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24.08.2007

Erdbeben in Peru: Schäden höher als|bislang angenommen

Bündnis „Entwicklung hilft“ unterstützt die Bedürftigsten

Beim Erdbeben in Peru sind die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden noch höher ausgefallen , als bisher berichtet. Partner des Bündnisses „Entwicklung hilft“ vor Ort berichten, dass 450.000 der 700.000 Bewohner der Provinz in irgendeiner Weise vom Erdbeben betroffen wurden. Allein in Pisco seien 528 Menschen ums Leben gekommen, in Ica 123 und in Chincha weitere 120 Personen. 308 Patienten seien zur medizinischen Behandlung nach Lima gebracht worden. Teilweise sind 80 Prozent der Infrastruktur in den betroffenen Gebieten zerstört worden, so die Schätzungen.

Die Mitglieder des Bündnisses „Entwicklung hilft“ versorgen die Bevölkerung bislang mit dem Nötigsten. Mehr als 200.000 Euro wurden dafür bereitgestellt. Sehr schnell wird es aber für die fünf entwicklungspolitischen Hilfswerke darum gehen, die Menschen beim Wiederaufbau zu unterstützen und sie durch langfristige Katastrophenvorsorge auf künftige Naturereignisse vorzubereiten. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von „Brot für die Welt“, Deutscher Welthungerhilfe, medico international, MISEREOR und terre des hommes. Hier ist eine kurze Bilanz ihrer bisherigen Aktivitäten in Peru:

„Brot für die Welt“ kümmert sich mit  dem Projektpartner CNA (Confederación National Agraria) um 100 Familien in Hulacara in der Provinz Canete, die bei dem Erdbeben ihre Häuser verloren haben. CNA verteilt Baumaterial und Zelte, damit die Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen. Zudem werden große Kochtöpfe und Wassertanks angeschafft, um Gemeinschaftsküchen einzurichten. Diese Soforthilfe soll auf die ländlichen Gebiete von Pisco, Chincha und Ica ausgedehnt werden. Dabei arbeitet CNA eng mit den 14 landwirtschaftlichen Kooperativen der Region zusammen.

Die Deutsche Welthungerhilfe konzentriert ihre Hilfe auf die ländlichen Regionen. In zwei Distrikten in den Provinzen Pisco und Canete wird sie Schulen wieder aufbauen, die übergangsweise als Notunterkünfte für bis zu tausend Familien dienen. Über ihre peruanische Partnerorganisation „Soluciones Practicas“ werden als Nothilfe Nahrungsmittel, Werkzeuge, Matten und Planen für Notunterkünfte sowie Decken und Schlafsäcke verteilt. Mehr

Der MISEREOR-Partner CEAS hat einen Notfallplan für die Region erarbeitet. CEAS bemüht sich neben der Verteilung von Hilfsgütern, Medikamenten sowie der Versorgung der Kranken um eine bessere Koordination der Hilfe. Gleichzeitig werden in der Diözese Huancavelica, einer der ärmsten Regionen im Hochland von Peru, Anstrengungen unternommen, um auch schwer zu erreichenden Dörfer im Hinterland mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen. Nach wie vor fehlt es an Wasser, Lebensmitteln, Kleidern, Decken und Zelten. Um die 400 Tonnen Nahrungsmittel und Wasser müssen täglich in das Katastrophengebiet transportiert werden – auf schlechten Straßen. Mehr

terre des hommes hilft über das Menschenrechtsbündnis von Ica (Codeh). Zunächst werden Pakete mit elementaren Hilfsgütern verteilt: Kleidung, Handtücher, Wasser, Desinfektionsmittel für Wasser, um Krankheiten vorzubeugen, Lampen, aber auch batteriebetriebene Radios, damit die Menschen sich darüber informieren können, was um sie herum geschieht, wo sie Hilfe bekommen und wie sie aktiv werden können. CODEH-Ica unterstützt außerdem 500 arbeitende Kinder aus den städtischen Randgebieten sowie dem Umland von Ica mit Baumwollbekleidung, T-Shirts, Reis, Zucker, Milch, Tunfisch und Öl. Die Kinder stammen aus armen Familien. Viele von ihnen waren in Zeiten des Bürgerkrieges aus dem Bergland vertrieben worden. Ein auf Traumabehandlung spezialisiertes Ärzte-Team ist ebenfalls vor Ort. Mehr