oberflächenwasser gespeichert, das in Äthiopien von saisonalen Bächen gespeist wird. Die Becken haben ein Fassungsvermögen von 50.000 m³ und die vorhandene Bodenbeschaffenheit muss  ein hohes Wasserspeichervermögen haben, damit möglichst wenig Wasser versickert. Das Wasser wird mit Solarpumpen entnommen. Die Projektpartner von Misereor haben sechs dieser Becken in der Somali-Region an der Grenze zu Kenia erstellt. Schon ein eintägiger kräftiger Regenschauer konnte zwei dieser Becken komplett füllen. Somit ist es trotz fast vollständig ausgebliebener Regenzeit gelungen, viele Menschen mit Wasser zu versorgen.  Zusätzlich muss nun unbedingt versucht werden, auch Brunnen zu bohren, um an Grundwasser zu gelangen, das in Äthiopien teilweise durchaus in großer Menge vorhanden ist. 

Wie teuer ist es, einen Tiefbrunnen zu bohren? 

Der Bau eines Tiefbrunnens  mit ca. 200 Metern Tiefe und Stahlverrohrung  mit zugehöriger Ausstattung wie Entnahmestellen kostet insgesamt etwa 65.000 Euro. Je nach Ergiebigkeit kommt hierzu eine dementsprechend leistungsstarke Unterwasserpumpe hinzu, die entweder solar- oder generatorbetrieben sein kann. In den Misereor-Projekten werden momentan im Süden Äthiopiens ausschließlich solarbetriebene Pumpen eingesetzt, die zwar in der Erstanschaffung deutlich teurer, aber viel nachhaltiger sind als die Generatoren.  Die laufenden Betriebskosten sind sehr gering und die Mehrkosten von ca. 20.000 Euro sind nach einigen Jahren wieder amortisiert. 

Wie kann die internationale Politik helfen?

Es müssen vor allem entsprechende Gelder bereitgestellt werden, um Projekte angehen zu können. Vielleicht kann die Staatengemeinschaft auch auf die äthiopische Regierung einwirken, ihr Verhalten zu ändern, sich mehr zu öffnen und benötigte Unterstützung klarer zu kommunizieren.  

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news-773 Wed, 05 Apr 2017 18:01:48 +0200 Peru: Humanitäre Hilfe nach den Überschwemmungen http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/peru-humanitaere-hilfe-nach-den-ueberschwemmungen.html Heftiger Dauerregen über die letzten Wochen hat in Peru enorme Schäden verursacht. Hunderttausende sind betroffen und benötigen Hilfe. Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft haben zusammen mit ihren lokalen Partnern mit der Soforthilfe begonnen und unterstützen die Aufräumarbeiten.

Wochenlange extreme Regenfälle haben in Peru zu schweren Erdrutschen und Überschwemmungen geführt: Häuser, Brücken und Straßen wurden überflutet und zerstört. Zahlreiche Kinder und Erwachsene kamen bei Erdrutschen und Schlammlawinen ums Leben, Zehntausende sind obdachlos und haben alles verloren. Es fehlt es an sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln. In der Küstenregion im Norden Perus bis hin zur Hauptstadt Lima wurde der Notstand ausgerufen.

Als Ursache der heftigen Regenfälle gilt das Wetterphänomen El Niño. In einigen Regionen gingen Wassermengen von mehr als 190 Liter pro Quadratmeter nieder. Auf den normalerweise sehr trockenen und sandigen Böden der Anden konnten die Regenmassen nicht in die Böden einsickern, sondern flossen über die Oberflächen ab und verursachten die Überschwemmungen und Erdrutsche. 

Um die Menschen in Peru zu unterstützen, haben die Bündnismitglieder Kindernothilfe, Misereor und terre des hommes insgesamt 158.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Zusammen mit ihren Partnern haben die Bündnis-Mitglieder mit der Verteilung von Trinkwasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Zelten begonnen. Außerdem sind die Beschaffung und Ausgabe von Material für Aufräumarbeiten und die Reparatur von Häusern und deren Absicherung gegen Regen geplant. Darüber hinaus sollen die Betroffenen, vor allem Kinder, medizinische und psychologische Betreuung erhalten.

Weiterführende Informationen zu den Hilfsmaßnahmen unserer vor Ort aktiven Mitgliedsorganisationen finden Sie auf den folgenden Websites:

https://www.kindernothilfe.de/%C3%9Cber+uns/Presse/Pressemeldungen/Pressemitteilungen+2017/Kindernothilfe+startet+Soforthilfe+nach+%C3%9Cberschwemmungen+in+Peru.html

https://www.misereor.de/presse/pressemeldungen/spendenaufruf-ueberschwemmungen-in-peru/

https://www.tdh.de/was-wir-tun/projekte/suedamerika/peru/meldungen/peru-umweltkatastrophe

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news-772 Fri, 31 Mar 2017 11:00:00 +0200 Oxfam verstärkt das Bündnis Entwicklung Hilft http://www.entwicklung-hilft.de/news-detail-view/oxfam-verstaerkt-das-buendnis-entwicklung-hilft.html Drittes assoziiertes Mitglied in dem Bündnis aus elf Hilfswerken

Berlin, 31. März 2017 – Die deutsche Sektion der internationalen Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam tritt dem Bündnis Entwicklung Hilft am 1. April als assoziiertes Mitglied bei. „Wir sind von der inhaltlichen und politischen Ausrichtung des Bündnisses überzeugt und freuen uns, die Bündnis-Arbeit mit unserer Stimme zu unterstützen“, sagt Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland e.V.

„Mit seiner starken Kampagnenarbeit und der konsequenten Fokussierung auf Hintergründe und Ursachen von Krisen und Konflikten passt Oxfam sehr gut zu unserem Bündnis“, erklärt Simone Pott, Vorsitzende des Bündnis Entwicklung Hilft. „Wie unsere acht Voll- und bisher zwei assoziierten Mitglieder steht Oxfam sowohl für akute Nothilfe als auch für langfristige Arbeit ganz im Sinne unseres namensgebenden Leitsatzes ‚Entwicklung Hilft‘“, so Pott.

Von dem Zusammenschluss erhoffen sich beide Seiten auch bessere Chancen für Kooperationen mit Unternehmen, Verbänden und Medien. Gerade in Katastrophen- und Krisensituationen setzen die Bündnis-Mitglieder auf gemeinsame Spendenaufrufe. 

Weitere Informationen zu Oxfam Deutschland: www.oxfam.de

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe sowie die assoziierten Mitglieder German Doctors, Oxfam und Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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