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Philippinen: Nothilfe für die Taifun-Opfer
Bündnis-Mitglieder Misereor, Brot für die Welt und terre des hommes aktiv
Berlin, 21. Dezember 2011 – Nach den schweren Unwettern auf den Philippinen haben die Bündnis-Mitglieder Misereor, Brot für die Welt und terre des hommes Nothilfemaßnahmen gestartet. Insgesamt sind rund 340.00 Menschen auf der Insel Mindanao von den Folgen des Taifuns „Washi“ betroffen. Vor allem in den Städten Cagayan de Oro und Iligan ließen die Regenfälle Flüsse und Nebenarme binnen kürzester Zeit anschwellen und über die Ufer treten. Erdrutsche und Sturzfluten waren die Folge. Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren. Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden. Vielerorts brach auch die Strom- und Wasserversorgung zusammen.
Misereor unterstützt die örtliche Bevölkerung mit einer ersten Soforthilfe in Höhe von 15.000 Euro. „Misereor arbeitet mit einer Reihe philippinischer Partnerorganisationen seit vielen Jahren eng zusammen. Insofern konnten die Hilfsmaßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung sofort beginnen", erklärte Elmar Noé, Länderreferent für die Philippinen bei Misereor. Die Menschen erhalten nun zunächst Lebensmittel und Hygieneartikel, werden gesundheitlich betreut und bei der Bergung von Toten unterstützt.
„Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Hilfe koordiniert abläuft und auch Notleidende in Gegenden erreicht werden, die momentan nicht so stark im Fokus des öffentlichen Interesses stehen“, betonte Noé. Daher unterstützt das Aachener Hilfswerk einerseits die Maßnahmen seiner Partnerorganisationen in den am schwersten betroffenen Städte Illigan und Cagayan de Oro, stellt aber auch Geld für die Nothilfe der Misereor-Partner in Dumaguete auf Negros zur Verfügung.
Während die Nothilfe über die Weihnachtstage unvermindert weiterlaufen wird, sollen laut Noé in Kürze bereits die ersten Vorbereitungen getroffen werden, um die Unwetter-Opfer durch Misereor langfristig zu unterstützen und deren Lebensgrundlagen nachhaltig wiederherzustellen.
Brot für die Welt konnte über ihre Schwesterorganisation Diakonie Katastrophenhilfe und deren philippinische Partnerorganisationen sofort auf die Katastrophe reagieren. Schon unmittelbar nach dem Wirbelsturm waren die lokalen Partner unterwegs, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen und Hilfe für die Flutopfer in den am schwersten betroffenen Dörfern vorzubereiten. Inzwischen hat das lokale Einsatzteam begonnen, Hilfspakete zusammenzustellen, um die Menschen in den Notunterkünften schnellstmöglich mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Unterstützt von Freiwilligen sollen schon in den nächsten Tagen Nahrungsmittelpakete mit Reis, Bohnen, Trockenfisch, Öl und Zucker an die Opfer des Taifuns in den Provinzen Negros Oriental, Misamis Oriental und Lanao del Norte verteilt werden. Darüber hinaus bereiten die Einsatzkräfte für 12.000 Familien die Verteilung von Matratzen, Decken und Hygieneartikeln wie Seife und Wasserkanister vor. Eine der größten Gefahren droht jetzt durch verschmutztes Wasser. Hygiene und sauberes Trinkwasser sind daher unerlässlich, um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.
terre des hommes unterstützt seinen lokalen Partner BIRTH-DEV (“Balay Integrated Rehabilitation Center for Total Human Development”) bei der Versorgung von rund 7.000 Menschen in vier der am stärksten betroffenen Stadteile („barangays“) in lligan City unterstützen. In diesen Gebieten liegen zudem acht der derzeit insgesamt 22 Evakuierungszentren, die mit betreut werden.
Die Aktivitäten umfassen die Versorgung von 1.050 Familien mit Nahrungsmitteln (Reis, Bohnen, Zucker, Salz, Speiseöl, Trockenfisch) und Hilfsgütern (Kleidung, Matratzen, Decken, Moskitonetze, Kochutensilien) sowie die psychosoziale Betreuung von 6.000 Kindern und über 1.000 Frauen. Die Fördersumme beträgt ca. 30.000 Euro.
Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt. Im WeltRisikoBericht 2011 des Bündnis Entwicklung Hilft, der für 173 Staaten der Welt das Risiko beziffert, Opfer einer Katastrophe infolge eines extremen Naturereignisses zu werden, liegen die Philippinen auf dem dritten Platz des Risiko-Rankings. Jedes Jahr ziehen bis zu 20 Taifune über das Land hinweg und hinterlassen Verwüstungen und Schäden.
Meist trifft es vor allem die Ärmsten der Ärmsten. Häufig müssen sie in ungünstiger Lage bauen, zu nah am Wasser oder am Hang. Ihre einfachen Häuser halten den Stürmen nicht stand. Der Klimawandel verschärft nach Einschätzung von Experten die Situation. Häufigkeit und Stärke der Stürme haben in den letzten Jahren zugenommen.
Die Schwere der jüngsten Überschwemmungen ist zum Teil aber auch Bausünden und Raubbau geschuldet. Abholzung und Kahlschlag haben dazu geführt, dass das Regenwasser ungebremst in die Flüsse strömen konnte. Illegale Minen und der rasche Ausbau der Städte wirken sich ebenfalls negativ auf den Wasserhaushalt aus. Ablagerungen und bebaute Flächen blockieren die Ablaufmöglichkeiten, mit der Folge, dass sich die Flüsse bei Regen in reißende Ströme verwandeln.
Deshalb legt das Bündnis Entwicklung Hilft in seiner Arbeit neben der Nothilfe einen Schwerpunkt auf Katastrophenprävention und Entwicklungszusammenarbeit.
Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
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