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23.02.2010

UPDATE: Haiti-Hilfe sechs Wochen nach dem Erdbeben

Übersicht über die Aktivitäten der fünf Bündnis-Hilfswerke und ihrer lokalen Partner

Berlin, 23. Februar 2010

Sechs Wochen nach dem verheerenden Erdbeben sind viele Menschen in Haiti weiterhin auf die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser angewiesen, doch die Situation für die Überlebenden der Katastrophe verbessert sich. „Wir müssen die akute Nothilfe noch fortsetzen, können aber parallel dazu mit den Projekten des Wiederaufbaus und der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit beginnen“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. 

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Aktivitäten der fünf Hilfswerke im Bündnis Entwicklung Hilft in Haiti vor:

Misereor


Hilfsgüter, Notunterkünfte, Versorgung von Flüchtlingen

Über einen humanitären Korridor zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti bringen die dominikanischen Organisationen „Ciudad Alternativa“ und „Centro Bono“  Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter nach Haiti. Hier versorgen sie über sechs Verteilungszentren notleidende Menschen. Die Jesuiten in Santo Domingo koordinieren ein Nothilfeprogramm für Flüchtlinge aus Haiti. „Ciudad Alternativa“ hat sich auf die Bereitstellung provisorischer Unterkünfte spezialisiert und schafft diese ins Katastrophengebiet. (Misereor-Zusage für Hilfsgütertransporte: 10.000 Euro)

Port-au-Prince: Ausrüsten einheimischer Bergungstrupps

Die Misereor-Partner vom Zentrum für angepasste Technologie „Ateliers Ecole Camp Perrin“ haben 100 einheimische Bergungstrupps mit Hämmern, Meißeln, Schaufeln und Schubkarren ausgestattet. Immer zu zwölft bergen die Menschen Verschüttete, beerdigen Tote und räumen Schutt weg. Außerdem organisiert das Zentrum Transporte für Menschen, die aus der zerstörten Hauptstadt in ihre Heimatregionen zurückkehren wollen. (Misereor-Zusage: 100.000 Euro)

Jacmel und Cap Haitien: Erste Notversorgung und mittelfristige Hilfe

„Auch wenn es uns angesichts des tausendfachen Elends fast das Herz zerreißt, müssen wir sofort alles in unserer Macht Stehende tun, um den Menschen zu helfen und möglichst bald mit dem Wiederaufbau zu beginnen“, heißt es in dem Projektantrag, den die Caritas Jacmel an Misereor mit der Bitte um finanzielle Unterstützung gesandt hat. Dabei ist es zunächst einmal Ziel des Projektes, die Grundbedürfnisse der Überlebenden möglichst schnell zu decken und ihnen die Bewältigung ihres Alltags zu ermöglichen. So sollen in den ersten Wochen provisorische Unterkünfte für die vielen Obdachlosen errichtet, sauberes Trinkwasser bereit gestellt und warme Mahlzeiten ausgegeben werden. Zudem werden große Mengen an Medikamenten, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel benötigt. Darüber hinaus werden 2000 Verletzte versorgt und 700 Familien mit traumatisierten Angehörigen psychologisch betreut. 800 Familien, die alles verloren haben, bekommen Hygieneartikel, Küchenutensilien, Wäsche und Matratzen zur Verfügung gestellt. Für 250 Häuser, die wieder repariert werden können, soll das nötige Material beschafft werden. (Misereor-Zusage: 109.000 Euro)

Auch in Cap Haitien finanziert Misereor Medikamente, medizinisches Personal und die Versorgung von Flüchtlingen. Landwirtschaftliche Geräte und Saatgut sollen die nächste Ernte im Mai sichern. (Misereor-Zusage: 34.000 Euro)

Port-au-Prince: Wiederaufbau der Straßenkinder-Zentren „Lakay“ und „Lakou“

Die von Misereor unterstützten Straßenkinder-Zentren „Lakay“ und „Lakou“ in Port-au-Prince wurden völlig zerstört. Unzählige Kinder und auch Salesianer-Brüder starben beim Beben. Inzwischen hat italienisches Militär mit schwerem Gerät mit der Schuttbeseitigung begonnen. Neben dem Wiederaufbau finanziert Misereor die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Ausstattung der Werkstätten mit Geräten und Material sowie die Einrichtung von Wohnräumen für Kinder und Jugendliche. (Misereor-Zusage: 300.000 Euro)

Hilfe für Flüchtlinge

In Hinche sind mittlerweile viele Erdbeben-Flüchtlinge aus der Haupstadt eingetroffen. Hier unterstützt Misereor das Krankenhaus „Ste-Thérèse de Hinche“. Das Krankenhaus kauft mit den Spenden Medikamente und medizinisches Material, Treibstoff für die Dieselgeneratoren des Krankenhauses und Nahrungsmittel zur Versorgung der Patienten. Die örtliche Caritas versorgt rund 3000 Menschen mit Kleidern, Hygieneartikeln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs. Außerdem ermöglicht sie 250 Familien die Weiterfahrt in ihre Heimatregionen. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass 500.000 Menschen Port-au-Prince verlassen haben, um in ihrer Herkunftsregion Zuflucht zu suchen. Diese wirkungsvolle Strategie der Überlebenssicherung stößt aber an Grenzen. Die wenigsten Regionen sind in der Lage, dauerhaft  eine deutlich größere Gruppe von Zuwanderern zu integrieren und zu versorgen. Misereor unterstützt 14 Regionen des Landes bei der Versorgung der Flüchtlinge. (Misereor-Zusage: 413.000 Euro)

Architekten für den Wiederaufbau

Derzeit sind zwei Architekten in Haiti, um die Planungen für bauliche Wiederaufbaumaßnahmen zu konkretisieren. Der Fokus liegt dabei auf den umliegenden ländlichen Regionen mit starker Zerstörung. Die Betroffenen haben dort schon mit erten Reparaturen begonnen. Mittelfristige Konzepte für erdbebensicheres Bauen mit lokalen Materialien in organisierter Selbsthilfe werden bis Mitte März vorliegen, um sie mit den lokalen Partnern zu diskutieren.

Welthungerhilfe


Die erste Nothilfe hat die Welthungerhilfe in Port-au-Prince geleistet. Dort wurden Nahrungsmittel für 15 Tage – Reis, Bohnen, Öl und Salz – an 6.000 Menschen verteilt. Auch Einrichtungen wie ein Krankenhaus, ein Waisenhaus oder eine Schule wurden bedacht. Außerdem erhielten 8.000 Menschen im Süden in Petit-Goâve ebenfalls Nahrungsmittel.

Die Welthungerhilfe versorgt die Menschen weiterhin mit Wasser, zunächst in Port-au-Prince, nun in Léogane im Süden des Landes. Insgesamt profitierten ungefähr 25.000 Personen pro Tag von der Hilfe. Da in Port-au-Prince bereits viele große Hilfsorganisationen und die UN tätig sind, verlagert die Welthungerhilfe ihre Tätigkeit. Sie wird in Landesteilen im Süden und Westen des Landes tätig, die  ebenfalls schwer vom Erdbeben getroffen wurden. Schwerpunkte sind die Gebiete in und um Petit-Goâve und Jacmel.

Petit Goâve: Nahrungsmittelpakete an 17.000 Menschen

In Petit Goave wurden in den letzten Wochen Nahrungsmittelpakete an 17.000 Menschen verteilt. Insgesamt sollen bis Mitte März 180.000 Tagesrationen Essen in der Stadt ausgegeben werden. Viele Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Deshalb starteten gleichzeitig Verteilungen von Hilfsgütern für 5.000 Menschen. Dabei handelt es sich um Kochgeschirr, Hygieneartikel, Decken und Werkzeuge. In Haiti hat mittlerweile die Regenzeit begonnen und die viele Menschen sind dem Regen und den kälteren Temperaturen schutzlos ausgeliefert. Deshalb werden nun auch Zelte und Planen verteilt, mit denen Notunterkünfte gebaut werden.

Viele Straßen sind noch mit Schutt blockiert. Außerdem hat es durch das Erdbeben viele Erdrutsche gegeben, die zahlreiche Häuser zerstörten. Die Welthungerhilfe wird die Aufräumarbeiten mit sogenannten „Cash-for-Work“-Maßnahmen unterstützen. Dabei erhalten Männer und Frauen aus Jacmel und Petit Goave umgerechnet vier Euro pro Tag, wenn sie täglich sieben Stunden Schutt und Trümmer beseitigen. Die nötigen Werkzeuge wie Hammer, Schaufel, Stangen und Schubkarren hat die Welthungerhilfe in der Dominikanischen Republik beschafft. In einer ersten Phase sollen allein in Petit Goave 500 Menschen von dieser Erwerbsmöglichkeit profitieren. Auch in Jacmel sind bis Ende Februar etwa 600 Menschen damit beschäftigt, den Schutt in der Stadt wegzuräumen. Die beteiligten Familien erhalten so einen kleinen Monatslohn, mit dem sie Nahrungsmittel kaufen können. 

Damit auch das arme Hinterland von der Hilfe profitiert, wird eine Straße repariert, die Petit Goave mit den Dörfern auf dem Land verbindet. Der lokale Handel wird so wieder möglich – etwa 700 Frauen benutzen die Straßen täglich, um Waren aus den Dörfern in die Stadt zu bringen und dort zu verkaufen. Die ländliche Entwicklung ist ein Schwerpunkt der Welthungerhilfe. Da viele Felder zerstört wurden, wird Saatgut für Gemüse an 3000 Familien ausgegeben. Die Welthungerhilfe arbeitet dabei mit ihrer Partnerorganisation Concert Action zusammen.

Armut im ganzen Land

Die Welthungerhilfe wird aber auch in Gegenden helfen, die nicht direkt vom Erdbeben betroffen waren. Wenn sich die Hilfe nur auf bestimmte Gebiete konzentriert, werden Ungleichheiten geschaffen. Schließlich leben im ganzen Land Menschen in Armut und Haiti gehört zu den zehn ärmsten Ländern weltweit. Außerdem haben sich viele der rund 1,5 Millionen obdachlos gewordenen Bewohner von Port-au-Prince in Richtung Norden in ihre Heimatorte geflüchtet.

Aus Jean-Rabel im äußersten Nord-Westen des Landes werden 27.000 Flüchtlinge gemeldet, aus Ouanaminthe an der Grenze zur Dominikanischen Republik ebenfalls fünfstellige Zahlen. An diese Menschen wurden in den letzten Tagen Rationen mit Nahrungsmitteln verteilt. Die Welthungerhilfe ist schon seit vielen Jahren in der Region und wird die Flüchtlinge außerdem in ihre regulären Projekte mit aufnehmen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Projekte zur Ernährungssicherung wie verbesserter Reisanbau oder Bewässerung.

Die Hilfsgüter werden zum großen Teil in der dominikanischen Republik gekauft und von dort per Lastwagen nach Haiti gebracht. Damit setzt die Welthungerhilfe auch in dieser Katastrophe ein wichtiges Prinzip ihrer Arbeit um: Güter in der direkten Umgebung zu kaufen, um die regionalen Märkte zu stärken. Nur wenn Hilfsgüter dort nicht zu einem vertretbaren Preis zu erhalten sind, werden sie wie im Fall der Planen und Zelte in Asien beschafft.

Die Welthungerhilfe ist der Überzeugung, dass Nahrungsmittelhilfe nur eine kurzfristige erste Notmaßnahme sein kann. Langfristig ist es besser, die Menschen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe dabei zu unterstützen, mehr zu produzieren, um sich und ihre Familien besser ernähren zu können. Die Mitarbeiter der Welthungerhilfe vor Ort – zehn deutsche und etwa hundert haitianische Mitarbeiter – planen weitere Hilfsmaßnahmen.

(Für die schon durchgeführten Hilfsmaßnahmen und die in den kommenden Wochen geplanten Projekte hat die Welthungerhilfe bisher rund drei Millionen Euro bereitgestellt.)

terre des hommes


Die Hilfsmaßnahmen von terre des hommes in Haiti bestehen aus zwei großen Programmkomponenten. Die erste wird gemeinsam mit den Schwesterorganisationen aus der Schweiz (Lausanne) und Italien durchgeführt und konzentriert sich auf die Gebiete um die Orte Leogane, Grand Goave und Petit Goave, wo viele Menschen in provisorischen Lagern untergebracht sind. terre des hommes richtet derzeit drei Camps ein. Dafür werden regenfeste Zelte an die Menschen verteilt, sanitäre Anlagen gebaut, sowie Kleidung, Kochgeschirr und andere Gegenständen des täglichen Bedarfs ausgegeben. Etwa 50.000 Menschen werden in diesen drei Camps Unterstützung erhalten, vor allem Kinder und Familien. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Kinderschutz: Kinder, die keine Eltern mehr haben, erhalten Betreuung und werden möglichst wieder mit ihren Angehörigen zusammengebracht.

Die zweite große Programmkomponente zielt auf die Verbesserung der medizinischen und psychologischen Versorgung der Erdbebenopfer in Port-au-Prince ab. Ausführende Organisation ist die lokale Initiative Uramel, die mit medizinisch und psychologisch ausgebildetem Fachpersonal arbeitet und von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt wird. Uramel unterhält drei Gesundheitsposten an Nothilfe-Camps. Täglich nehmen mehr als 200 Menschen das medizinische Angebot in Anspruch. Dabei versuchen die geschulten Uramel-Mitarbeiter zu erkennen, ob jemand stark traumatisiert ist, und führen bei Bedarf eine traumatherapeutische Behandlung durch. Bei Uramel sind 50 Ärzte, Psychologen, Krankenpfleger, Sozialarbeiter und Medizinstudenten derzeit ehrenamtlich tätig. Um das Angebot aufrecht erhalten und ausweiten zu können, wird derzeit eine professionelle Struktur geschaffen und ein Schwerpunkt auf die Ausbildung weiterer Mitarbeiter gelegt.

(Für die beiden großen Programmkomponenten hat terre des hommes langfristig vier Millionen Euro veranschlagt.)

medico international


Im Angesicht der Zerstörungen und der Not in Port-au-Prince sind die Herausforderungen für die Rehabilitation und den Wiederaufbau in Haiti enorm. Mit seinen Möglichkeiten will medico und sein Partnernetzwerk dazu beitragen, dass ein Haiti entsteht, das Schutz, Würde und Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt seiner Politik und Regierungsführung stellt. Das kann nur gelingen, wenn eine größtmögliche Beteiligung der Haitianerinnen und Haitianer und der vorhandenen politischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen in all ihrer Komplexität gewährleistet ist. Die Haitianerinnen und Haitianer müssen zentrale Akteure in diesem Prozess werden.

Soforthilfe auf kurzem Weg

medico international unterstützt die Nothilfe der dominikanischen Gesundheitsorganisation Institución Social Colectivo de Salud Popular (COSALUP) für die Erdbebenopfer in Haiti. Die dominikanische Zivilgesellschaft hat sich in Koordination mit anderen Institutionen und Organisationen umgehend mit den Betroffenen im Nachbarland solidarisiert und Hilfe organisiert. COSALUP hat zusammen mit der dominikanischen Ärztekammer und haitianischen Organisationen in der Dominikanischen Republik eine Hilfskette aufgebaut, die in Haiti eine kontinuierliche Präsenz sicherstellt. Es wurden zwei medizinische Versorgungseinheiten in Leogane eingerichtet. Der Ort ist nur 30 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt und schwer betroffen.

Zurzeit ist ein medico-Team vor Ort, um weitere mittel- und langfristige Maßnahmen mit haitianischen Hilfsorganisationen abzusprechen. Anberaumt ist unter anderem ein Treffen mit Vertretern der kubanischen Ärzte-Brigaden, die seit vielen Jahren wesentlicher Bestandteil des haitianischen Gesundheitswesens sind. Deren Unterstützung ist zugesagt und bei dem Treffen geht es nun um den konkreten Bedarf für die weitere Arbeit.
Darüber hinaus ist mit dem dominikanisch-haitianischen Kulturnetzwerk „Redcul“ ein Programm zur psychosozialen und kulturellen Begleitung in einer ersten Skizze entwickelt, das in den nächsten Monaten mit Workshops, Kulturveranstaltungen und mobilen Kulturangeboten für Kinder und Jugendliche Räume der Besinnung, der Erholung und der Selbstverständigung schaffen will. Die medico-Mitarbeiter treffen in diesen Tagen Vertreter des Netzwerks in Haiti und der Dominikanischen Republik, um das weitere Vorgehen zu besprechen. (Für diese Maßnahmen hat medico international 100.000 Euro zugesagt.)
 

Regionale Erfahrungen nutzen

Gemeinsam mit haitianischen und dominikanischen Partnern, aber auch Kollegen aus Zentralamerika beginnt medico nun mit den Bedarfsermittlungen und konkreten Überlegungen, wie im Rahmen von basisorientierten mittelamerikanischen Gesundheitsnetzwerken die Hilfe fortgesetzt werden und dabei ein Süd-Süd-Austausch gewährleistet werden kann. So verfügt die Prothesenwerkstatt PODES in El Salvador über langjährige Erfahrungen nicht nur im Bereich des Prothesenbaus, sondern auch im psychosozialen Umgang mit den behinderten Patientinnen und Patienten. PODES ist nicht nur exemplarisch in der Qualität seiner Arbeit, sondern auch in der Integration von Behinderten in die Arbeitswelt. Das Wissen um die Chancen und Schwierigkeiten eines Wiederaufbaus gibt es auch in Nicaragua in dem medico-Projekt El Tanque. Die Erfahrungen dieser erfolgreichen Wiederansiedlung einer funktionierenden Kommune mit Menschen, die zahllose Angehörige und ihr gesamtes Hab und Gut während eines Hurrikans verloren haben, können hilfreich sein, wenn es um ähnlich integrierte Wiederaufbau-Maßnahmen nach dem haitianischen Erdbeben geht. (medico international prüft derzeit die Finanzierung dieser Maßnahmen.)

Brot für die Welt


Für die akute Nothilfe engagiert sich Brot für die Welt gemeinsam mit der Schwesterorganisation Diakonie Katastrophenhilfe, die nach einer raschen Bestandsaufnahme durch Mitarbeiter vor Ort in großen Aktionen Hilfsgüter beschafft, transportiert und zur Verteilung gebracht hat. Das gelang unter Mühen und Schwierigkeiten, weil auch die haitianischen und deutschen Mitarbeitenden vor Ort im gemeinsamen Projektbüro in Port au Prince zunächst ihren Schock überwinden und ihre eigenen Familien und Verwandten versorgen mussten. Hinzu kam: Die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen wie Telefon, Internet und Transportwege standen zunächst nur stark eingeschränkt zur Verfügung.

Brot für die Welt arbeitet seit vielen Jahren mit fünf Projektpartnern für die Entwicklung Haitis. Diese sind in erheblichem Maße von dem Erdbeben betroffen. Verschiedene Büro- und Projekt-Gebäude sind eingestürzt oder beschädigt, Ausstattung ist unbrauchbar oder abhanden gekommen. Nichts ist mehr, wie vor der Katastrophe – die laufenden Projekte wurden unterbrochen und müssen teilweise ganz neu ausgerichtet werden.

Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe hat die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bei den fünf Projektpartnern für Brot für die Welt oberste Priorität. Ziel ist es, alle Partnerorganisationen und das gemeinsame Projektbüro handlungsfähig zu machen, sie in den Stand zu versetzen, akut helfen sowie mittel- und langfristig planen zu können. Das beinhaltet auch die Unterstützung bei der psychischen Aufarbeitung des Erlebten sowie die Unterstützung bei der materiellen Wiederherstellung zerstörter oder abhanden gekommener Büro- und Arbeitsmittel. (Für diese Maßnahmen hat Brot für die Welt 90.000 Euro zur Verfügung gestellt.)

Wiederaufbau und Neuausrichtung der Entwicklungsarbeit

Das Erdbeben hat nicht nur die Versorgung der Überlebenden notwendig gemacht, sondern zwingt auch dazu, die bisherige Arbeit zu überdenken und teilweise neu auszurichten. So muss beispielsweise das HIV/Aids-Programm einer Partnerorganisation darauf ausgerichtet werden, dass so viele Menschen in Camps und Lagern leben – und das vermutlich noch über einen langen Zeitraum. Eine solche provisorische Situation leistet der Verbreitung des Virus noch größeren Vorschub als vorher schon das armselige Leben in den großen Städten.

Die Partnerorganisation CES mit ihrem Programm für behinderte Kinder und Jugendliche und deren Eltern hat große Schäden davon getragen. Fast alle Gebäude – Klinik, Schule und Werkstatt – müssen wieder aufgebaut und ausgestattet werden. Zudem ist noch nicht klar, ob alle Patientinnen und Patienten, die bisher betreut wurden, das Beben überlebt haben. Da der Wiederaufbau einige Zeit brauchen wird, sucht CES aktuell nach einer Übergangslösung – nach Räumen, in denen die Aktivitäten wieder aufgenommen werden können. (Für die Förderung der Maßnahmen des Partners CES in den nächsten drei Jahren hat Brot für die Welt einen Betrag von 285.000 Euro vorgesehen.)


Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten. Für die Linderung der Not der Menschen in Haiti nach dem Erdbeben bittet das Bündnis Entwicklung Hilft die Bevölkerung auch weiterhin um Spenden auf das

Spendenkonto 51 51
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Stichwort: Haiti

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